Herzlich willkommen in der Welt der zivilen Verteidigung! Das THW ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Im Gegensatz zur kommunalen Feuerwehr ist das THW bundesweit einheitlich organisiert und ausgestattet. Für uns im Rettungsdienst bedeutet die Anwesenheit des THW meist eins: Die Lage ist komplex, dauert lange an und erfordert massives technisches Gerät, das über den Standard-Rüstwagen der Feuerwehr hinausgeht.
Das THW ist modular aufgebaut. Jedes der bundesweit rund 660 Ortsverbände verfügt über mindestens einen Technischen Zug, der durch hochspezialisierte Fachgruppen ergänzt wird.
Wenn wir gemeinsam an einer Einsatzstelle arbeiten, gilt eine klare Aufgabenteilung, die durch die Führungsvorschriften geregelt ist.
Da das THW eine Bundesanstalt ist, unterscheidet sich der Weg der Alarmierung von dem der Feuerwehr.
💡 MERKE:
Das THW ist eine Bundesoberbehörde und stellt schweres technisches Gerät für Langzeiteinsätze bereit. Die Fachgruppe Beleuchtung und Stromversorgung ist bei nächtlichen Großschadenslagen (MANV) für den Rettungsdienst essenziell. An der Einsatzstelle gilt: Das THW sichert die Statik und schafft den Zugang, der Rettungsdienst verantwortet die medizinische Stabilisierung. Das THW wird meist als Amtshilfe über Fachberater angefordert, die die Sanitäts- oder Einsatzleitung beraten.
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Herzlich willkommen im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ)! Die Bundeswehr darf im Inland nicht nach eigenem Ermessen agieren. Die rechtliche Grundlage ist Artikel 35 des Grundgesetzes. Der Rettungsdienst oder die Katastrophenschutzbehörde stellt ein offizielles Ersuchen um "Amtshilfe". Sobald dieses genehmigt ist, wird die Bundeswehr zum Partner, der dort weitermacht, wo zivile Technik oder Logistik physikalisch kapitulieren.
Die medizinische Komponente der Bundeswehr ist für den Rettungsdienst ein Hochleistungs-Partner mit einzigartigen Fähigkeiten.
Eine der sichtbarsten Schnittstellen im Rettungsalltag ist der Such- und Rettungsdienst der Luftwaffe und der Marine.
Wenn chemische, biologische oder radiologische Gefahren (ABC-Lagen) ein Ausmaß annehmen, das die Feuerwehr überfordert, kommt die ABC-Abwehrtruppe zum Einsatz.
Die Bundeswehr ist Vorreiter in der sogenannten "Tactical Combat Casualty Care" (TCCC). Viele Konzepte der modernen zivilen Traumaversorgung (PHTLS/ITLS) haben ihren Ursprung in den Erfahrungen militärischer Sanitäter.
💡 MERKE:
Die Bundeswehr leistet im Inland Amtshilfe gemäß Artikel 35 Grundgesetz; sie ist kein Erstangreifer für den regulären Rettungsdienst. Der Zentrale Sanitätsdienst bietet mit MedEvac-Kapazitäten und Bundeswehrkrankenhäusern medizinische Spitzenversorgung bei Großschadenslagen. Der SAR-Dienst ist spezialisiert auf die Suche und Rettung in extremem Gelände und bei Seenotfällen, oft unter Nutzung von Nachtsichtgeräten und Winden. In CBRN-Lagen stellt die Bundeswehr Kapazitäten zur Massendekontamination bereit, die zivile Einheiten personell und materiell ergänzen.
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Herzlich willkommen in der Welt der Geruchsdifferenzierung! Ein Hund besitzt etwa 220 Millionen Riechzellen – der Mensch im Vergleich nur etwa 5 Millionen. Diese biologische Überlegenheit nutzen wir, um Vermisste in unwegsamem Gelände oder unter Trümmern aufzuspüren. Die Zusammenarbeit mit einer Rettungshundestaffel (RHS) erfordert vom Rettungsdienstpersonal ein hohes Maß an taktischem Verständnis, da die Hunde keine Maschinen sind, sondern Lebewesen, die durch unsere Anwesenheit abgelenkt werden können.
Nicht jeder Rettungshund sucht auf die gleiche Weise. Wir müssen die 3 wesentlichen Suchformen unterscheiden, um die richtige Einheit anzufordern.
Sobald ein Hund "anzeigt" (bellt oder zum Hundeführer zurückkehrt), beginnt für den Rettungsdienst die heiße Phase.
Ein arbeitender Rettungshund ist hochkonzentriert. Unbedachtes Verhalten des Rettungsdienstpersonals kann den Sucherfolg gefährden oder Unfälle provozieren.
Rettungshundestaffeln sind meist keine "Blaulicht-Einheiten" im klassischen Sinne der Soforthilfe, sondern werden bei Bedarf über die Leitstelle nachgefordert.
💡 MERKE:
Die Flächensuche findet jeden Menschen im Wald; das Mantrailing folgt einem spezifischen Individualgeruch. Rettungshunde sind biologische Sensoren; sie dürfen während der Arbeit niemals abgelenkt, gefüttert oder gelockt werden. Der Fundort liegt oft in unwegsamem Gelände; stellt euch auf einen Fußmarsch mit dem medizinischen Material ein. RHS werden über die Leitstelle angefordert; der Zeitfaktor ist entscheidend für die Qualität der Geruchsspur.
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Herzlich willkommen an der Küste! Die Seenotretter (DGzRS) sind in Deutschland für den Such- und Rettungsdienst (SAR) auf Nord- und Ostsee zuständig. Das Besondere: Die Organisation ist ein privatrechtlicher Verein und finanziert sich ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen. Für den Rettungsdienst an Land ist die DGzRS der verlängerte Arm auf das Wasser – sei es für erkrankte Besatzungsmitglieder auf Frachtschiffen, verunfallte Wassersportler oder medizinische Notfälle auf den Inselfähren.
Um die Zusammenarbeit zu verstehen, müssen wir die 2 primären Schiffstypen der Seenotretter kennen, die uns als mobile Behandlungsstationen dienen.
Ein Einsatz mit den Seenotrettern beginnt für den Landrettungsdienst meist an der Kaikante.
Die Versorgung auf See unterscheidet sich durch physikalische Einflüsse massiv vom Einsatz an Land.
Der Transport endet entweder im Hafen an einer Mole oder durch eine Übergabe an einen Hubschrauber (MedEvac).
💡 MERKE:
Die Seenotretter (DGzRS) sind eine spendenfinanzierte Organisation und leisten den SAR-Dienst auf See. An Bord hat der Vormann die absolute Weisungsbefugnis über die Sicherheit; das medizinische Team ordnet sich der maritimen Ordnung unter. Das Tragen einer Rettungsweste ist für das Rettungsdienstpersonal beim Zusteigen und während der Fahrt auf Deck zwingende Pflicht. Bei Wasserrettungen ist die Gefahr des Bergungstodes durch waagerechte Lagerung und konsequente Wärmeerhaltung (Hypothermie-Schutz) abzuwenden.
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Herzlich willkommen im alpinen Sektor! Die Bergwacht ist für die Rettung aus unwegsamem Gelände zuständig, das für herkömmliche Rettungsmittel unerreichbar ist. Während wir im städtischen Bereich in Minuten rechnen, tickt die Uhr im Gebirge anders. Hier bestimmen das Wetter, die Topografie und die physische Belastung den Takt. Die Bergwacht ist der Partner, der die medizinische Versorgung in die Wand bringt und den Patienten sicher zurück in den Zugriffsbereich des landgebundenen Rettungsdienstes führt.
Die Bergwacht ist weit mehr als nur ein "Abholdienst". Sie agiert in extremen Umgebungen, die spezifisches Material und Training erfordern.
Die Zusammenarbeit beginnt oft an einem vordefinierten Treffpunkt, dem sogenannten Übergabepunkt (z.B. ein Wanderparkplatz oder eine Talstation).
Die spektakulärste Form der Zusammenarbeit ist die Windenrettung, bei der der Hubschrauber nicht landen kann.
Die Medizin in den Bergen ist geprägt von Umweltfaktoren, die wir im Tal oft vernachlässigen.
💡 MERKE:
Die Bergwacht ist der Spezialist für unwegsames Gelände; der Rettungsdienst verbleibt in der Regel an gesicherten Übergabepunkten. Eigenmächtiges Vordringen in den alpinen Bereich ist wegen der Absturzgefahr für Standard-Rettungskräfte verboten. Bei der Rettung aus Seilen ist das Risiko eines Hängetraumas (orthostatischer Schock) medizinisch zu berücksichtigen. Die Wärmeerhaltung ist bei jeder Bergrettung aufgrund der langen Rettungszeiten und der Umwelteinflüsse essenziell.
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Herzlich willkommen im Gleisbereich! Die Deutsche Bahn AG betreibt in Deutschland ein Streckennetz von über 33.000 Kilometern. Für den Rettungsdienst bedeutet ein Bahnunfall (Personenschaden, Entgleisung oder Kollision) immer eine Hochrisikolage. Wir müssen verstehen, dass die Schiene ihre eigenen Gesetze hat: Züge können nicht ausweichen, ihr Bremsweg beträgt bei 160 Kilometern pro Stunde bis zu 1.000 Meter und die Oberleitung führt eine Spannung, die das 65-fache einer Haushaltssteckdose beträgt.
Die Oberleitung ist die größte Gefahr für Rettungskräfte. Sie führt 15.000 Volt Wechselspannung mit einer Frequenz von 16,7 Hertz.
Der Notfallmanager der Deutschen Bahn ist unser wichtigster taktischer Partner vor Ort. Er ist die einzige Person, die die technische Sicherheit im Gleisbereich abschließend garantieren kann.
Ein Gleisbereich ist erst dann sicher, wenn er offiziell gesperrt wurde. Wir verlassen uns niemals auf unser Gehör, da moderne Züge extrem leise sind.
Die Rettung aus einem Zug (zum Beispiel einem ICE oder einer Regionalbahn) erfordert spezielle Logistik.
💡 MERKE:
Die Oberleitung führt 15.000 Volt; Sicherheitsabstand mindestens 1,5 Meter (besser 2 Meter).Gleise werden erst betreten, wenn die Gleissperrung durch die Leitstelle oder den Notfallmanager bestätigt wurde. Der Notfallmanager (NfM) ist für die Bahnerdung zuständig; ohne Erdung erfolgt keine Rettung von Zugdächern. Bei gerissenen Oberleitungen gilt ein Sicherheitsradius von 10 Metern (Spannungstrichter).
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Herzlich willkommen im Bereich der psychosozialen und administrativen Unterstützung! Ein Einsatz endet für den Rettungsdienst oft mit der Übergabe im Krankenhaus oder dem Verlassen der Einsatzstelle. Doch für Angehörige, Augenzeugen oder unverletzte Beteiligte bricht in diesem Moment oft eine Welt zusammen. Hier greifen spezialisierte Partner ein, die das "Danach" organisieren. Die professionelle Zusammenarbeit mit diesen Gruppen entlastet den Rettungsdienst massiv und verhindert, dass wertvolle Rettungsmittel unnötig lange an Einsatzstellen gebunden bleiben.
Diese Partner leisten die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für Betroffene. Sie sind die "Erste Hilfe für die Seele".
Diese Behörden sind unsere Partner, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung jenseits der akuten Kriminalität geht.
Auch wenn es makaber klingt: Der professionelle Umgang mit Verstorbenen und deren Abtransport gehört zum Einsatzalltag.
Bei Großveranstaltungen, in Diskotheken oder in Erstaufnahmeeinrichtungen ist der private Sicherheitsdienst oft unser erster Ansprechpartner vor Ort.
💡 MERKE:
Die Krisenintervention (KIT) übernimmt die Betreuung von Unverletzten und Angehörigen, um den Rettungsdienst für Folgeeinsätze frei zu machen. Zwangseinweisungen bei fehlender Einsichtsfähigkeit erfolgen rechtlich über das Ordnungsamt (PsychKG). Der Rettungsdienst transportiert keine Verstorbenen; diese Aufgabe obliegt ausschließlich dem Bestattungsunternehmen nach polizeilicher Freigabe. Private Sicherheitsdienste sind wichtige Partner für die Einweisung und den Eigenschutz bei Großveranstaltungen.
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Herzlich willkommen im Fokus der Berichterstattung! Medienvertreter (Journalisten, Fotografen, Kamerateams) haben nach den Landespressegesetzen ein Auskunftsrecht gegenüber Behörden. Im Einsatzalltag bedeutet das: Sie dürfen den Einsatz aus angemessener Entfernung dokumentieren. Für uns als medizinisches Personal gilt jedoch eine strikte Schweigepflicht. Wir sind Experten für Medizin, nicht für Öffentlichkeitsarbeit. Jedes unbedachte Wort in ein Mikrofon kann rechtliche Konsequenzen haben oder die Ermittlungen der Polizei gefährden.
Die Zusammenarbeit basiert auf einem sensiblen Gleichgewicht zweier Grundrechte.
Für das Rettungsdienst-Team vor Ort gibt es eine klare Kommunikationsregel, um sich nicht angreifbar zu machen.
Unsere wichtigste Aufgabe im Umgang mit Medien ist die Schaffung eines geschützten Raums für den Patienten.
Nicht jeder mit einem Smartphone ist ein Journalist. Wir unterscheiden zwischen professionellen Medienvertretern und Schaulustigen ("Gaffern").
💡 MERKE:
Medienvertreter haben einen gesetzlichen Informationsauftrag; wir begegnen ihnen professionell und sachlich. Rettungsdienst-Personal gibt keine Interviews; alle Anfragen werden an den Pressesprecher der Feuerwehr oder Polizei verwiesen. Der Patientenschutz (§ 201a StGB) hat Vorrang vor der Berichterstattung; wir nutzen aktiv Sichtschutzmittel. Ein echter Journalist weist sich durch einen offiziellen Presseausweis aus und hält sich in der Regel an die Anweisungen der Einsatzleitung.
Herzlich willkommen in der Welt der zivilen Verteidigung! Das THW ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Im Gegensatz zur kommunalen Feuerwehr ist das THW bundesweit einheitlich organisiert und ausgestattet. Für uns im Rettungsdienst bedeutet die Anwesenheit des THW meist eins: Die Lage ist komplex, dauert lange an und erfordert massives technisches Gerät, das über den Standard-Rüstwagen der Feuerwehr hinausgeht.
Das THW ist modular aufgebaut. Jedes der bundesweit rund 660 Ortsverbände verfügt über mindestens einen Technischen Zug, der durch hochspezialisierte Fachgruppen ergänzt wird.
Wenn wir gemeinsam an einer Einsatzstelle arbeiten, gilt eine klare Aufgabenteilung, die durch die Führungsvorschriften geregelt ist.
Da das THW eine Bundesanstalt ist, unterscheidet sich der Weg der Alarmierung von dem der Feuerwehr.
💡 MERKE:
Das THW ist eine Bundesoberbehörde und stellt schweres technisches Gerät für Langzeiteinsätze bereit. Die Fachgruppe Beleuchtung und Stromversorgung ist bei nächtlichen Großschadenslagen (MANV) für den Rettungsdienst essenziell. An der Einsatzstelle gilt: Das THW sichert die Statik und schafft den Zugang, der Rettungsdienst verantwortet die medizinische Stabilisierung. Das THW wird meist als Amtshilfe über Fachberater angefordert, die die Sanitäts- oder Einsatzleitung beraten.
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Herzlich willkommen im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ)! Die Bundeswehr darf im Inland nicht nach eigenem Ermessen agieren. Die rechtliche Grundlage ist Artikel 35 des Grundgesetzes. Der Rettungsdienst oder die Katastrophenschutzbehörde stellt ein offizielles Ersuchen um "Amtshilfe". Sobald dieses genehmigt ist, wird die Bundeswehr zum Partner, der dort weitermacht, wo zivile Technik oder Logistik physikalisch kapitulieren.
Die medizinische Komponente der Bundeswehr ist für den Rettungsdienst ein Hochleistungs-Partner mit einzigartigen Fähigkeiten.
Eine der sichtbarsten Schnittstellen im Rettungsalltag ist der Such- und Rettungsdienst der Luftwaffe und der Marine.
Wenn chemische, biologische oder radiologische Gefahren (ABC-Lagen) ein Ausmaß annehmen, das die Feuerwehr überfordert, kommt die ABC-Abwehrtruppe zum Einsatz.
Die Bundeswehr ist Vorreiter in der sogenannten "Tactical Combat Casualty Care" (TCCC). Viele Konzepte der modernen zivilen Traumaversorgung (PHTLS/ITLS) haben ihren Ursprung in den Erfahrungen militärischer Sanitäter.
💡 MERKE:
Die Bundeswehr leistet im Inland Amtshilfe gemäß Artikel 35 Grundgesetz; sie ist kein Erstangreifer für den regulären Rettungsdienst. Der Zentrale Sanitätsdienst bietet mit MedEvac-Kapazitäten und Bundeswehrkrankenhäusern medizinische Spitzenversorgung bei Großschadenslagen. Der SAR-Dienst ist spezialisiert auf die Suche und Rettung in extremem Gelände und bei Seenotfällen, oft unter Nutzung von Nachtsichtgeräten und Winden. In CBRN-Lagen stellt die Bundeswehr Kapazitäten zur Massendekontamination bereit, die zivile Einheiten personell und materiell ergänzen.
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Herzlich willkommen in der Welt der Geruchsdifferenzierung! Ein Hund besitzt etwa 220 Millionen Riechzellen – der Mensch im Vergleich nur etwa 5 Millionen. Diese biologische Überlegenheit nutzen wir, um Vermisste in unwegsamem Gelände oder unter Trümmern aufzuspüren. Die Zusammenarbeit mit einer Rettungshundestaffel (RHS) erfordert vom Rettungsdienstpersonal ein hohes Maß an taktischem Verständnis, da die Hunde keine Maschinen sind, sondern Lebewesen, die durch unsere Anwesenheit abgelenkt werden können.
Nicht jeder Rettungshund sucht auf die gleiche Weise. Wir müssen die 3 wesentlichen Suchformen unterscheiden, um die richtige Einheit anzufordern.
Sobald ein Hund "anzeigt" (bellt oder zum Hundeführer zurückkehrt), beginnt für den Rettungsdienst die heiße Phase.
Ein arbeitender Rettungshund ist hochkonzentriert. Unbedachtes Verhalten des Rettungsdienstpersonals kann den Sucherfolg gefährden oder Unfälle provozieren.
Rettungshundestaffeln sind meist keine "Blaulicht-Einheiten" im klassischen Sinne der Soforthilfe, sondern werden bei Bedarf über die Leitstelle nachgefordert.
💡 MERKE:
Die Flächensuche findet jeden Menschen im Wald; das Mantrailing folgt einem spezifischen Individualgeruch. Rettungshunde sind biologische Sensoren; sie dürfen während der Arbeit niemals abgelenkt, gefüttert oder gelockt werden. Der Fundort liegt oft in unwegsamem Gelände; stellt euch auf einen Fußmarsch mit dem medizinischen Material ein. RHS werden über die Leitstelle angefordert; der Zeitfaktor ist entscheidend für die Qualität der Geruchsspur.
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Herzlich willkommen an der Küste! Die Seenotretter (DGzRS) sind in Deutschland für den Such- und Rettungsdienst (SAR) auf Nord- und Ostsee zuständig. Das Besondere: Die Organisation ist ein privatrechtlicher Verein und finanziert sich ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen. Für den Rettungsdienst an Land ist die DGzRS der verlängerte Arm auf das Wasser – sei es für erkrankte Besatzungsmitglieder auf Frachtschiffen, verunfallte Wassersportler oder medizinische Notfälle auf den Inselfähren.
Um die Zusammenarbeit zu verstehen, müssen wir die 2 primären Schiffstypen der Seenotretter kennen, die uns als mobile Behandlungsstationen dienen.
Ein Einsatz mit den Seenotrettern beginnt für den Landrettungsdienst meist an der Kaikante.
Die Versorgung auf See unterscheidet sich durch physikalische Einflüsse massiv vom Einsatz an Land.
Der Transport endet entweder im Hafen an einer Mole oder durch eine Übergabe an einen Hubschrauber (MedEvac).
💡 MERKE:
Die Seenotretter (DGzRS) sind eine spendenfinanzierte Organisation und leisten den SAR-Dienst auf See. An Bord hat der Vormann die absolute Weisungsbefugnis über die Sicherheit; das medizinische Team ordnet sich der maritimen Ordnung unter. Das Tragen einer Rettungsweste ist für das Rettungsdienstpersonal beim Zusteigen und während der Fahrt auf Deck zwingende Pflicht. Bei Wasserrettungen ist die Gefahr des Bergungstodes durch waagerechte Lagerung und konsequente Wärmeerhaltung (Hypothermie-Schutz) abzuwenden.
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Herzlich willkommen im alpinen Sektor! Die Bergwacht ist für die Rettung aus unwegsamem Gelände zuständig, das für herkömmliche Rettungsmittel unerreichbar ist. Während wir im städtischen Bereich in Minuten rechnen, tickt die Uhr im Gebirge anders. Hier bestimmen das Wetter, die Topografie und die physische Belastung den Takt. Die Bergwacht ist der Partner, der die medizinische Versorgung in die Wand bringt und den Patienten sicher zurück in den Zugriffsbereich des landgebundenen Rettungsdienstes führt.
Die Bergwacht ist weit mehr als nur ein "Abholdienst". Sie agiert in extremen Umgebungen, die spezifisches Material und Training erfordern.
Die Zusammenarbeit beginnt oft an einem vordefinierten Treffpunkt, dem sogenannten Übergabepunkt (z.B. ein Wanderparkplatz oder eine Talstation).
Die spektakulärste Form der Zusammenarbeit ist die Windenrettung, bei der der Hubschrauber nicht landen kann.
Die Medizin in den Bergen ist geprägt von Umweltfaktoren, die wir im Tal oft vernachlässigen.
💡 MERKE:
Die Bergwacht ist der Spezialist für unwegsames Gelände; der Rettungsdienst verbleibt in der Regel an gesicherten Übergabepunkten. Eigenmächtiges Vordringen in den alpinen Bereich ist wegen der Absturzgefahr für Standard-Rettungskräfte verboten. Bei der Rettung aus Seilen ist das Risiko eines Hängetraumas (orthostatischer Schock) medizinisch zu berücksichtigen. Die Wärmeerhaltung ist bei jeder Bergrettung aufgrund der langen Rettungszeiten und der Umwelteinflüsse essenziell.
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Herzlich willkommen im Gleisbereich! Die Deutsche Bahn AG betreibt in Deutschland ein Streckennetz von über 33.000 Kilometern. Für den Rettungsdienst bedeutet ein Bahnunfall (Personenschaden, Entgleisung oder Kollision) immer eine Hochrisikolage. Wir müssen verstehen, dass die Schiene ihre eigenen Gesetze hat: Züge können nicht ausweichen, ihr Bremsweg beträgt bei 160 Kilometern pro Stunde bis zu 1.000 Meter und die Oberleitung führt eine Spannung, die das 65-fache einer Haushaltssteckdose beträgt.
Die Oberleitung ist die größte Gefahr für Rettungskräfte. Sie führt 15.000 Volt Wechselspannung mit einer Frequenz von 16,7 Hertz.
Der Notfallmanager der Deutschen Bahn ist unser wichtigster taktischer Partner vor Ort. Er ist die einzige Person, die die technische Sicherheit im Gleisbereich abschließend garantieren kann.
Ein Gleisbereich ist erst dann sicher, wenn er offiziell gesperrt wurde. Wir verlassen uns niemals auf unser Gehör, da moderne Züge extrem leise sind.
Die Rettung aus einem Zug (zum Beispiel einem ICE oder einer Regionalbahn) erfordert spezielle Logistik.
💡 MERKE:
Die Oberleitung führt 15.000 Volt; Sicherheitsabstand mindestens 1,5 Meter (besser 2 Meter).Gleise werden erst betreten, wenn die Gleissperrung durch die Leitstelle oder den Notfallmanager bestätigt wurde. Der Notfallmanager (NfM) ist für die Bahnerdung zuständig; ohne Erdung erfolgt keine Rettung von Zugdächern. Bei gerissenen Oberleitungen gilt ein Sicherheitsradius von 10 Metern (Spannungstrichter).
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Herzlich willkommen im Bereich der psychosozialen und administrativen Unterstützung! Ein Einsatz endet für den Rettungsdienst oft mit der Übergabe im Krankenhaus oder dem Verlassen der Einsatzstelle. Doch für Angehörige, Augenzeugen oder unverletzte Beteiligte bricht in diesem Moment oft eine Welt zusammen. Hier greifen spezialisierte Partner ein, die das "Danach" organisieren. Die professionelle Zusammenarbeit mit diesen Gruppen entlastet den Rettungsdienst massiv und verhindert, dass wertvolle Rettungsmittel unnötig lange an Einsatzstellen gebunden bleiben.
Diese Partner leisten die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für Betroffene. Sie sind die "Erste Hilfe für die Seele".
Diese Behörden sind unsere Partner, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung jenseits der akuten Kriminalität geht.
Auch wenn es makaber klingt: Der professionelle Umgang mit Verstorbenen und deren Abtransport gehört zum Einsatzalltag.
Bei Großveranstaltungen, in Diskotheken oder in Erstaufnahmeeinrichtungen ist der private Sicherheitsdienst oft unser erster Ansprechpartner vor Ort.
💡 MERKE:
Die Krisenintervention (KIT) übernimmt die Betreuung von Unverletzten und Angehörigen, um den Rettungsdienst für Folgeeinsätze frei zu machen. Zwangseinweisungen bei fehlender Einsichtsfähigkeit erfolgen rechtlich über das Ordnungsamt (PsychKG). Der Rettungsdienst transportiert keine Verstorbenen; diese Aufgabe obliegt ausschließlich dem Bestattungsunternehmen nach polizeilicher Freigabe. Private Sicherheitsdienste sind wichtige Partner für die Einweisung und den Eigenschutz bei Großveranstaltungen.
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Herzlich willkommen im Fokus der Berichterstattung! Medienvertreter (Journalisten, Fotografen, Kamerateams) haben nach den Landespressegesetzen ein Auskunftsrecht gegenüber Behörden. Im Einsatzalltag bedeutet das: Sie dürfen den Einsatz aus angemessener Entfernung dokumentieren. Für uns als medizinisches Personal gilt jedoch eine strikte Schweigepflicht. Wir sind Experten für Medizin, nicht für Öffentlichkeitsarbeit. Jedes unbedachte Wort in ein Mikrofon kann rechtliche Konsequenzen haben oder die Ermittlungen der Polizei gefährden.
Die Zusammenarbeit basiert auf einem sensiblen Gleichgewicht zweier Grundrechte.
Für das Rettungsdienst-Team vor Ort gibt es eine klare Kommunikationsregel, um sich nicht angreifbar zu machen.
Unsere wichtigste Aufgabe im Umgang mit Medien ist die Schaffung eines geschützten Raums für den Patienten.
Nicht jeder mit einem Smartphone ist ein Journalist. Wir unterscheiden zwischen professionellen Medienvertretern und Schaulustigen ("Gaffern").
💡 MERKE:
Medienvertreter haben einen gesetzlichen Informationsauftrag; wir begegnen ihnen professionell und sachlich. Rettungsdienst-Personal gibt keine Interviews; alle Anfragen werden an den Pressesprecher der Feuerwehr oder Polizei verwiesen. Der Patientenschutz (§ 201a StGB) hat Vorrang vor der Berichterstattung; wir nutzen aktiv Sichtschutzmittel. Ein echter Journalist weist sich durch einen offiziellen Presseausweis aus und hält sich in der Regel an die Anweisungen der Einsatzleitung.