Herzlich willkommen in der Welt der Atmung! Das respiratorische System hat eine einzige, aber hochkomplexe Hauptaufgabe: den Gasaustausch. Es muss frischen Sauerstoff aus der Umgebungsluft in das Blut aufnehmen (Oxygenierung) und das giftige Abfallprodukt Kohlendioxid aus dem Blut in die Umgebungsluft abatmen (Ventilation). Wenn dieser Prozess gestört ist, ersticken die Zellen unseres Körpers.
Eine Störung der Atmung bedeutet, dass das Angebot an Sauerstoff nicht mehr ausreicht, um den Bedarf der Organe zu decken, oder dass Kohlendioxid nicht mehr ausreichend abgeatmet werden kann. Dies kann auf 3 Ebenen passieren:
Wenn die Störung so massiv wird, dass die Blutgaswerte entgleisen, sprechen wir von einer respiratorischen Insuffizienz. Die Medizin teilt dieses Versagen in 2 klare Typen ein, die für unsere Therapie entscheidend sind.
Wir können den Kohlendioxid-Wert auf der Straße ohne Blutgasanalyse (BGA) nicht direkt messen (außer beim intubierten Patienten über die Kapnografie). Wir müssen daher das Atemmuster des Patienten beobachten. Die Art und Weise, wie jemand atmet, verrät uns enorm viel über die Ursache der Störung!
💡 MERKE:
Die Partialinsuffizienz (Typ 1) ist ein reines Sauerstoffproblem (zu wenig Sauerstoff).Die Globalinsuffizienz (Typ 2) ist ein Pumpversagen der Lunge (zu wenig Sauerstoff UND zu viel giftiges Kohlendioxid).Das Atemmuster ist unser bestes präklinisches Diagnostik-Tool. Cheyne-Stokes, Biot und langsame Atmung deuten meist auf ein Problem im Gehirn hin, Kussmaul-Atmung auf ein Stoffwechselproblem!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur Übersicht der pulmonalen Notfälle! Die Lunge ist unser Gasaustausch-Organ. Damit Sauerstoff ins Blut und Kohlendioxid aus dem Blut gelangen kann, müssen die Atemwege frei, die Lungenbläschen intakt und der Unterdruck im Brustkorb stabil sein. Die folgenden 4 Krankheitsbilder greifen genau diese unterschiedlichen Strukturen an und zwingen uns im Rettungsdienst zu völlig unterschiedlichen Therapiestrategien. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Tiefenbohrungen.
Hier liegt das Problem tief unten in den Lungenbläschen (Alveolen) oder im dazwischenliegenden Gewebe.
Hier liegt das Problem in der dauerhaften (chronischen) Zerstörung der Atemwege und der Lungenbläschen, fast immer ausgelöst durch jahrelanges Rauchen.
Hier liegt das Problem in einer extremen Überempfindlichkeit der Atemwege. Im Gegensatz zur COPD ist diese Erkrankung in der Regel anfallsartig und reversibel (umkehrbar).
Hier ist das Lungengewebe an sich oft gesund, aber die Mechanik der Atmung ist durchbrochen. Die Lunge ist wie ein Luftballon, der durch einen Unterdruck im Brustkorb aufgespannt wird.
💡 MERKE:
Diese 4 Erkrankungen bilden unser Inhaltsverzeichnis. Bei Pneumonie/Pneumonitis ist die Lunge entzündet und voller Flüssigkeit. Bei COPD ist die Lunge strukturell zerstört und überbläht (Ausatemproblem).Bei Asthma ist der Atemweg akut verkrampft und verschleimt. Beim Pneumothorax fällt die Lunge durch ein mechanisches Loch in sich zusammen.
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen tief im Lungengewebe! Damit Sauerstoff in unser Blut gelangen kann, müssen die hauchdünnen Wände der Lungenbläschen frei und trocken sein. Wenn sich dieses Gewebe entzündet, schwillt es an und füllt sich mit Flüssigkeit, Eiter oder Blut. Der Gasaustausch wird genau an diesen Stellen blockiert, und das Blut fließt unoxygeniert am Gewebe vorbei (sogenannter Rechts-Links-Shunt). Der Patient atmet schwer, erstickt aber schleichend.
Beide Krankheitsbilder führen zu einer Entzündung der Lunge, aber der Auslöser trennt sie grundlegend.
Eine Pneumonie entwickelt sich meist über Tage, während eine Pneumonitis (zum Beispiel nach einer Aspiration) rasend schnell, oft innerhalb von Stunden, zu massiver Atemnot führt.
Wir können die Entzündung im Rettungsdienst nicht heilen (Antibiotika werden meist erst in der Klinik gegeben). Unser Ziel ist es, die Sauerstoffversorgung zu sichern und Begleitkomplikationen abzuwenden.
💡 MERKE:
Die Pneumonie ist durch Bakterien oder Viren bedingt, die Pneumonitis durch chemische Reizstoffe (wie Magensäure).Leitsymptome sind Fieber, Atemnot, produktiver Husten und Rasselgeräusche beim Abhören.Die wichtigste präklinische Gefahr neben dem Ersticken ist der drohende Kreislaufzusammenbruch durch eine Sepsis!Die Basistherapie besteht aus Oberkörperhochlage und Sauerstoffgabe.
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur absoluten Volkskrankheit der Lunge! COPD ist ein Sammelbegriff für eine chronische Erkrankung, die durch eine dauerhafte, nicht vollständig reversible Verengung (Obstruktion) der Atemwege gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zum Asthma, das anfallsartig auftritt und im Intervall oft symptomfrei ist, schreitet die COPD immer weiter fort (progredienter Verlauf). Die Erläuterungen des BPR machen es deutlich: Sie betrifft fast ausschließlich ältere Patienten (meist ab dem 5. oder 6. Lebensjahrzehnt) und hat als Hauptrisikofaktor das Tabakrauchen.
Die COPD besteht meist aus 2 zerstörerischen Komponenten, die das Ausatmen zur Qual machen.
Wenn sich der chronische Zustand plötzlich massiv verschlechtert (meist ausgelöst durch einen banalen Atemwegsinfekt oder Wetterumschwung), sprechen wir von einer akuten Exazerbation (AECOPD). Der Patient droht zu ersticken (respiratorische Globalinsuffizienz).
Der Behandlungspfad der 6-Länder-AG gibt uns ein messerscharfes Schwert zur medikamentösen Bekämpfung der Obstruktion in die Hand.
Hier unterscheidet der Algorithmus strikt zwischen Asthma und COPD!
💡 MERKE:
Die COPD ist chronisch und fortschreitend (Raucher, meist ab dem 50. Lebensjahr). Das Hauptproblem ist das Ausatmen durch Schleim und Lungenüberblähung. Vor der Vernebelung von Salbutamol (2,5 Milligramm) und Ipratropium (0,5 Milligramm) muss zwingend eine symptomatische Tachykardie ausgeschlossen werden! Bei COPD gilt das Hyperkapnierisiko: Der Zielwert für die Sauerstoffsättigung liegt strikt bei 88 bis 92 Prozent. Bei Erschöpfung rettet die NIV-Beatmung dem Patienten das Leben!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zum Asthma bronchiale! Im Gegensatz zur COPD, die eine dauerhaft zerstörte Lunge hinterlässt, ist das Asthma eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch eine variable (umkehrbare) Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Zwischen den Anfällen ist die Lunge oft völlig gesund. Die Erkrankung beginnt meist schon im Kindes- oder Jugendalter (siehe BPR Erläuterungen) und wird häufig durch Allergien (Pollen, Tierhaare) oder Kälte, Stress und Infekte ausgelöst.
Wenn ein Asthmatiker mit seinem Auslöser (Trigger) in Kontakt kommt, reagieren die Bronchien sofort und extrem aggressiv. Die Medizin fasst diese Reaktion in der Asthma-Trias zusammen:
Genau wie bei der COPD führt dies primär zu einem massiven Problem beim Ausatmen. Der Patient "pfeift" aus dem letzten Loch (exspiratorischer Stridor / Giemen).
Ein normaler Asthmaanfall lässt sich oft durch das eigene Notfallspray des Patienten beenden. Hilft dieses nicht mehr, und der Anfall dauert über Stunden an, sprechen wir vom lebensgefährlichen Status asthmaticus.
Wir greifen hier auf denselben Behandlungsalgorithmus der 6-Länder-AG wie bei der COPD zurück. Unser Ziel ist es, die verkrampfte Muskulatur (Spasmus) sofort zu lösen.
💡 MERKE:
Das Asthma ist ein reversibler (umkehrbarer) Krampf der Bronchien (Asthma-Trias: Spasmus, Schwellung, Schleim).Es betrifft oft jüngere Patienten und tritt anfallsartig auf. Das absolute Alarmzeichen ist die Stumme Lunge (Silent Lung)!Die Therapie erfolgt über die Vernebelung von Salbutamol und Ipratropium, sofern das Herz stabil ist. Im Gegensatz zur COPD gilt hier: Viel Sauerstoff hilft viel (Ziel über 92 Prozent)!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur Mechanik der Atmung! Unsere Lunge besitzt keine eigenen Muskeln, um sich aufzupumpen. Sie ist von einem hauchdünnen Fell (dem Lungenfell) überzogen. Die Innenseite unseres Brustkorbs ist ebenfalls von einem Fell (dem Rippenfell) überzogen. Zwischen diesen beiden Fellen befindet sich der Pleuraspalt, in dem ein absoluter Unterdruck (Vakuum) herrscht. Wenn sich der Brustkorb durch die Atemmuskulatur weitet, saugt dieses Vakuum die Lunge wie einen Saugnapf mit nach außen, und Luft strömt ein. Beim Pneumothorax kommt Luft in diesen Spalt, das Vakuum bricht zusammen, und die Lunge kollabiert.
Der Begriff "Spontanpneumothorax" bedeutet, dass dieses Loch nicht durch äußere Gewalteinwirkung (wie einen Messerstich oder einen Rippenbruch) entstanden ist, sondern von innen heraus geplatzt ist.
Der Riss passiert meist schlagartig. Da der Unterdruck sofort verloren geht, fällt der betroffene Lungenflügel in sich zusammen und nimmt nicht mehr am Gasaustausch teil.
Das ist der absolute Albtraum und ein Reanimationsgrund innerhalb von Minuten! Aus einem einfachen Pneumothorax kann sich schlagartig ein Spannungspneumothorax (Ventilpneumothorax) entwickeln.
Die Therapie richtet sich streng danach, ob ein einfacher oder ein Spannungspneumothorax vorliegt.
💡 MERKE:
Der Spontanpneumothorax entsteht durch geplatzte Bläschen auf der Lunge. Die Lunge fällt in sich zusammen. Leitsymptome sind einseitiger, stechender Schmerz und ein fehlendes Atemgeräusch. Der Spannungspneumothorax ist ein tödlicher Ventilmechanismus, der die großen Venen abdrückt (Schock, gestaute Halsvenen).Die Akuttherapie beim Spannungs-PTX ist die sofortige Entlastungspunktion mit einer Nadel!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen bei den speziellen Atemwegsnotfällen! Neben den strukturellen Schäden der Lunge gibt es Situationen, in denen das System von außen aus dem Takt gebracht wird. Entweder steuert das Gehirn durch Panik die Atmung völlig falsch (Hyperventilation), oder wir atmen Stoffe ein, die den Gasaustausch auf chemischer Ebene blockieren oder die Atemwege verätzen (Inhalationstrauma). Beide Notfälle erfordern viel Fingerspitzengefühl und ein fundiertes Verständnis der Blutgase.
Dies ist ein klassischer und sehr häufiger Notfall. Der Patient atmet nicht zu wenig, sondern viel zu viel und viel zu tief! Meistens wird dies durch extreme psychische Belastung, Panik, Schmerz oder Angst ausgelöst.
Das absolute Gegenteil der psychogenen Hyperventilation ist das Inhalationstrauma (zum Beispiel nach einem Wohnungsbrand). Hier ist die Lunge toxischen Gasen und extremer Hitze ausgesetzt.
💡 MERKE:
Hyperventilation führt zu einem Abfall von Kohlendioxid, das Blut wird basisch, Calcium verschwindet, und die Muskeln verkrampfen (Pfötchenstellung).Jede Hyperventilation ist bis zum Beweis des Gegenteils organisch abzuklären (Ausschluss Lungenembolie!).Beim Inhalationstrauma zeigt das SpO2-Gerät bei Kohlenmonoxid oft fälschlich 100 Prozent an. Die Therapie bei Brandgasen ist immer maximaler Sauerstoff (15 Liter mit Reservoir)!
Herzlich willkommen in der Welt der Atmung! Das respiratorische System hat eine einzige, aber hochkomplexe Hauptaufgabe: den Gasaustausch. Es muss frischen Sauerstoff aus der Umgebungsluft in das Blut aufnehmen (Oxygenierung) und das giftige Abfallprodukt Kohlendioxid aus dem Blut in die Umgebungsluft abatmen (Ventilation). Wenn dieser Prozess gestört ist, ersticken die Zellen unseres Körpers.
Eine Störung der Atmung bedeutet, dass das Angebot an Sauerstoff nicht mehr ausreicht, um den Bedarf der Organe zu decken, oder dass Kohlendioxid nicht mehr ausreichend abgeatmet werden kann. Dies kann auf 3 Ebenen passieren:
Wenn die Störung so massiv wird, dass die Blutgaswerte entgleisen, sprechen wir von einer respiratorischen Insuffizienz. Die Medizin teilt dieses Versagen in 2 klare Typen ein, die für unsere Therapie entscheidend sind.
Wir können den Kohlendioxid-Wert auf der Straße ohne Blutgasanalyse (BGA) nicht direkt messen (außer beim intubierten Patienten über die Kapnografie). Wir müssen daher das Atemmuster des Patienten beobachten. Die Art und Weise, wie jemand atmet, verrät uns enorm viel über die Ursache der Störung!
💡 MERKE:
Die Partialinsuffizienz (Typ 1) ist ein reines Sauerstoffproblem (zu wenig Sauerstoff).Die Globalinsuffizienz (Typ 2) ist ein Pumpversagen der Lunge (zu wenig Sauerstoff UND zu viel giftiges Kohlendioxid).Das Atemmuster ist unser bestes präklinisches Diagnostik-Tool. Cheyne-Stokes, Biot und langsame Atmung deuten meist auf ein Problem im Gehirn hin, Kussmaul-Atmung auf ein Stoffwechselproblem!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur Übersicht der pulmonalen Notfälle! Die Lunge ist unser Gasaustausch-Organ. Damit Sauerstoff ins Blut und Kohlendioxid aus dem Blut gelangen kann, müssen die Atemwege frei, die Lungenbläschen intakt und der Unterdruck im Brustkorb stabil sein. Die folgenden 4 Krankheitsbilder greifen genau diese unterschiedlichen Strukturen an und zwingen uns im Rettungsdienst zu völlig unterschiedlichen Therapiestrategien. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Tiefenbohrungen.
Hier liegt das Problem tief unten in den Lungenbläschen (Alveolen) oder im dazwischenliegenden Gewebe.
Hier liegt das Problem in der dauerhaften (chronischen) Zerstörung der Atemwege und der Lungenbläschen, fast immer ausgelöst durch jahrelanges Rauchen.
Hier liegt das Problem in einer extremen Überempfindlichkeit der Atemwege. Im Gegensatz zur COPD ist diese Erkrankung in der Regel anfallsartig und reversibel (umkehrbar).
Hier ist das Lungengewebe an sich oft gesund, aber die Mechanik der Atmung ist durchbrochen. Die Lunge ist wie ein Luftballon, der durch einen Unterdruck im Brustkorb aufgespannt wird.
💡 MERKE:
Diese 4 Erkrankungen bilden unser Inhaltsverzeichnis. Bei Pneumonie/Pneumonitis ist die Lunge entzündet und voller Flüssigkeit. Bei COPD ist die Lunge strukturell zerstört und überbläht (Ausatemproblem).Bei Asthma ist der Atemweg akut verkrampft und verschleimt. Beim Pneumothorax fällt die Lunge durch ein mechanisches Loch in sich zusammen.
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen tief im Lungengewebe! Damit Sauerstoff in unser Blut gelangen kann, müssen die hauchdünnen Wände der Lungenbläschen frei und trocken sein. Wenn sich dieses Gewebe entzündet, schwillt es an und füllt sich mit Flüssigkeit, Eiter oder Blut. Der Gasaustausch wird genau an diesen Stellen blockiert, und das Blut fließt unoxygeniert am Gewebe vorbei (sogenannter Rechts-Links-Shunt). Der Patient atmet schwer, erstickt aber schleichend.
Beide Krankheitsbilder führen zu einer Entzündung der Lunge, aber der Auslöser trennt sie grundlegend.
Eine Pneumonie entwickelt sich meist über Tage, während eine Pneumonitis (zum Beispiel nach einer Aspiration) rasend schnell, oft innerhalb von Stunden, zu massiver Atemnot führt.
Wir können die Entzündung im Rettungsdienst nicht heilen (Antibiotika werden meist erst in der Klinik gegeben). Unser Ziel ist es, die Sauerstoffversorgung zu sichern und Begleitkomplikationen abzuwenden.
💡 MERKE:
Die Pneumonie ist durch Bakterien oder Viren bedingt, die Pneumonitis durch chemische Reizstoffe (wie Magensäure).Leitsymptome sind Fieber, Atemnot, produktiver Husten und Rasselgeräusche beim Abhören.Die wichtigste präklinische Gefahr neben dem Ersticken ist der drohende Kreislaufzusammenbruch durch eine Sepsis!Die Basistherapie besteht aus Oberkörperhochlage und Sauerstoffgabe.
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur absoluten Volkskrankheit der Lunge! COPD ist ein Sammelbegriff für eine chronische Erkrankung, die durch eine dauerhafte, nicht vollständig reversible Verengung (Obstruktion) der Atemwege gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zum Asthma, das anfallsartig auftritt und im Intervall oft symptomfrei ist, schreitet die COPD immer weiter fort (progredienter Verlauf). Die Erläuterungen des BPR machen es deutlich: Sie betrifft fast ausschließlich ältere Patienten (meist ab dem 5. oder 6. Lebensjahrzehnt) und hat als Hauptrisikofaktor das Tabakrauchen.
Die COPD besteht meist aus 2 zerstörerischen Komponenten, die das Ausatmen zur Qual machen.
Wenn sich der chronische Zustand plötzlich massiv verschlechtert (meist ausgelöst durch einen banalen Atemwegsinfekt oder Wetterumschwung), sprechen wir von einer akuten Exazerbation (AECOPD). Der Patient droht zu ersticken (respiratorische Globalinsuffizienz).
Der Behandlungspfad der 6-Länder-AG gibt uns ein messerscharfes Schwert zur medikamentösen Bekämpfung der Obstruktion in die Hand.
Hier unterscheidet der Algorithmus strikt zwischen Asthma und COPD!
💡 MERKE:
Die COPD ist chronisch und fortschreitend (Raucher, meist ab dem 50. Lebensjahr). Das Hauptproblem ist das Ausatmen durch Schleim und Lungenüberblähung. Vor der Vernebelung von Salbutamol (2,5 Milligramm) und Ipratropium (0,5 Milligramm) muss zwingend eine symptomatische Tachykardie ausgeschlossen werden! Bei COPD gilt das Hyperkapnierisiko: Der Zielwert für die Sauerstoffsättigung liegt strikt bei 88 bis 92 Prozent. Bei Erschöpfung rettet die NIV-Beatmung dem Patienten das Leben!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zum Asthma bronchiale! Im Gegensatz zur COPD, die eine dauerhaft zerstörte Lunge hinterlässt, ist das Asthma eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch eine variable (umkehrbare) Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Zwischen den Anfällen ist die Lunge oft völlig gesund. Die Erkrankung beginnt meist schon im Kindes- oder Jugendalter (siehe BPR Erläuterungen) und wird häufig durch Allergien (Pollen, Tierhaare) oder Kälte, Stress und Infekte ausgelöst.
Wenn ein Asthmatiker mit seinem Auslöser (Trigger) in Kontakt kommt, reagieren die Bronchien sofort und extrem aggressiv. Die Medizin fasst diese Reaktion in der Asthma-Trias zusammen:
Genau wie bei der COPD führt dies primär zu einem massiven Problem beim Ausatmen. Der Patient "pfeift" aus dem letzten Loch (exspiratorischer Stridor / Giemen).
Ein normaler Asthmaanfall lässt sich oft durch das eigene Notfallspray des Patienten beenden. Hilft dieses nicht mehr, und der Anfall dauert über Stunden an, sprechen wir vom lebensgefährlichen Status asthmaticus.
Wir greifen hier auf denselben Behandlungsalgorithmus der 6-Länder-AG wie bei der COPD zurück. Unser Ziel ist es, die verkrampfte Muskulatur (Spasmus) sofort zu lösen.
💡 MERKE:
Das Asthma ist ein reversibler (umkehrbarer) Krampf der Bronchien (Asthma-Trias: Spasmus, Schwellung, Schleim).Es betrifft oft jüngere Patienten und tritt anfallsartig auf. Das absolute Alarmzeichen ist die Stumme Lunge (Silent Lung)!Die Therapie erfolgt über die Vernebelung von Salbutamol und Ipratropium, sofern das Herz stabil ist. Im Gegensatz zur COPD gilt hier: Viel Sauerstoff hilft viel (Ziel über 92 Prozent)!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen zur Mechanik der Atmung! Unsere Lunge besitzt keine eigenen Muskeln, um sich aufzupumpen. Sie ist von einem hauchdünnen Fell (dem Lungenfell) überzogen. Die Innenseite unseres Brustkorbs ist ebenfalls von einem Fell (dem Rippenfell) überzogen. Zwischen diesen beiden Fellen befindet sich der Pleuraspalt, in dem ein absoluter Unterdruck (Vakuum) herrscht. Wenn sich der Brustkorb durch die Atemmuskulatur weitet, saugt dieses Vakuum die Lunge wie einen Saugnapf mit nach außen, und Luft strömt ein. Beim Pneumothorax kommt Luft in diesen Spalt, das Vakuum bricht zusammen, und die Lunge kollabiert.
Der Begriff "Spontanpneumothorax" bedeutet, dass dieses Loch nicht durch äußere Gewalteinwirkung (wie einen Messerstich oder einen Rippenbruch) entstanden ist, sondern von innen heraus geplatzt ist.
Der Riss passiert meist schlagartig. Da der Unterdruck sofort verloren geht, fällt der betroffene Lungenflügel in sich zusammen und nimmt nicht mehr am Gasaustausch teil.
Das ist der absolute Albtraum und ein Reanimationsgrund innerhalb von Minuten! Aus einem einfachen Pneumothorax kann sich schlagartig ein Spannungspneumothorax (Ventilpneumothorax) entwickeln.
Die Therapie richtet sich streng danach, ob ein einfacher oder ein Spannungspneumothorax vorliegt.
💡 MERKE:
Der Spontanpneumothorax entsteht durch geplatzte Bläschen auf der Lunge. Die Lunge fällt in sich zusammen. Leitsymptome sind einseitiger, stechender Schmerz und ein fehlendes Atemgeräusch. Der Spannungspneumothorax ist ein tödlicher Ventilmechanismus, der die großen Venen abdrückt (Schock, gestaute Halsvenen).Die Akuttherapie beim Spannungs-PTX ist die sofortige Entlastungspunktion mit einer Nadel!
_____________________________________________________________________________________
Herzlich willkommen bei den speziellen Atemwegsnotfällen! Neben den strukturellen Schäden der Lunge gibt es Situationen, in denen das System von außen aus dem Takt gebracht wird. Entweder steuert das Gehirn durch Panik die Atmung völlig falsch (Hyperventilation), oder wir atmen Stoffe ein, die den Gasaustausch auf chemischer Ebene blockieren oder die Atemwege verätzen (Inhalationstrauma). Beide Notfälle erfordern viel Fingerspitzengefühl und ein fundiertes Verständnis der Blutgase.
Dies ist ein klassischer und sehr häufiger Notfall. Der Patient atmet nicht zu wenig, sondern viel zu viel und viel zu tief! Meistens wird dies durch extreme psychische Belastung, Panik, Schmerz oder Angst ausgelöst.
Das absolute Gegenteil der psychogenen Hyperventilation ist das Inhalationstrauma (zum Beispiel nach einem Wohnungsbrand). Hier ist die Lunge toxischen Gasen und extremer Hitze ausgesetzt.
💡 MERKE:
Hyperventilation führt zu einem Abfall von Kohlendioxid, das Blut wird basisch, Calcium verschwindet, und die Muskeln verkrampfen (Pfötchenstellung).Jede Hyperventilation ist bis zum Beweis des Gegenteils organisch abzuklären (Ausschluss Lungenembolie!).Beim Inhalationstrauma zeigt das SpO2-Gerät bei Kohlenmonoxid oft fälschlich 100 Prozent an. Die Therapie bei Brandgasen ist immer maximaler Sauerstoff (15 Liter mit Reservoir)!