Einleitung: Rettungstechniken und medizinische Lagerungstechniken
Physik, Anatomie und Einsatztaktik
Herzlich willkommen zu diesem Modul! Eure Arbeit am Patienten beginnt fast immer mit der Frage der Positionierung. Liegt der Patient noch im verunfallten Personenkraftwagen? Liegt er bewusstlos auf dem Bauch in seinem Wohnzimmer? Bevor wir in die feine medizinische Diagnostik einsteigen, müssen wir den Patienten retten und ihn so lagern, dass seine Vitalfunktionen optimal unterstützt werden.
Dabei unterscheiden wir strikt zwischen der technischen Rettung (den Patienten aus einer Zwangslage befreien) und der therapeutischen Lagerung (dem Patienten durch eine bestimmte Körperhaltung das Atmen oder die Durchblutung erleichtern).
1. Die Rettung aus dem Gefahrenbereich
Wenn ein Patient in Gefahr ist oder ihr eine Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen müsst, der Patient aber eingeklemmt in einem Fahrzeug sitzt, zählt jede Sekunde. Wir unterscheiden hier zwei grundlegende Vorgehensweisen.
Die schnelle Rettung (Der Rautek-Rettungsgriff)
Wenn akute Lebensgefahr besteht (zum Beispiel durch ein beginnendes Feuer am Fahrzeug oder einen Herzstillstand), gibt es keine Zeit für Vorsicht. Hier wendet ihr den sogenannten Rautek-Rettungsgriff an.Ihr greift von hinten unter den Achseln des Patienten hindurch, fasst einen seiner Unterarme mit beiden Händen (im sogenannten Affengriff, bei dem alle fünf Finger auf einer Seite liegen) und zieht den Patienten mit eurem eigenen Körpergewicht rückwärts aus der Gefahrenzone.
Der Preis der Schnelligkeit: Dieser Griff ist grob. Wenn der Patient eine Verletzung der Halswirbelsäule hat, könnt ihr diese Verletzung durch das Ziehen verschlimmern. Da er aber in der brennenden Situation ansonsten sterben würde, nehmen wir dieses Risiko in Kauf. Leben geht immer vor Querschnittslähmung!
Die schonende Rettung (Traumamanagement)
Wenn keine unmittelbare Lebensgefahr durch die Umgebung besteht, der Patient aber einen schweren Sturz oder einen Verkehrsunfall erlitten hat, ist die Wirbelsäule euer größtes Heiligtum. Der Patient wird so bewegt, als ob er aus Glas bestünde.
Die Schaufeltrage: Diese Trage besteht aus Metall oder Kunststoff und lässt sich der Länge nach in zwei Hälften teilen. Ihr schiebt die beiden Hälften von rechts und links behutsam unter den Patienten und lasst sie einrasten. So könnt ihr den Patienten vom Boden anheben, ohne seine Wirbelsäule auch nur einen Millimeter biegen zu müssen.
Das Rettungsbrett (Spineboard): Ein schwimmfähiges, starres Brett, auf das der Patient (oft mittels der Schaufeltrage) gelegt und dann mit einem speziellen Gurtsystem und Kopffixierungen komplett unbeweglich festgeschnallt wird.
2. Therapeutische Lagerungstechniken
Sobald der Patient sicher auf eurer Fahrtrage im Rettungswagen liegt, nutzt ihr die Schwerkraft als euer erstes Medikament. Durch das Verstellen der Trage lindert ihr Schmerzen und entlastet das Herz.
Die stabile Seitenlage
Diese Lagerung kennt ihr aus jedem Erste-Hilfe-Kurs. Sie wird zwingend bei Patienten angewendet, die bewusstlos sind, aber völlig normal atmen.
Der Zweck: Wenn ein Mensch bewusstlos ist, erschlaffen alle Muskeln. Die Zunge fällt nach hinten und verschließt die Atemwege. Zudem fehlt der Hustenreflex. Wenn der Patient erbricht, läuft der Mageninhalt in die Lunge und er erstickt. Die stabile Seitenlage überstreckt den Hals, hält die Atemwege frei und sorgt dafür, dass Erbrochenes durch den tiefsten Punkt des Mundwinkels nach außen ablaufen kann.
Die Oberkörperhochlage
Hierbei wird das Kopfteil der Trage um etwa dreißig bis fünfundvierzig Grad oder sogar bis zum aufrechten Sitzen aufgerichtet.
Wann wird sie angewendet? Bei schwerer Atemnot (zum Beispiel bei Asthma oder Wasser in der Lunge) und bei einem akuten Herzinfarkt.
Der Zweck: Die aufrechte Position entlastet den Brustkorb. Das Zwerchfell kann leichter nach unten absinken, wodurch die Lunge mehr Platz zum Ausdehnen hat. Gleichzeitig versackt das Blut durch die Schwerkraft in den Beinen. Es strömt weniger Blut zum Herzen zurück, was den schwächelnden Herzmuskel bei einem Infarkt massiv entlastet.
Die Schocklage (Beine anheben)
Hier liegt der Patient flach auf dem Rücken, aber das Fußteil der Trage wird nach oben gestellt.
Wann wird sie angewendet? Ausschließlich beim sogenannten Volumenmangelschock (zum Beispiel, wenn der Patient durch eine tiefe Schnittwunde massiv Blut verloren hat).
Der Zweck: Das Blut fließt aus den hochgelagerten Beinen zurück in die Körpermitte. Man nennt dies auch Autotransfusion. Das Gehirn und das Herz bekommen wieder ausreichend Blut und Sauerstoff.
Achtung, tödlicher Fehler: Diese Lagerung ist absolut verboten bei Patienten mit einem Herzinfarkt (das schwache Herz würde in dem zurückströmenden Blut ertrinken) oder bei Verletzungen des Kopfes (der Druck im Gehirn würde extrem ansteigen).
Die Lagerung mit entspannter Bauchdecke
Liegt der Patient flach auf dem Rücken, wird eine Knierolle (oder eine Decke) unter seine Kniekehlen gelegt, sodass die Beine leicht angewinkelt sind.
Wann wird sie angewendet? Bei starken Bauchschmerzen (dem sogenannten akuten Abdomen) oder bei stumpfen Verletzungen des Bauches.
Der Zweck: Durch das Anwinkeln der Beine wird die Spannung aus der Bauchmuskulatur und der Bauchdecke genommen. Das lindert die massiven Schmerzen sofort erheblich.
Die flache Rückenlage
Das Kopfteil und das Fußteil sind komplett flach.
Wann wird sie angewendet? Zwingend bei der Wiederbelebung (da eine Herzdruckmassage auf einer angewinkelten Trage physikalisch unmöglich ist) sowie bei jedem Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule.
3. Ergonomie und Eigenschutz
Patienten sind schwer. Wenn ihr jeden Tag Patienten mit einem Gewicht von einhundert Kilogramm falsch hebt, ist eure Karriere als Notfallsanitäter mit spätestens dreißig Jahren wegen eines Bandscheibenvorfalls beendet.
Aus den Beinen, nicht aus dem Rücken: Wenn ihr ein Tragetuch oder eine Schaufeltrage anhebt, geht ihr in die Hocke. Euer Rücken bleibt dabei absolut gerade (wie ein Brett). Die gesamte Kraft für das Anheben kommt ausschließlich aus der starken Muskulatur eurer Oberschenkel, niemals aus der Beugung der Wirbelsäule!
Die Last am Körper: Tragt schwere Gegenstände (wie euren EKG-Monitor oder den Rucksack) immer so nah wie möglich an eurem eigenen Körperschwerpunkt. Ausgestreckte Arme vervielfachen das Gewicht durch die Hebelwirkung massiv.
💡 MERKE:
Der Rautek-Rettungsgriff dient der extrem schnellen Befreiung aus akuter Lebensgefahr. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen erfolgt die achsengerechte, schonende Rettung mittels Schaufeltrage oder Rettungsbrett.Nutzt therapeutische Lagerungen wie Medikamente: Die stabile Seitenlage für Bewusstlose, die Oberkörperhochlage bei Atemnot und Herzbeschwerden und die Schocklage bei hohem Blutverlust. Schützt euren eigenen Rücken durch ergonomisches Heben aus der Hocke!
Literatur und Quellen für dieses Modul
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung:Information zweihundertsieben Strich null siebzehn (Sicherheit im Rettungsdienst). (Die amtliche und verbindliche staatliche Regelung zur Ergonomie, zum rückengerechten Arbeiten sowie zum Heben und Tragen von Patienten).
Europäischer Rat für Wiederbelebung:Offizielle Leitlinien zur Ersten Hilfe und Lebensrettung. (Die europaweit höchste wissenschaftliche Instanz für die Anordnung der stabilen Seitenlage und die Befreiung von Patienten vor einer Wiederbelebung).
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften:Leitlinie der Stufe drei zur Polytrauma-Behandlung und Schwerverletztenbehandlung. (Das offizielle, evidenzbasierte Standardwerk für die schonende Rettung, die Wirbelsäulenimmobilisation durch Schaufeltrage und Rettungsbrett sowie die Verteilung der Blutmengen durch Schocklagerungen).
Einleitung: Spezielle Rettungsgriffe, Helmabnahme und der Handgriff nach Heimlich (Erweiterte Praxisanleitung)
Die Mechanik der Lebensrettung
Herzlich willkommen zu diesem Modul! In der Notfallmedizin gibt es Situationen, in denen Medikamente und Monitore völlig wertlos sind. Wenn die Atemwege mechanisch verlegt sind oder die Halswirbelsäule instabil ist, müsst ihr als Notfallsanitäter mit euren eigenen Händen arbeiten. Jeder Handgriff, jeder Finger und jeder Winkel muss dabei absolut fehlerfrei sitzen. Wir gehen nun in die anatomischen und taktischen Mikro-Abläufe der wichtigsten mechanischen Rettungstechniken.
1. Die Helmabnahme (Die detaillierte Zwei-Helfer-Methode)
Die Abnahme eines Motorradhelms bei einem bewusstlosen Patienten ist ein hochriskantes Manöver. Wenn ihr hier unsauber arbeitet, kann ein gebrochener Halswirbel das Rückenmark durchtrennen und eine lebenslange Querschnittslähmung oder den sofortigen Atemstillstand auslösen.
Die absolute Indikation: Der Helm wird bei Bewusstlosigkeit immer abgenommen. Bei wachen Patienten mit Nackenschmerzen verbleibt er auf dem Kopf, bis der Notarzt die weitere Strategie entscheidet. Brillen und Piercings im Mundbereich (sofern leicht zugänglich) müssen vor der Abnahme entfernt werden. Klapphelme werden vorab komplett aufgeklappt.
Der schrittweise Ablauf im Team
Schritt eins (Die Vorbereitung): Helfer eins kniet sich oberhalb des Kopfes des liegenden Patienten ab. Er greift den Helm mit beiden Händen fest von außen und zieht ihn leicht in Richtung der Körperlängsachse. Dadurch wird der Nacken unter eine leichte Spannung gesetzt und stabilisiert. Helfer zwei kniet sich seitlich auf Höhe des Brustkorbs an den Patienten.
Schritt zwei (Das Visier und der Riemen): Helfer zwei öffnet das Visier und löst den Kinnriemen komplett. Gegebenenfalls muss der Riemen mit der Kleiderschere durchtrennt werden, falls der Verschluss klemmt.
Schritt drei (Der erste Handwechsel): Helfer zwei übernimmt nun die Sicherung der Halswirbelsäule. Er greift mit einer Hand von vorne an den Unterkiefer (als sogenannter C-Griff) und schiebt seine andere Hand von hinten tief unter den Nacken, bis er den Hinterkopf des Patienten fest in der Hand hält. Sobald Helfer zwei sicher greift, gibt er das eindeutige Kommando: „Ich habe den Kopf!“. Erst dann darf Helfer eins den Helm loslassen.
Schritt vier (Der Abzug): Helfer eins greift nun an den unteren Rand des Helms und weitet diesen kräftig nach außen, um ihn über die Ohren zu bekommen. Er zieht den Helm nun behutsam in seine Richtung ab. Achtung: Da die Nase des Patienten im Weg ist, muss der Helm während des Abziehens leicht nach hinten gekippt werden.
Schritt fünf (Der kritische Moment): Ein Helm ist dick gepolstert. Wenn der Helm unter dem Kopf weggezogen wird, verliert der Kopf seine Unterlage und würde schwer nach hinten auf den Asphalt knallen. Helfer zwei, der seine Hand im Nacken hat, muss dieses Gewicht in genau dieser Sekunde mit reiner Muskelkraft abfangen und den Kopf in der geraden Achse in der Luft halten!
Schritt sechs (Der zweite Handwechsel): Helfer eins legt den Helm beiseite. Er greift nun von oben mit beiden flachen Händen an die Ohren und Wangen des Patienten und übernimmt die Kopfhaltung. Helfer zwei zieht seine Hand aus dem Nacken und unterpolstert den Kopf sofort mit einer zusammengelegten Decke oder Handtüchern, bis der Kopf wieder flach und stabil aufliegt.
2. Die achsengerechte Drehung (Log-Roll)
Wenn ein Patient nach einem schweren Trauma auf dem Bauch liegt, müsst ihr ihn auf den Rücken drehen, um seine Atemwege zu sichern und ihn auf das Rettungsbrett zu legen. Die Wirbelsäule darf dabei nicht im Geringsten verdreht werden.
Die personelle Aufteilung
Diese Technik erfordert im Idealfall vier Personen.
Der Kopf-Helfer (Die Einsatzleitung): Ein Helfer kniet am Kopf und fixiert diesen mit beiden Händen. Dieser Helfer hat die absolute und alleinige Befehlsgewalt über dieses Manöver, da er den empfindlichsten Teil des Körpers schützt. Er bewegt den Kopf nicht, sondern geht die Bewegung des restlichen Körpers nur passiv mit.
Die Körper-Helfer: Zwei weitere Helfer knien auf der gleichen Seite neben dem Patienten. Sie greifen über den Patienten hinweg. Ein Helfer fasst an Schulter und Becken, der zweite Helfer fasst an Becken und Oberschenkel. Die Arme der beiden Helfer überkreuzen sich am Becken, um maximale Stabilität zu gewährleisten.
Das Kommando: Der Kopf-Helfer fragt: „Sind alle bereit?“. Wenn die Helfer bejahen, gibt er das Kommando: „Drehung auf mein Kommando: eins, zwei, drei!“.
Die Ausführung: Bei „drei“ ziehen die seitlichen Helfer den Patienten in einer absolut synchronen, fließenden Bewegung zu sich heran. Der Körper wird gerollt wie ein massiver Baumstamm. Es darf keine zeitliche Verzögerung zwischen der Schulter und dem Becken geben. Der vierte Helfer kann in diesem Moment von der anderen Seite ein Rettungsbrett unter den leicht angekippten Patienten schieben, bevor dieser komplett auf dem Rücken abgelegt wird.
3. Der Handgriff nach Heimlich (Maximales Detail)
Wir betrachten nun den absoluten Extremfall: Ein massiver Fremdkörper verschließt die Luftröhre komplett. Es gelangt kein Sauerstoff mehr in die Lunge. Der Patient läuft blau an.
Die Physiologie des Handgriffs
Um den Fremdkörper zu entfernen, müsst ihr die Physik nutzen. Selbst nach dem Ausatmen verbleibt immer ein Restvolumen an Luft in den Lungenflügeln (das sogenannte Residualvolumen). Der Heimlich-Handgriff presst das Zwerchfell extrem schnell nach oben. Dadurch wird das Restvolumen in der Lunge massiv komprimiert und schießt mit hohem Druck durch die Luftröhre nach draußen. Der Fremdkörper wird im Idealfall wie ein Korken aus der Flasche geschossen.
Die Eskalationsstufen
Ihr stürzt euch niemals sofort von hinten auf den Patienten. Es gilt ein strikter Stufenplan!
Stufe eins (Effektives Husten): Der Patient hustet laut, weint oder spricht. Das bedeutet, es strömt noch Luft vorbei. Ihr fasst den Patienten nicht an! Ermutigt ihn lediglich, weiter kräftig zu husten. Ein künstlicher Schlag auf den Rücken könnte den Fremdkörper tiefer in die Luftröhre rutschen lassen.
Stufe zwei (Ineffektives Husten und Rückenschläge): Der Patient wird leise, der Husten ist kraftlos, die Lippen werden blau. Jetzt besteht akute Lebensgefahr! Stellt euch seitlich hinter den Patienten. Beugt seinen Oberkörper tief nach vorne (damit die Schwerkraft hilft). Gebt ihm nun bis zu fünf harte, peitschenartige Schläge mit dem Handballen exakt zwischen die Schulterblätter. Prüft nach jedem einzelnen Schlag, ob der Fremdkörper herausgefallen ist.
Stufe drei (Der Heimlich-Handgriff): Wenn die Schläge wirkungslos bleiben, wendet ihr die Oberbauchkompressionen an. Stellt euch komplett hinter den Patienten. Umfasst seinen Bauch. Ballt eine Hand zur Faust. Legt die Daumenseite dieser Faust exakt in die Mitte zwischen den Bauchnabel und die untere Spitze des Brustbeins. Legt eure andere Hand über die Faust. Zieht nun beide Hände mit massiver Kraft ruckartig nach innen und gleichzeitig nach oben. Wiederholt dies bis zu fünfmal.
Der Sonderfall (Schwangere und stark Übergewichtige): Bei hochschwangeren Frauen oder extrem adipösen Patienten dürft ihr niemals auf den Bauch drücken! Hier führt ihr Kompressionen auf dem Brustkorb durch. Ihr legt eure Faust auf das untere Drittel des harten Brustbeins und zieht ruckartig nach hinten.
Die letzte Stufe: Bewusstlosigkeit
Wenn der Fremdkörper sich nicht löst, wird das Gehirn nach wenigen Minuten nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Der Patient verliert das Bewusstsein und erschlafft.In diesem Moment brecht ihr den Heimlich-Handgriff sofort ab! Lasst den Patienten kontrolliert und sanft auf den Boden gleiten. Ruft sofort Hilfe und beginnt umgehend mit der klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Herzdruckmassage auf dem Boden erzeugt einen weitaus höheren Druck im Brustkorb als der Heimlich-Handgriff und ist nun eure letzte Chance, den Fremdkörper nach oben zu pressen und den Kreislauf aufrechtzuerhalten.
💡 MERKE:
Bei einem bewusstlosen Zweiradfahrer wird der Helm immer und sofort durch zwei Helfer unter ständiger Zugstabilisierung der Halswirbelsäule abgenommen.Der Handgriff nach Heimlich (ruckartiger Druck auf den Oberbauch) ist die absolute Notbremse bei einem Erstickungsanfall und wird erst angewendet, wenn kräftiges Husten und fünf Schläge zwischen die Schulterblätter erfolglos geblieben sind.
Literatur und Quellen für dieses Modul
Europäischer Rat für Wiederbelebung (European Resuscitation Council):Offizielle Leitlinien zur Lebensrettung und Fremdkörperverlegung der Atemwege. (Die europaweit höchste wissenschaftliche Instanz. Diese Leitlinie definiert bindend die exakte Reihenfolge bei Erstickungsanfällen: erst Husten, dann fünf Rückenschläge, dann fünf Oberbauchkompressionen nach Heimlich).
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften:Leitlinie der Stufe drei zur Polytrauma-Behandlung und Schwerverletztenbehandlung. (Das offizielle, evidenzbasierte Standardwerk für den Umgang mit Wirbelsäulenverletzungen. Es regelt zwingend die Helmabnahme bei Bewusstlosigkeit und die achsengerechte Blockdrehung).
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