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9.4 Unfälle mit Gefahrstoffen

Einleitung: Gefahrstoffe: Einteilung und Kennzeichnung

Die Sprache der Chemie

Herzlich willkommen in der Welt der Gefahrgut-Detektive! Ein Gefahrstoff ist ein Stoff oder ein Gemisch, von dem aufgrund seiner physikalischen oder chemischen Eigenschaften Gefahren für Menschen, Tiere oder die Umwelt ausgehen können. Um im Chaos einer Einsatzstelle schnell handlungsfähig zu sein, nutzen wir ein internationales System der Kennzeichnung. Wir unterscheiden dabei zwischen dem Transportrecht (ADR) und dem Chemikalienrecht (GHS).

1. Die 9 Klassen des Gefahrguts (ADR)

Für den Transport auf der Straße werden alle gefährlichen Stoffe in 9 Klassen eingeteilt. Jede Klasse hat ein spezifisches Symbol und eine eigene Farbe.

  • Klasse 1 (Explosivstoffe): Stoffe, die durch chemische Reaktionen Gase von solcher Temperatur und solchem Druck entwickeln können, dass Zerstörungen in der Umgebung entstehen (Beispiel: Dynamit, Feuerwerk).
  • Klasse 2 (Gase): Verdichtete, verflüssigte oder unter Druck gelöste Gase. Wir unterscheiden brennbare, nicht brennbare (giftige) und oxidierende Gase (Beispiel: Propan, Sauerstoff, Chlor).
  • Klasse 3 (Entzündbare flüssige Stoffe): Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von höchstens 60 Grad Celsius (Beispiel: Benzin, Alkohol).
  • Klasse 4 (Entzündbare feste Stoffe): Stoffe, die leicht brennbar sind oder durch Reibung Brand verursachen können (Beispiel: Magnesium, gelber Phosphor).
  • Klasse 5 (Entzündend wirkende Stoffe): Stoffe, die selbst nicht brennbar sein müssen, aber durch Abgabe von Sauerstoff Brände unterstützen (Beispiel: Wasserstoffperoxid).
  • Klasse 6 (Giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe): Stoffe, die bei Inhalation, Verschlucken oder Hautkontakt zum Tod oder zu schweren Gesundheitsschäden führen (Beispiel: Arsen, klinische Abfälle).
  • Klasse 7 (Radioaktive Stoffe): Stoffe, die ionisierende Strahlung aussenden.
  • Klasse 8 (Ätzende Stoffe): Stoffe, die bei Kontakt lebendes Gewebe zerstören oder Metalle angreifen (Beispiel: Schwefelsäure, Natronlauge).
  • Klasse 9 (Verschiedene gefährliche Stoffe): Stoffe, die während der Beförderung eine Gefahr darstellen, die nicht unter die anderen Klassen fällt (Beispiel: Lithiumbatterien, Asbest).

2. Die orangefarbene Warntafel

Das wichtigste Erkennungsmerkmal an Lastkraftwagen und Eisenbahnwaggons ist die orangefarbene Tafel. Sie ist der Personalausweis der Ladung.

  • Die neutrale Tafel: Eine komplett leere orangefarbene Tafel bedeutet, dass das Fahrzeug Gefahrgut als Stückgut (in Fässern oder Kisten) geladen hat. Wir wissen zwar, dass es gefährlich ist, aber noch nicht, was genau drin ist.
  • Die nummerierte Tafel: Diese Tafel ist in 2 Zeilen unterteilt.
  • Obere Zeile (Gefahrnummer / Kemler-Zahl): Diese 2 bis 3 Ziffern geben die Art der Gefahr an. Die erste Ziffer steht für die Hauptgefahr (Beispiel: 3 für entzündbar). Eine Verdopplung der Ziffer bedeutet eine Zunahme der Gefahr (Beispiel: 33 für leicht entzündbar). Ein vorgestelltes X warnt davor, den Stoff mit Wasser in Berührung zu bringen.
  • Untere Zeile (UN-Nummer): Diese 4 Ziffern identifizieren den Stoff exakt. Jede chemische Substanz hat weltweit dieselbe Nummer (Beispiel: 1203 für Benzin). Diese Nummer geben wir sofort an die Leitstelle durch, um das elektronische Gefahrgut-Informationssystem abzufragen.

3. Das Global Harmonisierte System (GHS)

Während ADR den Transport regelt, beschreibt GHS die Gefahr am Arbeitsplatz oder im Labor. Die Symbole sind rote Rauten auf weißem Grund.

  • Physikalische Gefahren: Symbole für Explosivität, Entzündbarkeit oder oxidierende Wirkung.
  • Gesundheitsgefahren: Das Totenkopf-Symbol warnt vor akuter Toxizität. Das Ausrufezeichen steht für Reizungen. Die "explodierende Brust" (Mensch mit Stern) warnt vor langfristigen Schäden wie Krebs oder Organschäden.
  • Umweltgefahren: Der tote Baum und der tote Fisch warnen vor Stoffen, die Wasserorganismen schädigen.

4. Das NFPA 704 (Die Gefahrendiamant)

In Industriebetrieben, vor allem in den USA, aber auch oft an deutschen Labortüren, findet man das NFPA-System.

  • Blaues Feld: Gesundheitsgefahr (Skala von 0 bis 4).
  • Rotes Feld: Entzündbarkeit (Skala von 0 bis 4).
  • Gelbes Feld: Instabilität / Reaktivität (Skala von 0 bis 4).
  • Weißes Feld: Besondere Hinweise (Beispiel: W mit Querstrich für kein Wasser verwenden).

💡 MERKE:

Die Kemler-Zahl (oben auf der Tafel) beschreibt die Gefahr; die UN-Nummer (unten) identifiziert den Stoff. Ein X vor der Gefahrnummer bedeutet: Kein Wasser zur Brandbekämpfung oder Kühlung verwenden! Die Klasse 6 umfasst giftige Stoffe, die Klasse 8 ätzende Stoffe; beide erfordern sofortige Dekontamination. Das GHS-Symbol mit dem Stern auf der Brust warnt vor chronischen Gefahren wie Krebserzeugung oder Erbgutschäden.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Ausschuss Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung [AFKzV] (2022). Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 (FwDV 500): Einheiten im ABC-Einsatz.(Anmerkung: Die rechtlich bindende Grundlage für die Identifikation von Gefahrstoffen und das taktische Verhalten an der Einsatzstelle gemäß der Kennzeichnung).
  • Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen [UNECE] (2023). Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).(Anmerkung: Das völkerrechtliche Regelwerk, welches die Einteilung in die 9 Klassen sowie die Gestaltung der orangefarbenen Warntafeln und UN-Nummern definiert).

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Einleitung: Gefahrstoffe: Maßnahmen beim Gefahrstoffunfall

Die GAMS-Regel als Überlebensgarantie

Herzlich willkommen in der taktischen Gefahrenabwehr! Bei jedem Unfall mit chemischen Stoffen greift für die ersteintreffenden Kräfte die GAMS-Regel. Sie ist das universelle Werkzeug, um aus einer chaotischen und lebensgefährlichen Lage eine strukturierte Einsatzstelle zu machen. GAMS steht für: Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen, Spezialkräfte anfordern. Jede Sekunde, die wir von dieser Reihenfolge abweichen, erhöht das Risiko für das Team massiv.

1. G – Gefahr erkennen (Die Detektivarbeit)

Bevor wir den Rettungswagen verlassen, nutzen wir unsere Sinne und technische Hilfsmittel, um die Lage einzuschätzen.

  • Beobachten statt Schnüffeln: Wir achten auf Warntafeln, UN-Nummern und Gefahrensymbole an Fahrzeugen oder Gebäuden. Wir nutzen Ferngläser, um Abstand zu wahren.
  • Windrichtung beachten: Das ist die wichtigste Regel der Physik! Wir fahren die Einsatzstelle IMMER mit dem Wind im Rücken an. Der Wind muss von uns zum Unfallort wehen, niemals umgekehrt. Ein kurzer Blick auf die Wolken, Fahnen oder das Gras verrät uns die Ausbreitungsrichtung der chemischen Dämpfe.
  • Sinneswahrnehmungen: Riechen wir stechende Gerüche oder sehen wir farbige Nebelschwaden, ist es meist schon zu spät. In diesem Fall sofortiger Rückzug unter Atemschutz.

2. A – Absperren (Die 50-Meter-Regel)

Sobald die Gefahr identifiziert ist, wird das Gelände in Zonen eingeteilt. Wir schaffen Raum für die Spezialkräfte und schützen Unbeteiligte.

  • Der Gefahrenbereich: Bei unklaren C-Lagen beträgt der Absperrradius standardmäßig mindestens 50 Meter in alle Richtungen. In diesem Bereich herrscht Lebensgefahr.
  • Die Absperrgrenze: Niemand ohne schwere Schutzausrüstung (Chemikalienschutzanzug der Feuerwehr) betritt diesen Bereich. Der Rettungsdienst positioniert sich außerhalb dieser Grenze, idealerweise in einer Entfernung von 100 Meter oder mehr, um bei einer Explosion oder plötzlichem Windwechsel sicher zu sein.
  • Zündquellen vermeiden: Im Absperrbereich herrscht absolutes Rauchverbot, Motoren werden abgestellt und Handys sowie Funkgeräte werden nur im erforderlichen Maß genutzt (Explosionsgefahr).

3. M – Menschenrettung (Präzision vor Schnelligkeit)

Die Rettung von Personen aus dem Gefahrenbereich ist eine der schwierigsten Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst.

  • Eigensicherung vor Fremdrettung: Der Rettungsdienst führt KEINE Menschenrettung aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich durch! Diese Aufgabe obliegt ausschließlich der Feuerwehr unter umluftunabhängigem Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen.
  • Die Not-Dekontamination: Bevor wir einen Patienten medizinisch versorgen können, muss die grobe chemische Last weg. Die Feuerwehr führt eine Not-Dekontamination (Entkleiden und Abspülen mit viel Wasser) durch. Erst ein entkleideter und gespülter Patient ist für uns "anfassbar".
  • Sofortmaßnahmen: An der Grenze zum Gefahrenbereich werden nur absolut lebensrettende Maßnahmen (Atemwegssicherung, Blutstillung) durchgeführt, während die Dekontamination läuft.

4. S – Spezialkräfte und Dekontamination

Ein Gefahrstoffunfall erfordert Ressourcen, die ein normaler Rettungswagen nicht an Bord hat.

  • Die Analytik: Wir fordern über die Leitstelle den Fachberater Chemie, den ABC-Zug oder die Analytische Task Force (ATF) an. Diese Einheiten können den Stoff vor Ort exakt bestimmen.
  • Der Dekon-Platz: Für einen strukturierten Patientenabfluss muss ein Dekontaminationsplatz (Dekon-V) aufgebaut werden. Hier werden Patienten systematisch gereinigt, bevor sie in den Rettungswagen (die "reine" Zone) geladen werden.
  • Antidote: Bei bekannten Stoffen (zum Beispiel Cyaniden oder Organophosphaten) bereitet der Rettungsdienst die entsprechenden Gegengifte (Antidote) vor, die oft in speziellen Koffern auf Notarzteinsatzfahrzeugen oder in den Kliniken vorgehalten werden.

💡 MERKE:

Die GAMS-Regel ist bindend: Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung, Spezialkräfte. Anfahrt immer mit dem Wind im Rücken; der Absperrradius beträgt mindestens 50 Meter. Der Rettungsdienst betritt den Gefahrenbereich niemals ohne Spezialschutz; die Rettung erfolgt durch die Feuerwehr. Patienten müssen vor dem Transport in den Rettungswagen zwingend dekontaminiert (entkleidet und gewaschen) werden, um das Team nicht zu gefährden.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Ausschuss Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung [AFKzV] (2022). Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 (FwDV 500): Einheiten im ABC-Einsatz.(Anmerkung: Die rechtlich bindende Grundlage für alle taktischen Maßnahmen (GAMS, Absperrgrenzen, Dekontaminationsstufen) bei chemischen Gefahrenlagen in Deutschland).

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Einleitung: Brandeinsätze, Anfahrt und Verletzungsmuster

1. Anfahrt und erste Maßnahmen: Die goldene Raumordnung

Bei einem Brandeinsatz ist die Anfahrt kein Zufallsprodukt, sondern folgt einer strengen taktischen Logik. Das Rettungsdienst-Fahrzeug darf niemals die Entfaltung der Feuerwehr behindern, muss aber nah genug für die Patientenaufnahme sein.

  • Die Luv-Seite: Wir fahren die Einsatzstelle IMMER von der windzugewandten Seite (Luv) an. Der Rauch muss vom Fahrzeug wegwehen. Ein Rettungswagen im Qualm ist für die Patientenversorgung unbrauchbar.
  • Der Sicherheitsabstand: Wir halten einen Abstand von mindestens 30 bis 50 Metern zum brennenden Objekt ein, um vor Trümmerfall, platzenden Fensterscheiben oder Wärmestrahlung geschützt zu sein.
  • Fluchtwege freihalten: Parke niemals in zweiter Reihe oder vor Hydranten. Die Feuerwehr benötigt massiven Platz für Drehleitern und die Wasserversorgung.
  • Die GAMS-Regel: Auch beim Brand gilt: Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung (durch Feuerwehr), Spezialkräfte (Notarzt/SEG) nachfordern.

2. Verletzungsmuster bei Brandeinsätzen

Die Pathophysiologie bei Brandopfern ist komplex. Wir unterscheiden zwischen thermischen Schäden, chemischen Vergiftungen und mechanischen Traumata.

Das Inhalationstrauma (Der unsichtbare Killer)

Dies ist die häufigste Todesursache bei Bränden. Heiße Gase und Rußpartikel zerstören die Atemwege.

  • Thermisch: Verbrennung der oberen Atemwege führt zu massiven Ödemen (Zuschwellen).
  • Chemisch: Reizgase (Chlor, Ammoniak) zerstören die Lungenbläschen.
  • Warnzeichen: Ruß im Gesicht/Sputum, versengte Nasenhaare, Heiserkeit oder ein inspiratorischer Stridor. Hier ist die frühzeitige Intubationsbereitschaft durch den Notarzt lebensrettend.

Thermische Verletzungen (Verbrennungen)

Die Schwere der Verbrennung hängt von der Temperatur und der Einwirkzeit ab. Wir teilen sie in 4 Schweregrade ein.

Abb. 68 Einteilung der Grade bei Verbrennungen - KI Generiert

Die Intoxikation (CO und HCN)

Rauchgas enthält fast immer Kohlenmonoxid (CO) und Cyanwasserstoff (HCN / Blausäure).

  • Kohlenmonoxid: Blockiert den Sauerstofftransport im Blut (250-mal stärkere Bindung als Sauerstoff). SpO2-Werte sind hier trügerisch, da das Pulsoximeter das CO-Hämoglobin nicht von Sauerstoff-Hämoglobin unterscheiden kann!
  • Cyanid: Blockiert die Zellatmung direkt in den Mitochondrien. Der Patient erstickt innerlich trotz Sauerstoffzufuhr. Symptome sind schnelle Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand.

💡 MERKE:

Anfahrt immer von der Luv-Seite (Wind im Rücken); halte 50 Meter Abstand zum Brandobjekt.

Bei Ruß im Sputum oder versengten Nasenhaaren besteht der Verdacht auf ein Inhalationstrauma; fordere zwingend einen Notarzt nach.

Die Neunerregel nach Wallace dient der Abschätzung der verbrannten Körperoberfläche (Kopf 9 Prozent, Arme je 9 Prozent, Beine je 18 Prozent).

Normale Pulsoximetrie (SpO2) ist bei einer CO-Vergiftung nicht aussagekräftig; verlasse dich auf das klinische Bild und gebe 100 Prozent Sauerstoff.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Ausschuss Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung [AFKzV] (2022). Feuerwehr-Dienstvorschrift 1 (FwDV 1): Grundtätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz.(Anmerkung: Die zentrale Vorschrift für die Raumordnung und das Verhalten an der Brandeinsatzstelle für alle Rettungskräfte).
  • Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin [DGV] (2021). S2k-Leitlinie: Behandlung thermischer Verletzungen des Erwachsenen.(Anmerkung: Die medizinische Referenz für die Einteilung der Verbrennungsgrade und die Volumentherapie bei Brandverletzten).

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Einleitung: Besondere Notfallsituationen und Verletzungsmechanismen bei Gefahrstoffen

Wenn Chemie auf Biologie trifft

Herzlich willkommen im Grenzbereich der Toxikologie! Bei Gefahrstoffunfällen ist der Verletzungsmechanismus oft zeitversetzt und systemisch. Wir unterscheiden zwischen lokaler Zerstörung (Verätzung) und systemischer Vergiftung (Resorption). Das Ziel ist es, die spezifische Gefahr zu erkennen, bevor der Stoff den Organismus irreversibel schädigt. Hier zählt nicht nur die Rettung aus der Zone, sondern das Verständnis für die chemische Reaktion im Körper.

1. Säuren und Laugen: Die Zerstörung des Gewebes

Verätzungen sind chemische Verbrennungen, doch die Art der Zerstörung unterscheidet sich fundamental durch den pH-Wert des Stoffes.

Abb. 69 Säure und Laugen - KI Generiert
  • Taktik: Bei beiden gilt: Spülen, spülen, spülen! Die Verdünnung ist das einzige Mittel, um den $pH$-Wert an der Kontaktstelle zu neutralisieren.

2. Die Spezialfälle: Flusssäure und Phosphor

Manche Stoffe fallen aus dem Raster der normalen Verätzung und erfordern spezifische Gegenmaßnahmen (Antidote).

  • Flusssäure : Der Albtraum des Rettungsdienstes. Sie ätzt kaum an der Oberfläche, wandert aber tief ins Gewebe und bindet dort das körpereigene Kalzium. Das führt zu unerträglichen Schmerzen und tödlichen Herzrhythmusstörungen.
  • Maßnahme: Sofortiges großflächiges Einreiben mit Kalziumgluconat-Gel, um die Säure zu binden, bevor sie die Knochen erreicht.
  • Weißer Phosphor: Dieser Stoff entzündet sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff von selbst und brennt mit über 1.300 Grad Celsius. Er ist zudem hochgradig gewebetoxisch.
  • Maßnahme: Die Brandwunden müssen unter Wasser oder Luftabschluss gehalten werden, da der Phosphor sonst sofort wieder aufflammt.

3. Systemische Gifte: Blockade der Vitalfunktionen

Manche Stoffe zerstören nicht das Gewebe, sondern schalten die Software unseres Körpers ab.

  • Zyanide (Blausäure): Sie blockieren die Zellatmung in den Mitochondrien. Der Körper hat zwar genug Sauerstoff im Blut, kann ihn aber nicht verarbeiten. Der Patient erstickt bei vollem Bewusstsein auf zellulärer Ebene.
  • Organophosphate (Pflanzenschutzmittel/Kampfstoffe): Diese Stoffe blockieren das Enzym Acetylcholinesterase. Die Folge ist ein "cholinerges Syndrom": Massive Speichelproduktion, Erbrechen, Krämpfe und Atemstillstand durch eine Dauererregung der Nerven.

4. Ionisierende Strahlung: Die unsichtbare Gefahr

Radiologische Unfälle (RN-Lagen) erfordern ein Verständnis für die 3-A-Regel: Abstand halten, Aufenthaltsdauer begrenzen, Abschirmung nutzen.

  • Inkorporation: Der gefährlichste Weg. Wenn radioaktive Partikel eingeatmet oder verschluckt werden, strahlen sie direkt im Körperinneren auf die Organe.
  • Akutes Strahlensyndrom: Bei hoher Dosis kommt es innerhalb von Stunden zu Übelkeit und Erbrechen (Initialphase), gefolgt von einer Zerstörung des Knochenmarks und der Darmschleimhaut.
  • Taktik: Die Dekontamination (Entkleiden) entfernt bis zu 90 Prozent der äußeren Strahlenquellen.

💡 MERKE:

Laugen sind gefährlicher als Säuren, da sie durch Verflüssigung tiefer ins Gewebe eindringen.

Bei Flusssäure ($HF$) ist die Gabe von Kalziumgluconat lebensrettend, um systemische Herzrhythmusstörungen zu verhindern.

Pulsoximetrie ist bei Zyanid-Vergiftungen trügerisch; der Patient ist rot gefärbt (hellrote Totenflecken), erstickt aber innerlich.

Die Not-Dekontamination (Entkleiden) ist bei allen Gefahrstoffen der wichtigste Schritt, um die Resorption des Giftes zu stoppen.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Ausschuss Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung [AFKzV] (2022). Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 (FwDV 500): Einheiten im ABC-Einsatz. (Anmerkung: Die rechtlich bindende Vorschrift für das taktische Verhalten und die medizinische Erstversorgung bei chemischen und radiologischen Notfällen in Deutschland).

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Einleitung: Traumatologie: Sportverletzungen, Stürze und Penetrierende Traumata

Die Physik der Zerstörung

Herzlich willkommen in der Welt der Mechanik! In der präklinischen Traumaversorgung ist die Unfallkinetik unsere wichtigste Informationsquelle. Wir behandeln nicht nur das, was wir sehen, sondern auch das, was wir aufgrund der Krafteinwirkung vermuten müssen. Die Energie eines Aufpralls lässt sich physikalisch beschreiben, wobei die Geschwindigkeit quadratisch in die Zerstörungskraft eingeht. Schon kleine Änderungen der Fallhöhe oder der Geschwindigkeit entscheiden über den Unterschied zwischen einer Prellung und einem Polytrauma.

1. Sportverletzungen (Das Low-Energy-Trauma)

Sportverletzungen sind meistens "Low-Energy-Traumata", bei denen Hebelkräfte und Rotationen auf Gelenke und Bänder wirken. Dennoch können sie die Mobilität des Patienten nachhaltig gefährden.

  • Die PECH-Regel: Dies ist der Goldstandard der Erstversorgung bei stumpfen Verletzungen. Pause (Belastung stoppen), Eis (Kühlung zur Schmerzlinderung und Vasokonstriktion), Compression (Druckverband gegen Schwellung), Hochlagern (Rückfluss fördern).
  • Distorsionen und Luxationen: Besonders das Sprunggelenk und das Knie sind betroffen. Wichtig: Eine Luxation (ausgekugeltes Gelenk) ist immer ein medizinischer Notfall, da Gefäße und Nerven abgeklemmt sein können. Wir prüfen zwingend die pDMS (periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität).
  • Frakturen: Bei Verdacht auf Knochenbrüche erfolgt die Ruhigstellung in der vorgefundenen Lage mittels Schienen (zum Beispiel Sam-Splint oder Vakuumschiene).

2. Sturz aus großen Höhen (Axiale Belastung)

Ein Sturz gilt in der Notfallmedizin ab einer Höhe von 3 Meter als potenziell lebensbedrohlich und rechtfertigt die Alarmierung eines Notarztes.

  • Das Verletzungsmuster: Wir unterscheiden nach der Auftreffstelle.
  • Sturz auf die Füße (Don-Juan-Syndrom): Die Energie wandert axial durch den Körper. Typisch sind Kalkaneusfrakturen (Fersenbein), Trümmerbrüche der Unterschenkel, Hüftluxationsfrakturen und vor allem Kompressionsfrakturen der Lendenwirbelsäule.
  • Dezelerationstrauma: Beim abrupten Stopp auf dem Boden werden die inneren Organe in ihren Aufhängungen weiterbewegt. Dies führt oft zu einem Abriss der Aorta oder Leber- und Milzrupturen, die äußerlich nicht sichtbar sind.
  • Maßnahme: Absolute Wirbelsäulen-Immobilisation (Cervicalstütze und Spineboard/Vakuummatratze) ist bei jedem Sturz aus über 3 Meter Höhe zwingend erforderlich.

3. Penetrierende Verletzungen (Pfählungen und Stiche)

Bei penetrierenden Traumata dringt ein Gegenstand durch die Körperoberfläche in das Innere ein. Hier gilt ein eiserner taktischer Grundsatz.

  • Das In-Situ-Prinzip: Eingedrungene Gegenstände (Messer, Glasscherben, Metallstangen) werden an der Einsatzstelle NIEMALS entfernt! Der Gegenstand fungiert oft als Tamponade und verschließt verletzte Gefäße. Würden wir ihn herausziehen, könnte der Patient innerhalb von Sekunden verbluten.
  • Fixierung: Der Gegenstand wird mit Polstermaterial (zum Beispiel Verbandpäckchen oder Sam-Splints) gegen Verrutschen gesichert. Nur wenn der Gegenstand die Atemwege blockiert oder eine lebensrettende Reanimation (Herzdruckmassage) unmöglich macht, darf über eine Entfernung nachgedacht werden.
  • Schussverletzungen: Hier müssen wir immer nach einem Ein- UND einem Austrittsloch suchen. Die innere Zerstörung durch die Kavitation (Wundhöhle) ist meist um ein Vielfaches größer als die sichtbare äußere Wunde.
Abb. 70 Übersicht der Physik der Zerstörung - KI Generiert

💡 MERKE:

Ein Sturz aus über 3 Meter Höhe ist ein Notarzt-Indikator und erfordert immer die Untersuchung auf okkulte (versteckte) Blutungen.

Bei Gelenkverletzungen im Sport muss die pDMS (Puls, Durchblutung, Motorik, Sensibilität) vor und nach jeder Schienung geprüft werden.

Fremdkörper werden am Einsatzort niemals entfernt; sie werden stabilisiert und erst im OP durch den Chirurgen extrahiert.

Die PECH-Regel ist bei stumpfen Traumata effektiv, darf aber bei offenen Frakturen nur modifiziert angewendet werden (kein Eis direkt in die Wunde).

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie [DGU] (2023). S3-Leitlinie: Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung. (Anmerkung: Das zentrale Regelwerk für die Versorgung schwerer Traumata, welches die 3-Meter-Grenze bei Stürzen und die Algorithmen zur Immobilisation definiert).

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Einleitung: Amok, Terroristische Gefahr und Geiselnahme

Die Abkehr vom zivilen Standard

Herzlich willkommen in der Welt der taktischen Medizin! In einer "besonderen Einsatzlage" (bedrohte Lage) steht der Eigenschutz nicht nur an erster Stelle, er ist die absolute Voraussetzung für jedes Handeln. Das Ziel ist nicht mehr die maximale medizinische Versorgung, sondern das Überleben des Teams und die Verhinderung weiterer Opfer. Wir arbeiten hier nicht nach dem gewohnten ABCDE-Schema, sondern nach dem MARCH-Algorithmus, der die massive Blutung (Massive Hemorrhage) priorisiert.

1. Die taktischen Zonen (Raumordnung)

Die Einsatzstelle wird in 3 streng voneinander getrennte Bereiche unterteilt, in denen jeweils unterschiedliche medizinische Kompetenzen zulässig sind.

  • Hot Zone (Care Under Fire): Hier besteht eine direkte Bedrohung durch den Täter (Beschuss, Sprengfallen). Der Rettungsdienst betritt diese Zone NIEMALS. Medizinische Maßnahmen sind hier fast unmöglich; die einzige Maßnahme ist das Anlegen eines Tourniquets zur Selbstrettung oder durch polizeiliche Spezialkräfte.
  • Warm Zone (Tactical Field Care): Hier besteht eine indirekte Bedrohung (der Täter ist im Gebäude, aber nicht im Raum). Die Polizei sichert den Bereich ("Sichern und Halten"). Der Rettungsdienst arbeitet hier nur in enger Absprache und oft unter dem physischen Schutz bewaffneter Kräfte. Maßnahmen beschränken sich auf das Wesentliche (MARCH).
  • Cold Zone (Tactical Evacuation Care): Der gesicherte Bereich außerhalb der Reichweite des Täters. Hier befinden sich die Patientenablage und die Patientenladezone. Hier erfolgt die gewohnte rettungsdienstliche Versorgung und die Triage.

2. Der MARCH-Algorithmus

In taktischen Lagen sterben Menschen meist an 3 vermeidbaren Ursachen: Verbluten an Extremitäten, Spannungspneumothorax oder Atemwegsverlegung.

  • M – Massive Hemorrhage: Stoppen von massiven, spritzenden Blutungen an Armen und Beinen durch das sofortige und konsequente Anlegen eines Tourniquets (High and Tight).
  • A – Airway: Freimachen der Atemwege (stabilisieren in Seitenlage, kein langes Intubieren unter Bedrohung).
  • R – Respiration: Abdichten von offenen Brustkorbverletzungen (Chest Seal) zur Verhinderung eines Spannungspneumothorax.
  • C – Circulation: Prüfung der Pulse, Schockbekämpfung (Wärmeerhalt).
  • H – Hypothermia / Head: Schutz vor Auskühlung und Kontrolle auf Kopfverletzungen.

3. Verhalten und Kommunikation (Eigenschutz)

In einer Amok- oder Terrorlage ist Diskretion deine Lebensversicherung.

  • Die Anfahrt: Wir fahren die Einsatzstelle ohne Sondersignal (Licht und Horn) an, sobald wir uns im Nahbereich befinden. Wir wollen den Täter nicht auf unsere Ankunft aufmerksam machen.
  • Der Bereitstellungsraum: Der Rettungsdienst sammelt sich an einem sicheren Ort außer Sicht- und Schussweite. Wir warten dort auf die offizielle Freigabe durch den polizeilichen Einsatzleiter.
  • Funkdisziplin: Wir funken kurz, präzise und ohne Emotionen. Wir geben keine Standorte von Polizeikräften über den offenen Funk durch.
  • Lichtdisziplin: In der Nacht bleibt das Fahrzeug dunkel. Keine Innenbeleuchtung, keine Taschenlampen, die uns als Ziel markieren könnten.

4. Zusammenarbeit mit der Polizei

Bei Geiselnahmen oder Amoklagen hat die Polizei die absolute Einsatzleitung. Der Rettungsdienst ist eine unterstützende Ressource.

  • Spezialeinheiten (SEK/MEK): Diese Einheiten verfügen oft über eigene taktische Sanitäter (Tactical Medics), die Verletzte aus der Hot Zone in die Warm Zone bringen. Wir übernehmen die Patienten erst an einer gesicherten Übergabestelle.
  • Triage unter Bedrohung: Die Sichtung erfolgt oft im Schnelldurchlauf. Wer gehfähig ist, muss sich selbstständig in den gesicherten Bereich begeben, um die Ressourcen für die Schwerstverletzten frei zu halten.

💡 MERKE:

In der Hot Zone erfolgt keine medizinische Hilfe durch den zivilen Rettungsdienst; Eigenschutz ist hier das einzige Ziel. Der MARCH-Algorithmus ersetzt das ABCDE-Schema; das Tourniquet ist das wichtigste Werkzeug. Anfahrt und Bereitstellung erfolgen ohne Sondersignale und außer Sichtweite des Täters. Patienten werden erst nach der polizeilichen Freigabe der Warm Zone oder an der Übergabestelle zur Cold Zone übernommen.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Committee on Tactical Emergency Casualty Care [Co-TECC] (2023). Tactical Emergency Casualty Care (TECC) Guidelines for First Care Providers and EMS.(Anmerkung: Das internationale Standardwerk, welches die Aufteilung in Hot, Warm und Cold Zone sowie den MARCH-Algorithmus für den zivilen Bereich definiert).
  • TREMA e.V. (2022). Taktische Medizin: Notfallversorgung in polizeilichen und militärischen Extremsituationen.(Anmerkung: Die führende Fachgesellschaft in Deutschland für die Ausbildung von Rettungskräften in Amok- und Terrorlagen).

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Einleitung: Naturereignisse und Flächenlagen

Wenn die Infrastruktur kapituliert

Herzlich willkommen im Ausnahmezustand! Bei schweren Naturereignissen wie Stürmen, Hochwasser oder extremen Hitzewellen stoßen die regulären Strukturen des Rettungsdienstes an ihre Kapazitätsgrenzen. Wir sprechen hier von einer "Überlastung der Regelversorgung". In diesen Momenten entscheiden nicht mehr medizinische Leitlinien allein, sondern die Fähigkeit zur Priorisierung (Triage) und die enge Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutz.

1. Sturm und Orkan: Die Gefahr von oben

Sturmlagen zeichnen sich durch eine hohe Frequenz an Notrufen innerhalb kürzester Zeit aus.

  • Eigensicherung: Das Rettungsteam verlässt das Fahrzeug nur, wenn keine unmittelbare Gefahr durch herabstürzende Dachziegel oder umstürzende Bäume besteht. Bei Windstärken ab 10 Beaufort (schwerer Sturm) wird der Einsatzbetrieb im Freien oft eingestellt, um das Personal nicht zu gefährden.
  • Verletzungsmuster: Wir rechnen primär mit stumpfen Traumata durch herumfliegende Trümmer oder Quetschungen durch umgestürzte Bäume.
  • Taktik: Rettungswagen werden in sicherem Abstand zu Wäldern oder hohen Gebäuden positioniert. Die Kommunikation erfolgt oft über örtliche Befehlsstellen, da die Leitstellen bei hunderten Notrufen pro Stunde keine detaillierte Einweisung mehr leisten können.

2. Hochwasser und Sturzfluten: Die nasse Gefahr

Hochwasserereignisse sind langwierig und bringen spezifische medizinische und hygienische Probleme mit sich.

  • Infektionsgefahr: Flutwasser ist meist massiv mit Fäkalien, Heizöl und Industriechemikalien kontaminiert. Jede kleine Wunde muss sofort desinfiziert werden.
  • Hypothermie: Auch im Sommer führt langes Stehen im Wasser zu einer Unterkühlung. Der Rettungsdienst muss große Mengen an Decken und Wärmeerhaltungssystemen bereithalten.
  • Natech-Komponente: Auslaufendes Heizöl aus Kellern oder instabile Gastanks machen viele Flutgebiete zu kleinen Gefahrstoff-Einsatzstellen. Wir beachten hier zwingend die Zündquellenvermeidung.

3. Extremhitze: Der schleichende Massenanfall

Hitzewellen werden oft unterschätzt, fordern aber statistisch die meisten Todesopfer unter den Naturereignissen.

  • Hitzschlag vs. Hitzeerschöpfung: Wir unterscheiden zwischen der Hitzeerschöpfung (kühle, feuchte Haut, Puls hoch) und dem lebensgefährlichen Hitzschlag (Körpertemperatur über 40 Grad Celsius, trockene Haut, Bewusstseinstrübung).
  • Flüssigkeitsmanagement: Der Rettungsdienst muss bei Hitzeperioden seine Vorräte an Infusionslösungen massiv aufstocken.
  • Logistik: Wir richten mobile Versorgungsstationen (Cooling Stations) ein, um die Krankenhäuser vor einer Überlastung durch dehydrierte Senioren zu schützen.

4. Taktische Maßnahmen bei Flächenlagen

In der Katastrophenmedizin gelten andere Prioritäten als im Alltag.

  • Priorisierung: Nicht jeder umgeknickte Baum führt zu einem Einsatz. Die Leitstelle oder der Einsatzleiter vor Ort filtert nach Lebensgefahr. Bagatellverletzungen müssen warten oder werden an Sammelstellen behandelt.
  • Ressourcenschonung: Ein Rettungswagen wird nicht für 3 Stunden an einer Einsatzstelle gebunden, wenn hunderte andere Notrufe offen sind. Wir streben einen schnellen Umschlag und den Einsatz von Krankentransportwagen für leichtere Fälle an.
  • Schnittstelle Technik: Wir arbeiten eng mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr zusammen. Diese schaffen uns den Zugang zu den Patienten, den wir mit unseren Mitteln nicht erreichen könnten.

💡 MERKE:

Bei Naturereignissen gilt: Eigenschutz vor Schnelligkeit; bei Sturmgefahr verbleibt das Team im geschützten Fahrzeug. Hochwasser ist immer als Gefahrstofflage zu betrachten (Öle, Fäkalien, Chemikalien).Der Hitzschlag ist ein absoluter Notfall mit hoher Letalität; sofortige Kühlung und Volumensubstitution sind lebensrettend. Flächenlagen erfordern eine radikale Priorisierung; der Rettungsdienst konzentriert sich ausschließlich auf unmittelbare Lebensgefahr.

Literatur und Quellen für dieses Modul

  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe [BBK] (2022). Bausteine für ein wirksames Hitzemanagement im Rettungsdienst.(Anmerkung: Das zentrale Dokument zur Vorbereitung des Rettungsdienstes auf extreme Wetterlagen und die medizinische Behandlung thermischer Notfälle).

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