Herzlich willkommen zu diesem Modul! Eure Arbeit am Patienten beginnt fast immer mit der Frage der Positionierung. Liegt der Patient noch im verunfallten Personenkraftwagen? Liegt er bewusstlos auf dem Bauch in seinem Wohnzimmer? Bevor wir in die feine medizinische Diagnostik einsteigen, müssen wir den Patienten retten und ihn so lagern, dass seine Vitalfunktionen optimal unterstützt werden.
Dabei unterscheiden wir strikt zwischen der technischen Rettung (den Patienten aus einer Zwangslage befreien) und der therapeutischen Lagerung (dem Patienten durch eine bestimmte Körperhaltung das Atmen oder die Durchblutung erleichtern).
Wenn ein Patient in Gefahr ist oder ihr eine Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen müsst, der Patient aber eingeklemmt in einem Fahrzeug sitzt, zählt jede Sekunde. Wir unterscheiden hier zwei grundlegende Vorgehensweisen.
Wenn akute Lebensgefahr besteht (zum Beispiel durch ein beginnendes Feuer am Fahrzeug oder einen Herzstillstand), gibt es keine Zeit für Vorsicht. Hier wendet ihr den sogenannten Rautek-Rettungsgriff an.Ihr greift von hinten unter den Achseln des Patienten hindurch, fasst einen seiner Unterarme mit beiden Händen (im sogenannten Affengriff, bei dem alle fünf Finger auf einer Seite liegen) und zieht den Patienten mit eurem eigenen Körpergewicht rückwärts aus der Gefahrenzone.
Wenn keine unmittelbare Lebensgefahr durch die Umgebung besteht, der Patient aber einen schweren Sturz oder einen Verkehrsunfall erlitten hat, ist die Wirbelsäule euer größtes Heiligtum. Der Patient wird so bewegt, als ob er aus Glas bestünde.
Sobald der Patient sicher auf eurer Fahrtrage im Rettungswagen liegt, nutzt ihr die Schwerkraft als euer erstes Medikament. Durch das Verstellen der Trage lindert ihr Schmerzen und entlastet das Herz.
Diese Lagerung kennt ihr aus jedem Erste-Hilfe-Kurs. Sie wird zwingend bei Patienten angewendet, die bewusstlos sind, aber völlig normal atmen.
Hierbei wird das Kopfteil der Trage um etwa dreißig bis fünfundvierzig Grad oder sogar bis zum aufrechten Sitzen aufgerichtet.
Hier liegt der Patient flach auf dem Rücken, aber das Fußteil der Trage wird nach oben gestellt.
Liegt der Patient flach auf dem Rücken, wird eine Knierolle (oder eine Decke) unter seine Kniekehlen gelegt, sodass die Beine leicht angewinkelt sind.
Das Kopfteil und das Fußteil sind komplett flach.
Patienten sind schwer. Wenn ihr jeden Tag Patienten mit einem Gewicht von einhundert Kilogramm falsch hebt, ist eure Karriere als Notfallsanitäter mit spätestens dreißig Jahren wegen eines Bandscheibenvorfalls beendet.
💡 MERKE:
Der Rautek-Rettungsgriff dient der extrem schnellen Befreiung aus akuter Lebensgefahr. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen erfolgt die achsengerechte, schonende Rettung mittels Schaufeltrage oder Rettungsbrett.Nutzt therapeutische Lagerungen wie Medikamente: Die stabile Seitenlage für Bewusstlose, die Oberkörperhochlage bei Atemnot und Herzbeschwerden und die Schocklage bei hohem Blutverlust. Schützt euren eigenen Rücken durch ergonomisches Heben aus der Hocke!
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! In der Notfallmedizin gibt es Situationen, in denen Medikamente und Monitore völlig wertlos sind. Wenn die Atemwege mechanisch verlegt sind oder die Halswirbelsäule instabil ist, müsst ihr als Notfallsanitäter mit euren eigenen Händen arbeiten. Jeder Handgriff, jeder Finger und jeder Winkel muss dabei absolut fehlerfrei sitzen. Wir gehen nun in die anatomischen und taktischen Mikro-Abläufe der wichtigsten mechanischen Rettungstechniken.
Die Abnahme eines Motorradhelms bei einem bewusstlosen Patienten ist ein hochriskantes Manöver. Wenn ihr hier unsauber arbeitet, kann ein gebrochener Halswirbel das Rückenmark durchtrennen und eine lebenslange Querschnittslähmung oder den sofortigen Atemstillstand auslösen.
Die absolute Indikation: Der Helm wird bei Bewusstlosigkeit immer abgenommen. Bei wachen Patienten mit Nackenschmerzen verbleibt er auf dem Kopf, bis der Notarzt die weitere Strategie entscheidet. Brillen und Piercings im Mundbereich (sofern leicht zugänglich) müssen vor der Abnahme entfernt werden. Klapphelme werden vorab komplett aufgeklappt.
Wenn ein Patient nach einem schweren Trauma auf dem Bauch liegt, müsst ihr ihn auf den Rücken drehen, um seine Atemwege zu sichern und ihn auf das Rettungsbrett zu legen. Die Wirbelsäule darf dabei nicht im Geringsten verdreht werden.
Diese Technik erfordert im Idealfall vier Personen.
Wir betrachten nun den absoluten Extremfall: Ein massiver Fremdkörper verschließt die Luftröhre komplett. Es gelangt kein Sauerstoff mehr in die Lunge. Der Patient läuft blau an.
Um den Fremdkörper zu entfernen, müsst ihr die Physik nutzen. Selbst nach dem Ausatmen verbleibt immer ein Restvolumen an Luft in den Lungenflügeln (das sogenannte Residualvolumen). Der Heimlich-Handgriff presst das Zwerchfell extrem schnell nach oben. Dadurch wird das Restvolumen in der Lunge massiv komprimiert und schießt mit hohem Druck durch die Luftröhre nach draußen. Der Fremdkörper wird im Idealfall wie ein Korken aus der Flasche geschossen.
Ihr stürzt euch niemals sofort von hinten auf den Patienten. Es gilt ein strikter Stufenplan!
Wenn der Fremdkörper sich nicht löst, wird das Gehirn nach wenigen Minuten nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Der Patient verliert das Bewusstsein und erschlafft.In diesem Moment brecht ihr den Heimlich-Handgriff sofort ab! Lasst den Patienten kontrolliert und sanft auf den Boden gleiten. Ruft sofort Hilfe und beginnt umgehend mit der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Herzdruckmassage auf dem Boden erzeugt einen weitaus höheren Druck im Brustkorb als der Heimlich-Handgriff und ist nun eure letzte Chance, den Fremdkörper nach oben zu pressen und den Kreislauf aufrechtzuerhalten.
💡 MERKE:
Bei einem bewusstlosen Zweiradfahrer wird der Helm immer und sofort durch zwei Helfer unter ständiger Zugstabilisierung der Halswirbelsäule abgenommen.Der Handgriff nach Heimlich (ruckartiger Druck auf den Oberbauch) ist die absolute Notbremse bei einem Erstickungsanfall und wird erst angewendet, wenn kräftiges Husten und fünf Schläge zwischen die Schulterblätter erfolglos geblieben sind.
Herzlich willkommen zu diesem Modul! Eure Arbeit am Patienten beginnt fast immer mit der Frage der Positionierung. Liegt der Patient noch im verunfallten Personenkraftwagen? Liegt er bewusstlos auf dem Bauch in seinem Wohnzimmer? Bevor wir in die feine medizinische Diagnostik einsteigen, müssen wir den Patienten retten und ihn so lagern, dass seine Vitalfunktionen optimal unterstützt werden.
Dabei unterscheiden wir strikt zwischen der technischen Rettung (den Patienten aus einer Zwangslage befreien) und der therapeutischen Lagerung (dem Patienten durch eine bestimmte Körperhaltung das Atmen oder die Durchblutung erleichtern).
Wenn ein Patient in Gefahr ist oder ihr eine Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen müsst, der Patient aber eingeklemmt in einem Fahrzeug sitzt, zählt jede Sekunde. Wir unterscheiden hier zwei grundlegende Vorgehensweisen.
Wenn akute Lebensgefahr besteht (zum Beispiel durch ein beginnendes Feuer am Fahrzeug oder einen Herzstillstand), gibt es keine Zeit für Vorsicht. Hier wendet ihr den sogenannten Rautek-Rettungsgriff an.Ihr greift von hinten unter den Achseln des Patienten hindurch, fasst einen seiner Unterarme mit beiden Händen (im sogenannten Affengriff, bei dem alle fünf Finger auf einer Seite liegen) und zieht den Patienten mit eurem eigenen Körpergewicht rückwärts aus der Gefahrenzone.
Wenn keine unmittelbare Lebensgefahr durch die Umgebung besteht, der Patient aber einen schweren Sturz oder einen Verkehrsunfall erlitten hat, ist die Wirbelsäule euer größtes Heiligtum. Der Patient wird so bewegt, als ob er aus Glas bestünde.
Sobald der Patient sicher auf eurer Fahrtrage im Rettungswagen liegt, nutzt ihr die Schwerkraft als euer erstes Medikament. Durch das Verstellen der Trage lindert ihr Schmerzen und entlastet das Herz.
Diese Lagerung kennt ihr aus jedem Erste-Hilfe-Kurs. Sie wird zwingend bei Patienten angewendet, die bewusstlos sind, aber völlig normal atmen.
Hierbei wird das Kopfteil der Trage um etwa dreißig bis fünfundvierzig Grad oder sogar bis zum aufrechten Sitzen aufgerichtet.
Hier liegt der Patient flach auf dem Rücken, aber das Fußteil der Trage wird nach oben gestellt.
Liegt der Patient flach auf dem Rücken, wird eine Knierolle (oder eine Decke) unter seine Kniekehlen gelegt, sodass die Beine leicht angewinkelt sind.
Das Kopfteil und das Fußteil sind komplett flach.
Patienten sind schwer. Wenn ihr jeden Tag Patienten mit einem Gewicht von einhundert Kilogramm falsch hebt, ist eure Karriere als Notfallsanitäter mit spätestens dreißig Jahren wegen eines Bandscheibenvorfalls beendet.
💡 MERKE:
Der Rautek-Rettungsgriff dient der extrem schnellen Befreiung aus akuter Lebensgefahr. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen erfolgt die achsengerechte, schonende Rettung mittels Schaufeltrage oder Rettungsbrett.Nutzt therapeutische Lagerungen wie Medikamente: Die stabile Seitenlage für Bewusstlose, die Oberkörperhochlage bei Atemnot und Herzbeschwerden und die Schocklage bei hohem Blutverlust. Schützt euren eigenen Rücken durch ergonomisches Heben aus der Hocke!
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! In der Notfallmedizin gibt es Situationen, in denen Medikamente und Monitore völlig wertlos sind. Wenn die Atemwege mechanisch verlegt sind oder die Halswirbelsäule instabil ist, müsst ihr als Notfallsanitäter mit euren eigenen Händen arbeiten. Jeder Handgriff, jeder Finger und jeder Winkel muss dabei absolut fehlerfrei sitzen. Wir gehen nun in die anatomischen und taktischen Mikro-Abläufe der wichtigsten mechanischen Rettungstechniken.
Die Abnahme eines Motorradhelms bei einem bewusstlosen Patienten ist ein hochriskantes Manöver. Wenn ihr hier unsauber arbeitet, kann ein gebrochener Halswirbel das Rückenmark durchtrennen und eine lebenslange Querschnittslähmung oder den sofortigen Atemstillstand auslösen.
Die absolute Indikation: Der Helm wird bei Bewusstlosigkeit immer abgenommen. Bei wachen Patienten mit Nackenschmerzen verbleibt er auf dem Kopf, bis der Notarzt die weitere Strategie entscheidet. Brillen und Piercings im Mundbereich (sofern leicht zugänglich) müssen vor der Abnahme entfernt werden. Klapphelme werden vorab komplett aufgeklappt.
Wenn ein Patient nach einem schweren Trauma auf dem Bauch liegt, müsst ihr ihn auf den Rücken drehen, um seine Atemwege zu sichern und ihn auf das Rettungsbrett zu legen. Die Wirbelsäule darf dabei nicht im Geringsten verdreht werden.
Diese Technik erfordert im Idealfall vier Personen.
Wir betrachten nun den absoluten Extremfall: Ein massiver Fremdkörper verschließt die Luftröhre komplett. Es gelangt kein Sauerstoff mehr in die Lunge. Der Patient läuft blau an.
Um den Fremdkörper zu entfernen, müsst ihr die Physik nutzen. Selbst nach dem Ausatmen verbleibt immer ein Restvolumen an Luft in den Lungenflügeln (das sogenannte Residualvolumen). Der Heimlich-Handgriff presst das Zwerchfell extrem schnell nach oben. Dadurch wird das Restvolumen in der Lunge massiv komprimiert und schießt mit hohem Druck durch die Luftröhre nach draußen. Der Fremdkörper wird im Idealfall wie ein Korken aus der Flasche geschossen.
Ihr stürzt euch niemals sofort von hinten auf den Patienten. Es gilt ein strikter Stufenplan!
Wenn der Fremdkörper sich nicht löst, wird das Gehirn nach wenigen Minuten nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Der Patient verliert das Bewusstsein und erschlafft.In diesem Moment brecht ihr den Heimlich-Handgriff sofort ab! Lasst den Patienten kontrolliert und sanft auf den Boden gleiten. Ruft sofort Hilfe und beginnt umgehend mit der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Herzdruckmassage auf dem Boden erzeugt einen weitaus höheren Druck im Brustkorb als der Heimlich-Handgriff und ist nun eure letzte Chance, den Fremdkörper nach oben zu pressen und den Kreislauf aufrechtzuerhalten.
💡 MERKE:
Bei einem bewusstlosen Zweiradfahrer wird der Helm immer und sofort durch zwei Helfer unter ständiger Zugstabilisierung der Halswirbelsäule abgenommen.Der Handgriff nach Heimlich (ruckartiger Druck auf den Oberbauch) ist die absolute Notbremse bei einem Erstickungsanfall und wird erst angewendet, wenn kräftiges Husten und fünf Schläge zwischen die Schulterblätter erfolglos geblieben sind.