Herzlich willkommen in der inneren Medizin! Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Primärharn, um unseren Körper von Giftstoffen (Urämie) zu befreien und den Wasserhaushalt zu steuern. Da Nieren keine Schmerzrezeptoren im Gewebe haben (nur in der Kapsel), verläuft ein Nierenversagen oft völlig schmerzfrei. Wir erkennen den Notfall auf der Straße meist erst dann, wenn die Folgeerscheinungen – wie eine Überwässerung der Lunge oder lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen – akut bedrohlich werden.
Ein akutes Nierenversagen ist der plötzliche (innerhalb von Stunden bis Tagen) Einbruch der Nierenfunktion. Es ist oft reversibel, wenn wir die Ursache schnell beheben. Wir teilen die Ursachen in 3 Kategorien ein.
Die CNI ist der schleichende, unaufhaltsame und irreversible Verlust der Nierenfunktion über Monate oder Jahre. Die Hauptursachen sind langjähriger Bluthochdruck und Diabetes mellitus.
Dies ist die gefährlichste, akut lebensbedrohliche Komplikation des Nierenversagens.
💡 MERKE:
Das Prärenale ANV entsteht durch Volumenmangel oder Schock; hier ist eine bedarfsgerechte Flüssigkeitstherapie essenziell. An einem Arm mit einem Dialyse-Shunt darf niemals der Blutdruck gemessen oder punktiert werden! Überwässerung durch verpasste Dialyse führt oft zu einem akuten kardialen Lungenödem (Atemnot, Rasselgeräusche).Ein Nierenversagen führt zur Hyperkaliämie; ein 12 Kanal EKG ist Pflicht, um lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen (Zelt-T, verbreiterter QRS) frühzeitig zu erkennen.
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Herzlich willkommen in der extrakorporalen Blutreinigung! Das Ziel jeder Dialyse ist es, wasserlösliche Giftstoffe (wie Harnstoff und Kreatinin) sowie überschüssiges Wasser und lebensgefährliches Kalium aus dem Blut zu entfernen. Dies geschieht durch 2 physikalische Grundprinzipien: Die Diffusion (Teilchen wandern von einem Ort hoher Konzentration zu einem Ort niedriger Konzentration) und die Osmose beziehungsweise Ultrafiltration (Wasser wird durch eine Membran gezogen). In Deutschland gibt es primär 2 Verfahren, um diese Physik am Patienten anzuwenden.
Dies ist das absolute Standardverfahren für die meisten chronisch nierenkranken Patienten. Das Blut wird außerhalb des Körpers in einer Maschine gereinigt.
Dieses Verfahren wird oft von den Patienten selbstständig zu Hause (häufig über Nacht) durchgeführt. Es kommt ganz ohne externe Blutpumpe aus.
Patienten an der Dialyse sind extrem fragil. Das ständige Schwanken ihres Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts provoziert klassische Notfallszenarien.
💡 MERKE:
Die Hämodialyse reinigt das Blut extern an einer Maschine (meist 3 Mal pro Woche über einen Shunt).Die Peritonealdialyse nutzt das körpereigene Bauchfell als Filter und wird täglich vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt. Eine Shunt-Blutung ist lebensgefährlich; es muss sofort massiver, manueller Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Dialyse-Katheter (am Hals) und der Shunt-Arm sind absolute Tabu-Zonen für Blutdruckmanschetten und Standard-Infusionen!
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Herzlich willkommen in der Betreuung chronisch nierenkranker Menschen! Ein dialysepflichtiger Patient hat seine Fähigkeit verloren, Wasser, Elektrolyte und Stoffwechselendprodukte eigenständig auszuscheiden. Das bedeutet, dass sein körperlicher Zustand massiv davon abhängt, wie lange die letzte Dialysesitzung zurückliegt. Wir begegnen diesen Patienten meist in 2 Situationen: Entweder ist der Körper durch eine verpasste Dialyse völlig vergiftet und überwässert, oder er ist unmittelbar nach der Dialyse durch den radikalen Entzug von Flüssigkeit und Salzen kreislaufinstabil.
Der Shunt ist die chirurgisch geschaffene Lebensader des Patienten. Ohne diesen Zugang ist keine Blutwäsche möglich. Sein Schutz hat für den Rettungsdienst oberste Priorität.
Da die Niere das Kalium nicht mehr ausscheidet, steigt der Spiegel im Blut zwischen den Dialysen stetig an. Kalium ist ein Zellgift für das elektrische Reizleitungssystem des Herzens.
Verpasst ein Patient seine Dialyse oder trinkt er zwischen den Sitzungen zu viel (viele Patienten dürfen nur 500 Milliliter pro Tag zu sich nehmen), staut sich das Wasser im Körper zurück.
Unmittelbar nach der Dialyse sind die Patienten oft „trocken“. Ihnen wurden in kurzer Zeit bis zu 4 Liter Flüssigkeit entzogen.
💡 MERKE:
Jeder Dialysepatient ist ein potenzieller Herzpatient; ein 12 Kanal EKG gehört zu jeder Untersuchung. Der Shunt-Arm ist eine „No-Go-Area“ für Blutdruckmanschetten und Standard-Infusionen. Bei Atemnot und feuchten Rasselgeräuschen ist die Herzbettlagerung und CPAP-Beatmung lebensrettend. Volumentherapie erfolgt bei diesen Patienten nur nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.
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Herzlich willkommen in der Urologie! Das Leitsymptom bei fast allen urologischen Notfällen ist der Schmerz. Doch dieser Schmerz unterscheidet sich gravierend vom klassischen "akuten Abdomen" (Bauchfellentzündung). Während Patienten mit einer Bauchfellentzündung absolut still im Bett liegen und jede Bewegung vermeiden, ist der urologische Patient oft extrem unruhig. Er wälzt sich auf dem Boden, springt auf und ab und findet keine Position, die Linderung verschafft.
Nierensteine (Urolithiasis) entstehen durch das Auskristallisieren von Salzen im Urin. Solange sie in der Niere liegen, sind sie meist schmerzfrei. Der Notfall beginnt, wenn ein Stein in den engen Harnleiter (Ureter) wandert und diesen blockiert.
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber pathophysiologisch völlig unterschiedliche und entgegengesetzte Probleme!
Diese Erkrankungen erfordern schnelles Handeln, da die Blutzufuhr oder der Blutabfluss gestört ist und Gewebeuntergang (Nekrose) droht.
Das "Akute Skrotum" ist ein Sammelbegriff für plötzlich auftretende Schmerzen und Schwellungen im Bereich des Hodensacks. Die gefährlichste Ursache ist die Hodentorsion.
💡 MERKE:
Der Patient mit einer Nierenkolik ist durch die krampfartigen Schmerzen motorisch extrem unruhig (im Gegensatz zur Bauchfellentzündung).Beim Harnverhalt (Ischurie) ist die Blase prall voll und schmerzhaft; bei der Anurie ist die Blase leer, da die Nieren versagen. Eine Paraphimose schnürt die Eichel ab und führt unbehandelt zum Absterben des Gewebes (Nekrose).Die Hodentorsion äußert sich durch schlagartigen Schmerz (Prehn-Zeichen negativ); der Hoden muss innerhalb von 4 bis 6 Stunden im OP entdreht werden!
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Herzlich willkommen in der Traumatologie des Beckens und der Flanken! Die Organe des Urogenitaltrakts liegen größtenteils gut geschützt im knöchernen Becken oder tief im hinteren Bauchraum. Damit sie verletzt werden, bedarf es meist massiver kinetischer Energie. Unsere präklinische Aufgabe ist es nicht, die exakte Risslänge in einer Niere zu diagnostizieren, sondern den lebensgefährlichen Blutverlust zu stoppen und schwerwiegende Folgefehler (wie das Einführen eines Blasenkatheters bei verletzter Harnröhre) zu vermeiden.
Die Nieren sind extrem stark durchblutet; etwa 20 Prozent des gesamten Herzminutenvolumens fließen ununterbrochen durch sie hindurch.
Diese Verletzungen treten fast ausschließlich in Kombination mit schweren Beckenringfrakturen auf.
Diese Verletzungen sind selten unmittelbar lebensbedrohlich, aber für den Patienten extrem schmerzhaft und psychologisch traumatisierend.
💡 MERKE:
Ein Nierentrauma kann zu lebensgefährlichen, unsichtbaren Blutungen in den Flankenbereich führen; Schockbekämpfung hat Priorität! Eine geplatzte Harnblase entsteht meist bei vollem Füllungszustand durch den Druck des Sicherheitsgurtes. Ein Bluttropfen an der Harnröhrenmündung nach einem Beckentrauma ist eine absolute Kontraindikation für Blasenkatheter. Ein Amputat wird steril und trocken verpackt und indirekt in einem Wasser-Eis-Gemisch gekühlt (niemals direktes Eis auf das Gewebe).
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Herzlich willkommen in der speziellen Traumatologie! Die Nieren liegen nicht in der freien Bauchhöhle, sondern tief im Rückenbereich hinter dem Bauchfell (retroperitoneal), eingebettet in eine dicke Fettkapsel. Dieser Ort schützt sie hervorragend vor leichten Schlägen. Das Problem: Wenn diese Kapsel bei massiver Gewalteinwirkung reißt, blutet das Organ in den retroperitonealen Raum, der extrem viel Platz bietet. Ein Patient kann hier 2 bis 3 Liter Blut verlieren, ohne dass der Bauch von außen hart oder prall wird.
Die Nieren reagieren besonders sensibel auf massive Energieübertragung, da sie nur an ihren Blutgefäßen und Harnleitern "aufgehängt" sind.
Klinisch und radiologisch teilen wir das Nierentrauma in 5 Schweregrade ein. Auch wenn wir diese präklinisch nicht per Ultraschall beweisen können, hilft uns das Konzept, die Verletzungsmuster zu verstehen.
Wir haben präklinisch keinen CT-Scanner. Wir müssen uns auf die Kinematik des Unfalls und klinische Zeichen verlassen.
Hier entscheidet unsere Infusionstherapie über Leben und Tod! Ein Fehler im Volumenmanagement kann fatale Folgen haben.
💡 MERKE:
Das Nierentrauma blutet oft unsichtbar und massiv in den Retroperitonealraum (Fassungsvermögen von bis zu 3 Liter Blut).Das Grey-Turner-Zeichen (Flankenhämatom) und die Schocksymptomatik sind unsere wichtigsten Alarmzeichen. Bei isolierten Nierenverletzungen therapieren wir nach dem Prinzip der permissiven Hypotonie (Zielblutdruck 80 bis 90 Millimeter Quecksilbersäule).Liegt zusätzlich ein Schädel-Hirn-Trauma vor, muss der Blutdruck zum Schutz des Gehirns massiv angehoben werden.
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Herzlich willkommen in der Traumatologie des Beckens! Urin ist ein Ausscheidungsprodukt, das reich an Salzen, Harnstoff und Säuren ist. Solange er durch die schützende Schleimhaut der Harnwege (Urothel) fließt, ist er harmlos. Tritt er jedoch durch einen Riss in die freie Bauchhöhle aus, wirkt er extrem reizend auf das Bauchfell (chemische Peritonitis). Unsere präklinische Aufgabe besteht darin, die typischen Verletzungsmechanismen zu erkennen, den Schock zu bekämpfen und fatale iatrogene (durch medizinisches Personal verursachte) Fehler zu vermeiden.
Der Harnleiter ist ein bleistiftdicker, muskulöser Schlauch, der den Urin von der Niere in die Blase pumpt.
Die Harnblase ist ein Ballon. Ist sie leer, liegt sie sicher versteckt tief im knöchernen Becken und reißt fast nie. Ist sie jedoch prall gefüllt (Fassungsvermögen bis zu 1 Liter), ragt sie weit über das Schambein in den Bauchraum hinein. Wir unterscheiden 2 lebensgefährliche Rissformen.
Die Harnröhre des Mannes ist aufgrund ihrer Länge (etwa 20 Zentimeter) und ihres Verlaufs deutlich häufiger von Traumata betroffen als die kurze Harnröhre der Frau.
Urologische Traumata sind meist an schwere Beckenverletzungen gekoppelt. Die Schockbekämpfung steht an erster Stelle.
💡 MERKE:
Eine intraperitoneale Blasenruptur (voller Ballon + Gurt) führt durch den Urin in der Bauchhöhle sofort zu einem akuten Abdomen. Eine extraperitoneale Blasenruptur ist meist das direkte Resultat aufgespießter Knochensplitter bei einem Beckenbruch. Ein Sturz rittlings auf eine Stange (Straddle-Trauma) zerquetscht die vordere Harnröhre (massives Schmetterlingshämatom).Ein Bluttropfen an der Harnröhrenmündung nach einem Trauma ist die absolute Kontraindikation für einen Blasenkatheter!
Herzlich willkommen in der inneren Medizin! Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Primärharn, um unseren Körper von Giftstoffen (Urämie) zu befreien und den Wasserhaushalt zu steuern. Da Nieren keine Schmerzrezeptoren im Gewebe haben (nur in der Kapsel), verläuft ein Nierenversagen oft völlig schmerzfrei. Wir erkennen den Notfall auf der Straße meist erst dann, wenn die Folgeerscheinungen – wie eine Überwässerung der Lunge oder lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen – akut bedrohlich werden.
Ein akutes Nierenversagen ist der plötzliche (innerhalb von Stunden bis Tagen) Einbruch der Nierenfunktion. Es ist oft reversibel, wenn wir die Ursache schnell beheben. Wir teilen die Ursachen in 3 Kategorien ein.
Die CNI ist der schleichende, unaufhaltsame und irreversible Verlust der Nierenfunktion über Monate oder Jahre. Die Hauptursachen sind langjähriger Bluthochdruck und Diabetes mellitus.
Dies ist die gefährlichste, akut lebensbedrohliche Komplikation des Nierenversagens.
💡 MERKE:
Das Prärenale ANV entsteht durch Volumenmangel oder Schock; hier ist eine bedarfsgerechte Flüssigkeitstherapie essenziell. An einem Arm mit einem Dialyse-Shunt darf niemals der Blutdruck gemessen oder punktiert werden! Überwässerung durch verpasste Dialyse führt oft zu einem akuten kardialen Lungenödem (Atemnot, Rasselgeräusche).Ein Nierenversagen führt zur Hyperkaliämie; ein 12 Kanal EKG ist Pflicht, um lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen (Zelt-T, verbreiterter QRS) frühzeitig zu erkennen.
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Herzlich willkommen in der extrakorporalen Blutreinigung! Das Ziel jeder Dialyse ist es, wasserlösliche Giftstoffe (wie Harnstoff und Kreatinin) sowie überschüssiges Wasser und lebensgefährliches Kalium aus dem Blut zu entfernen. Dies geschieht durch 2 physikalische Grundprinzipien: Die Diffusion (Teilchen wandern von einem Ort hoher Konzentration zu einem Ort niedriger Konzentration) und die Osmose beziehungsweise Ultrafiltration (Wasser wird durch eine Membran gezogen). In Deutschland gibt es primär 2 Verfahren, um diese Physik am Patienten anzuwenden.
Dies ist das absolute Standardverfahren für die meisten chronisch nierenkranken Patienten. Das Blut wird außerhalb des Körpers in einer Maschine gereinigt.
Dieses Verfahren wird oft von den Patienten selbstständig zu Hause (häufig über Nacht) durchgeführt. Es kommt ganz ohne externe Blutpumpe aus.
Patienten an der Dialyse sind extrem fragil. Das ständige Schwanken ihres Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts provoziert klassische Notfallszenarien.
💡 MERKE:
Die Hämodialyse reinigt das Blut extern an einer Maschine (meist 3 Mal pro Woche über einen Shunt).Die Peritonealdialyse nutzt das körpereigene Bauchfell als Filter und wird täglich vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt. Eine Shunt-Blutung ist lebensgefährlich; es muss sofort massiver, manueller Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Dialyse-Katheter (am Hals) und der Shunt-Arm sind absolute Tabu-Zonen für Blutdruckmanschetten und Standard-Infusionen!
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Herzlich willkommen in der Betreuung chronisch nierenkranker Menschen! Ein dialysepflichtiger Patient hat seine Fähigkeit verloren, Wasser, Elektrolyte und Stoffwechselendprodukte eigenständig auszuscheiden. Das bedeutet, dass sein körperlicher Zustand massiv davon abhängt, wie lange die letzte Dialysesitzung zurückliegt. Wir begegnen diesen Patienten meist in 2 Situationen: Entweder ist der Körper durch eine verpasste Dialyse völlig vergiftet und überwässert, oder er ist unmittelbar nach der Dialyse durch den radikalen Entzug von Flüssigkeit und Salzen kreislaufinstabil.
Der Shunt ist die chirurgisch geschaffene Lebensader des Patienten. Ohne diesen Zugang ist keine Blutwäsche möglich. Sein Schutz hat für den Rettungsdienst oberste Priorität.
Da die Niere das Kalium nicht mehr ausscheidet, steigt der Spiegel im Blut zwischen den Dialysen stetig an. Kalium ist ein Zellgift für das elektrische Reizleitungssystem des Herzens.
Verpasst ein Patient seine Dialyse oder trinkt er zwischen den Sitzungen zu viel (viele Patienten dürfen nur 500 Milliliter pro Tag zu sich nehmen), staut sich das Wasser im Körper zurück.
Unmittelbar nach der Dialyse sind die Patienten oft „trocken“. Ihnen wurden in kurzer Zeit bis zu 4 Liter Flüssigkeit entzogen.
💡 MERKE:
Jeder Dialysepatient ist ein potenzieller Herzpatient; ein 12 Kanal EKG gehört zu jeder Untersuchung. Der Shunt-Arm ist eine „No-Go-Area“ für Blutdruckmanschetten und Standard-Infusionen. Bei Atemnot und feuchten Rasselgeräuschen ist die Herzbettlagerung und CPAP-Beatmung lebensrettend. Volumentherapie erfolgt bei diesen Patienten nur nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.
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Herzlich willkommen in der Urologie! Das Leitsymptom bei fast allen urologischen Notfällen ist der Schmerz. Doch dieser Schmerz unterscheidet sich gravierend vom klassischen "akuten Abdomen" (Bauchfellentzündung). Während Patienten mit einer Bauchfellentzündung absolut still im Bett liegen und jede Bewegung vermeiden, ist der urologische Patient oft extrem unruhig. Er wälzt sich auf dem Boden, springt auf und ab und findet keine Position, die Linderung verschafft.
Nierensteine (Urolithiasis) entstehen durch das Auskristallisieren von Salzen im Urin. Solange sie in der Niere liegen, sind sie meist schmerzfrei. Der Notfall beginnt, wenn ein Stein in den engen Harnleiter (Ureter) wandert und diesen blockiert.
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber pathophysiologisch völlig unterschiedliche und entgegengesetzte Probleme!
Diese Erkrankungen erfordern schnelles Handeln, da die Blutzufuhr oder der Blutabfluss gestört ist und Gewebeuntergang (Nekrose) droht.
Das "Akute Skrotum" ist ein Sammelbegriff für plötzlich auftretende Schmerzen und Schwellungen im Bereich des Hodensacks. Die gefährlichste Ursache ist die Hodentorsion.
💡 MERKE:
Der Patient mit einer Nierenkolik ist durch die krampfartigen Schmerzen motorisch extrem unruhig (im Gegensatz zur Bauchfellentzündung).Beim Harnverhalt (Ischurie) ist die Blase prall voll und schmerzhaft; bei der Anurie ist die Blase leer, da die Nieren versagen. Eine Paraphimose schnürt die Eichel ab und führt unbehandelt zum Absterben des Gewebes (Nekrose).Die Hodentorsion äußert sich durch schlagartigen Schmerz (Prehn-Zeichen negativ); der Hoden muss innerhalb von 4 bis 6 Stunden im OP entdreht werden!
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Herzlich willkommen in der Traumatologie des Beckens und der Flanken! Die Organe des Urogenitaltrakts liegen größtenteils gut geschützt im knöchernen Becken oder tief im hinteren Bauchraum. Damit sie verletzt werden, bedarf es meist massiver kinetischer Energie. Unsere präklinische Aufgabe ist es nicht, die exakte Risslänge in einer Niere zu diagnostizieren, sondern den lebensgefährlichen Blutverlust zu stoppen und schwerwiegende Folgefehler (wie das Einführen eines Blasenkatheters bei verletzter Harnröhre) zu vermeiden.
Die Nieren sind extrem stark durchblutet; etwa 20 Prozent des gesamten Herzminutenvolumens fließen ununterbrochen durch sie hindurch.
Diese Verletzungen treten fast ausschließlich in Kombination mit schweren Beckenringfrakturen auf.
Diese Verletzungen sind selten unmittelbar lebensbedrohlich, aber für den Patienten extrem schmerzhaft und psychologisch traumatisierend.
💡 MERKE:
Ein Nierentrauma kann zu lebensgefährlichen, unsichtbaren Blutungen in den Flankenbereich führen; Schockbekämpfung hat Priorität! Eine geplatzte Harnblase entsteht meist bei vollem Füllungszustand durch den Druck des Sicherheitsgurtes. Ein Bluttropfen an der Harnröhrenmündung nach einem Beckentrauma ist eine absolute Kontraindikation für Blasenkatheter. Ein Amputat wird steril und trocken verpackt und indirekt in einem Wasser-Eis-Gemisch gekühlt (niemals direktes Eis auf das Gewebe).
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Herzlich willkommen in der speziellen Traumatologie! Die Nieren liegen nicht in der freien Bauchhöhle, sondern tief im Rückenbereich hinter dem Bauchfell (retroperitoneal), eingebettet in eine dicke Fettkapsel. Dieser Ort schützt sie hervorragend vor leichten Schlägen. Das Problem: Wenn diese Kapsel bei massiver Gewalteinwirkung reißt, blutet das Organ in den retroperitonealen Raum, der extrem viel Platz bietet. Ein Patient kann hier 2 bis 3 Liter Blut verlieren, ohne dass der Bauch von außen hart oder prall wird.
Die Nieren reagieren besonders sensibel auf massive Energieübertragung, da sie nur an ihren Blutgefäßen und Harnleitern "aufgehängt" sind.
Klinisch und radiologisch teilen wir das Nierentrauma in 5 Schweregrade ein. Auch wenn wir diese präklinisch nicht per Ultraschall beweisen können, hilft uns das Konzept, die Verletzungsmuster zu verstehen.
Wir haben präklinisch keinen CT-Scanner. Wir müssen uns auf die Kinematik des Unfalls und klinische Zeichen verlassen.
Hier entscheidet unsere Infusionstherapie über Leben und Tod! Ein Fehler im Volumenmanagement kann fatale Folgen haben.
💡 MERKE:
Das Nierentrauma blutet oft unsichtbar und massiv in den Retroperitonealraum (Fassungsvermögen von bis zu 3 Liter Blut).Das Grey-Turner-Zeichen (Flankenhämatom) und die Schocksymptomatik sind unsere wichtigsten Alarmzeichen. Bei isolierten Nierenverletzungen therapieren wir nach dem Prinzip der permissiven Hypotonie (Zielblutdruck 80 bis 90 Millimeter Quecksilbersäule).Liegt zusätzlich ein Schädel-Hirn-Trauma vor, muss der Blutdruck zum Schutz des Gehirns massiv angehoben werden.
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Herzlich willkommen in der Traumatologie des Beckens! Urin ist ein Ausscheidungsprodukt, das reich an Salzen, Harnstoff und Säuren ist. Solange er durch die schützende Schleimhaut der Harnwege (Urothel) fließt, ist er harmlos. Tritt er jedoch durch einen Riss in die freie Bauchhöhle aus, wirkt er extrem reizend auf das Bauchfell (chemische Peritonitis). Unsere präklinische Aufgabe besteht darin, die typischen Verletzungsmechanismen zu erkennen, den Schock zu bekämpfen und fatale iatrogene (durch medizinisches Personal verursachte) Fehler zu vermeiden.
Der Harnleiter ist ein bleistiftdicker, muskulöser Schlauch, der den Urin von der Niere in die Blase pumpt.
Die Harnblase ist ein Ballon. Ist sie leer, liegt sie sicher versteckt tief im knöchernen Becken und reißt fast nie. Ist sie jedoch prall gefüllt (Fassungsvermögen bis zu 1 Liter), ragt sie weit über das Schambein in den Bauchraum hinein. Wir unterscheiden 2 lebensgefährliche Rissformen.
Die Harnröhre des Mannes ist aufgrund ihrer Länge (etwa 20 Zentimeter) und ihres Verlaufs deutlich häufiger von Traumata betroffen als die kurze Harnröhre der Frau.
Urologische Traumata sind meist an schwere Beckenverletzungen gekoppelt. Die Schockbekämpfung steht an erster Stelle.
💡 MERKE:
Eine intraperitoneale Blasenruptur (voller Ballon + Gurt) führt durch den Urin in der Bauchhöhle sofort zu einem akuten Abdomen. Eine extraperitoneale Blasenruptur ist meist das direkte Resultat aufgespießter Knochensplitter bei einem Beckenbruch. Ein Sturz rittlings auf eine Stange (Straddle-Trauma) zerquetscht die vordere Harnröhre (massives Schmetterlingshämatom).Ein Bluttropfen an der Harnröhrenmündung nach einem Trauma ist die absolute Kontraindikation für einen Blasenkatheter!