Herzlich willkommen bei den kardiozirkulatorischen Notfällen! Das Herz-Kreislauf-System ist das Transportnetzwerk des Körpers. Seine einzige Aufgabe ist es, ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen zu bringen und Abfallprodukte abzutransportieren. Wenn dieses System gestört ist, gerät der Körper in einen lebensgefährlichen Schockzustand. Wir müssen die Ursache erkennen und behandeln, bevor der Sauerstoffmangel die Organe irreversibel zerstört.
Ein funktionierendes Herz-Kreislauf-System braucht eine starke Pumpe, ein intaktes Röhrensystem und ausreichend Flüssigkeit. Fällt auch nur 1 dieser Komponenten aus, kollabiert der Kreislauf.
Der Körper versucht, den drohenden Zusammenbruch durch die massive Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin) zu kompensieren. Dies führt zu charakteristischen, lebensbedrohlichen Symptomen, die wir nach dem ABCDE-Schema erkennen müssen.
Bei kardiozirkulatorischen Notfällen ist Zeit der wichtigste Faktor. Die Erstmaßnahmen zielen darauf ab, den Sauerstoffbedarf des Herzens zu senken und die Organversorgung zu sichern.
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Herzlich willkommen zur Übersicht der kardiovaskulären Notfälle! Um die Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir die Krankheiten in unserem Kopf sortieren. Ein Herzinfarkt ist ein Durchblutungsproblem, eine Myokarditis ein strukturelles Problem und eine Lungenembolie ein Problem des Röhrensystems, das rückwärts auf das Herz wirkt. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Intensiv-Blöcke.
Hier ist die Architektur oder das Muskelgewebe des Herzens selbst betroffen.
Hier werden das Herz oder die Lunge durch verstopfte Versorgungsleitungen oder extreme Druckverhältnisse massiv geschädigt.
Hier ist das Reizleitungssystem des Herzens aus dem Takt geraten.
Hier geht es um die Schlagadern, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg in den Körper transportieren.
Hier geht es um die Gefäße, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurückführen.
💡 MERKE:
Diese Übersicht dient als Inhaltsverzeichnis für die kommenden Module.Bei fast allen diesen Krankheitsbildern spielt der Faktor Zeit in der präklinischen Notfallmedizin die alles entscheidende Rolle, um irreversible Organschäden (am Herzmuskel, am Gehirn oder am Darm) zu verhindern.
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Herzlich willkommen in der Kardiologie! Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, die benötigte Menge an Blut durch den Körper zu pumpen. Dies kann akut (innerhalb von Stunden, zum Beispiel durch einen Infarkt) oder chronisch (über Jahre, zum Beispiel durch Bluthochdruck) entstehen. Wir unterscheiden grundsätzlich 2 Probleme: Das Vorwärtsversagen (es kommt zu wenig Blut im Körper an) und das Rückwärtsversagen (das Blut staut sich vor dem Herzen zurück).
Die linke Herzkammer ist der Hochdruck-Motor unseres Körpers. Wenn sie versagt, staut sich das sauerstoffreiche Blut, das eigentlich in den Körper gepumpt werden soll, rückwärts in die Lunge.
Die rechte Herzkammer pumpt das sauerstoffarme Blut zur Lunge. Wenn sie versagt, staut sich das Blut rückwärts in den Körperkreislauf.
Hinweis: Wenn beide Herzhälften gleichzeitig versagen, sprechen wir von einer Globalinsuffizienz. Der Patient zeigt dann alle oben genannten Symptome.
Wenn ein Patient mit einer Herzinsuffizienz akut dekompensiert (meist als massives Lungenödem), zählt jede Minute. Wir müssen das Herz entlasten!
💡 MERKE:
Linksherzinsuffizienz bedeutet Rückstau in die Lunge (Atemnot, Lungenödem, brodelnde Atmung).Rechtsherzinsuffizienz bedeutet Rückstau in den Körper (dicke Beine, gestaute Halsvenen).Die absolut wichtigste erste Maßnahme bei akuter Atemnot ist die Herzbett-Lagerung (sitzen, Beine tief)!Nitroglycerin darf nur gegeben werden, wenn der systolische Blutdruck sicher über 90 Millimeter Quecksilbersäule liegt.
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Herzlich willkommen zur Mechanik des Herzens! Das Herz besitzt 4 Klappen, die wie Einbahnstraßen funktionieren. Sie öffnen sich, um das Blut in die richtige Richtung durchzulassen, und schließen sich sofort wieder, damit das Blut nicht zurückfließt. Wenn diese Mechanik durch Alterung, Verkalkung oder frühere Infektionen zerstört wird, sprechen wir von einem Herzklappenfehler. Da die linke Herzhälfte unter extrem hohem Druck arbeitet, sind die Aortenklappe und die Mitralklappe am häufigsten betroffen.
Egal welche Klappe betroffen ist, es gibt mechanisch immer nur 2 Arten von Defekten, die das Herz massiv belasten.
Für den Notfallmediziner sind besonders 2 linkssaitige Klappenfehler von extremer Bedeutung, da sie akut lebensbedrohlich dekompensieren können.
Wir behandeln im Rettungsdienst nicht den Klappenfehler selbst, sondern die daraus resultierende Herzinsuffizienz. Das Vorgehen erfordert höchste Vorsicht!
💡 MERKE:
Stenose bedeutet: Die Klappe öffnet nicht richtig (Druckbelastung).Insuffizienz bedeutet: Die Klappe schließt nicht richtig (Volumenbelastung / Pendelblut).Bei einer bekannten Aortenklappenstenose darf bei Brustschmerz oder Lungenödem unter keinen Umständen Nitroglycerin verabreicht werden, da ein tödlicher Kreislaufkollaps droht!
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Herzlich willkommen bei den Herzkranzgefäßen! Das Herz pumpt nicht nur Blut für den Körper, es muss sich auch selbst mit Sauerstoff versorgen. Dafür besitzt es ein eigenes Gefäßnetz auf seiner Außenseite: Die Koronararterien. Bei der Koronaren Herzkrankheit verengen sich diese lebenswichtigen Leitungen über Jahre hinweg durch Gefäßverkalkung. Das Resultat ist ein klassisches Missverhältnis: Der Herzmuskel fordert bei Belastung mehr Sauerstoff an, als durch die verengten Rohre geliefert werden kann.
Die KHK entsteht nicht über Nacht. Es ist ein chronischer Prozess, der durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte massiv beschleunigt wird.
Der Herzmuskel reagiert auf den akuten Sauerstoffmangel mit einem sehr spezifischen Alarmsignal, der Angina Pectoris (übersetzt: Brustenge). Wir unterscheiden hierbei eine stabile von einer instabilen Form.
Im Rettungsdienst begegnen wir meist Patienten, deren chronische KHK gerade akut symptomatisch wird. Unser oberstes Ziel ist es, den Sauerstoffbedarf des Herzens sofort zu drosseln.
💡 MERKE:
Die KHK ist ein chronisches Durchblutungsproblem durch verkalkte Herzkranzgefäße. Das Hauptsymptom ist die Angina Pectoris (Brustenge), die bei der stabilen KHK nur unter Belastung auftritt und in Ruhe verschwindet. Die absolute Basistherapie am Einsatzort besteht aus Ruhe, Oberkörperhochlage und einem sofortigen 12-Kanal-EKG!
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Herzlich willkommen im akutesten kardiologischen Notfall! Das Akute Koronarsyndrom ist ein Überbegriff, der die lebensgefährliche Endstufe der KHK beschreibt. Ein fetthaltiger Plaque in der Gefäßwand ist plötzlich aufgebrochen (Plaque-Ruptur). Der Körper reagiert darauf wie auf eine offene Wunde und bildet sofort ein Blutgerinnsel (Thrombus), welches das Gefäß teilweise oder komplett verstopft. Die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel ist schlagartig unterbrochen.
Da wir ohne Blutuntersuchung und Herzkatheter auf der Straße nicht exakt in das Gefäß schauen können, unterteilen wir das ACS anhand des 12-Kanal-Elektrokardiogramms und der Symptome in 3 Kategorien.
Das Leitsymptom ist ein extremer, oft vernichtender Schmerz hinter dem Brustbein. Wir müssen jedoch wissen, dass nicht jeder Patient das Lehrbuch gelesen hat.
Das oberste Ziel am Einsatzort ist es, das Wachstum des Blutgerinnsels zu stoppen, die Schmerzen zu nehmen und das Herz zu entlasten, bevor Kammerflimmern auftritt.
💡 MERKE:
Das ACS ist der plötzliche Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Bei jedem unklaren Brustschmerz oder bei plötzlicher Atemnot/Übelkeit bei Risikopatienten muss sofort ein 12-Kanal-EKG (innerhalb von 10 Minuten) abgeleitet werden!Die medikamentöse Therapie zielt auf Blutverdünnung (ASS, Heparin), Schmerzlinderung (Opiate) und Entlastung ab. Die absolute Therapie der Wahl ist die sofortige Wiedereröffnung des Gefäßes im Herzkatheterlabor!
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Herzlich willkommen zum kardialen Lungenödem! Wenn die linke Herzkammer akut versagt (zum Beispiel durch einen Herzinfarkt oder eine hypertensive Krise), kann sie das Blut, das von der Lunge kommt, nicht mehr in den Körper weiterpumpen. Die Pumpe streikt, aber die rechte Herzhälfte pumpt munter weiter Blut in die Lunge hinein. Es entsteht ein massiver Stau in den Lungengefäßen, der den Druck dort extrem ansteigen lässt.
Um das kardiale Lungenödem behandeln zu können, müssen wir verstehen, warum das Wasser überhaupt in der Lunge landet.
Ein Patient mit einem ausgeprägten Lungenödem bietet ein sehr dramatisches Bild und befindet sich in absoluter Todesangst.
Wir müssen den Druck im Herzen sofort senken und das Wasser mechanisch aus der Lunge drücken.
💡 MERKE:
Das kardiale Lungenödem ist ein mechanischer Rückstau von Blutwasser in die Lungenbläschen durch ein Linksherzversagen. Leitsymptome sind extreme Atemnot im Liegen (Orthopnoe) und brodelnde Atemgeräusche. Die Behandlung besteht aus Herzbett-Lagerung (sitzen, Beine runter), Nitroglycerin (Blutdruck beachten!) und rechtzeitiger CPAP-Beatmung, um das Wasser aus den Lungenbläschen zu drücken.
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Herzlich willkommen zur Bewusstlosigkeit auf Zeit! Eine Synkope ist definiert als ein vorübergehender, kompletter Bewusstseinsverlust, der extrem schnell einsetzt, nur sehr kurz andauert (meist unter 1 Minute) und von dem sich der Patient spontan und vollständig wieder erholt. Die Ursache ist in jedem Fall dieselbe: Das Gehirn wird für einen kurzen Moment nicht ausreichend mit Blut (und damit Sauerstoff) versorgt. Die große Frage für uns ist: Warum hat die Pumpe kurz ausgesetzt?
Die europäische Leitlinie teilt die Synkope in 3 große Gruppen ein. Für uns ist es überlebenswichtig, die gefährlichste Form zu erkennen.
Da wir den Moment des Umkippens fast nie selbst sehen, müssen wir die Begleitumstände wie Detektive abfragen. Bestimmte Signale weisen massiv auf eine lebensgefährliche kardiale Ursache hin.
Jede Synkope ist bis zum Beweis des Gegenteils als kardialer Notfall zu werten!
💡 MERKE:
Eine Synkope ist eine plötzliche, kurzzeitige Bewusstlosigkeit durch eine Minderdurchblutung des Gehirns. Tritt die Synkope ohne Vorwarnung, im Liegen oder unter Belastung auf, ist sie als lebensgefährliche kardiale Synkope zu behandeln! Ein 12-Kanal-EKG und die Blutzuckermessung sind bei jedem umgekippten Patienten absolute Pflicht. Synkopen-Patienten gehören zur Abklärung immer in die Klinik, auch wenn sie aktuell völlig wach sind!
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Herzlich willkommen in der Welt der Frequenzen! Normalerweise schlägt unser Herz in einem regelmäßigen Sinusrhythmus zwischen 60 und 80 Mal pro Minute. Gesteuert wird dies durch spezialisierte Zellen, die elektrische Impulse aussenden. Wenn diese Impulsbildung oder die Weiterleitung gestört ist, gerät das Herz aus dem Takt. Für uns im Rettungsdienst zählt dabei nur eine Frage: Führt der Rhythmus zu einem stabilen Kreislauf oder bricht der Patient gerade zusammen?
In der Notfallmedizin sortieren wir Rhythmusstörungen primär nach ihrer Geschwindigkeit, um die Dringlichkeit der Behandlung festzulegen.
Um am Monitor schnell eine Entscheidung zu treffen, schauen wir uns die Breite des QRS-Komplexes an.
Wir behandeln Herzrhythmusstörungen immer dann, wenn sie den Patienten instabil machen (Schock, Bewusstseinstrübung, Atemnot oder Brustschmerz).
💡 MERKE:
Wir behandeln nicht den Monitor, sondern den Patienten! Ein Patient mit einem Puls von 40 kann stabil sein, während ein Patient mit einem Puls von 160 im Schock liegen kann. Jede Breitkomplextachykardie ist bis zum Beweis des Gegenteils eine lebensgefährliche ventrikuläre Tachykardie! Das 12-Kanal-EKG muss bei jeder Rhythmusstörung so früh wie möglich abgeleitet werden, um die korrekte medikamentöse oder elektrische Therapie zu wählen.
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Herzlich willkommen zur "Verkalkung" der Schlagadern! Die Arteriosklerose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Schlagadern (Arterien). Dabei kommt es über Jahrzehnte hinweg zu Ablagerungen in den Gefäßwänden, die das Lumen – also den Innendurchmesser des Rohrs – immer weiter verengen. Da Arterien das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen transportieren, führt jede Verengung zwangsläufig zu einer Mangelversorgung (Ischämie) im dahinterliegenden Gewebe.
Arteriosklerose ist kein bloßes "Dreck im Rohr"-Phänomen, sondern ein hochkomplexer entzündlicher Prozess in der Gefäßinnenhaut (Endothel).
In der Prävention und im Anamnesegespräch im Rettungsdienst suchen wir gezielt nach diesen Faktoren, um das Risiko für akute Ereignisse einzuschätzen.
Die Arteriosklerose tut jahrelang nicht weh. Sie wird erst dann zum Notfall, wenn die Durchblutung kritisch wird.
💡 MERKE:
Die Arteriosklerose ist eine systemische Erkrankung. Wer verkalkte Gefäße in den Beinen hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verkalkte Gefäße am Herzen und im Gehirn!Es ist ein entzündlicher Prozess, kein reiner Kalk-Ablagerungsprozess.Das größte Risiko für den Rettungsdienst ist die Plaque-Ruptur, da sie zum schlagartigen Gefäßverschluss (Infarkt) führt.
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Herzlich willkommen bei den peripheren Durchblutungsstörungen! Die Schlagadern (Arterien) transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff in unsere Arme und Beine. Wenn dieses Röhrensystem durch Kalk oder ein Blutgerinnsel blockiert wird, gerät das Gewebe dahinter in eine massive Unterversorgung (Ischämie). Ein Muskel, der keinen Sauerstoff bekommt, schmerzt extrem. Stirbt er ab, droht die Amputation.
Die pAVK ist die chronische Form der Durchblutungsstörung. Sie entsteht über Jahre hinweg durch die Arteriosklerose, weshalb das Gefäß langsam immer enger wird.
Das ist der absolute, zeitkritische Notfall! Ein Gefäß wird von der einen auf die andere Sekunde komplett verschlossen. Ursache ist meist ein Embolus (ein Blutgerinnsel, das sich zum Beispiel bei Vorhofflimmern im Herzen gebildet hat und in das Bein geschossen wird) oder ein Thrombus (ein Gerinnsel, das auf einem alten Plaque im Gefäß plötzlich aufreißt).
Um den akuten Verschluss zu erkennen, suchen wir nach den klassischen 6 P nach Pratt (englischsprachige Leitsymptome):
Beim akuten arteriellen Verschluss muss das Gerinnsel so schnell wie möglich im Krankenhaus (operativ oder mit Medikamenten) entfernt werden. Unsere Erstmaßnahmen sollen den Restblutfluss erhalten und Gewebeschäden minimieren.
💡 MERKE:
Die pAVK ist chronisch (Schaufensterkrankheit). Der akute Verschluss kommt aus heiterem Himmel. Die 6 P nach Pratt sind das diagnostische Werkzeug für den akuten Verschluss (Pain, Paleness, Pulselessness, Paresthesia, Paralysis, Prostration).Die absolut wichtigste Maßnahme am Einsatzort ist die Tieflagerung der betroffenen Extremität!
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Herzlich willkommen zum fortgeschrittenen BPR-Algorithmus! Wir wissen bereits, dass ein akuter arterieller Verschluss durch die 6 P nach Pratt (Pain, Pallor, Pulselessness, Paresthesia, Paralysis, Prostration) gekennzeichnet ist. Der offizielle Behandlungspfad fordert nun von uns, diese Symptome mit spezifischen Risikofaktoren abzugleichen, um die Entscheidung für einen massiven, medikamentösen Eingriff in die Blutgerinnung (Heparin) zu rechtfertigen.
Um den Verdacht auf einen arteriellen Verschluss zu erhärten, müssen wir gezielt nach Vorerkrankungen suchen, die das Entstehen eines Blutgerinnsels begünstigen. Der BPR listet hier klare Indikatoren auf:
Der Behandlungspfad schreibt dem Rettungsteam eine strikte, chronologische Abarbeitung vor.
Wird die Schlüsselfrage mit "Ja" beantwortet, greifen die finalen und extrem wichtigen Maßnahmen dieses Pfades.
💡 MERKE:
Der BPR verlangt den Abgleich der 6 P-Symptome mit Vorerkrankungen wie Vorhofflimmern oder Stent-Anlagen.Ist der Verschluss klinisch wahrscheinlich, erfolgt zuerst die Schmerztherapie!Anschließend ist die Gabe von 5000 Internationalen Einheiten Heparin durch den NotSan indiziert.Den Abschluss bilden zwingend die Immobilisation und die Tieflagerung des Beins oder Arms.
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Herzlich willkommen im venösen System! Die Venen haben die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu transportieren. Da sie keinen eigenen starken Pumpdruck haben, nutzen sie die Muskelpumpe der Beine und Venenklappen, die das Blut am Zurückfließen hindern. Wenn sich in diesen tiefen Bein- oder Beckenvenen ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet, verstopft das Rohr. Das Blut staut sich im Bein und das Wasser wird in das Gewebe gepresst.
Ein gesundes Blutgefäß bildet keine Gerinnsel. Damit eine Thrombose entsteht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Medizin fasst diese in der Virchow-Trias (benannt nach Rudolf Virchow) in 3 Hauptursachen zusammen:
Die Symptome der TVT sind das absolute klinische Gegenteil des akuten arteriellen Verschlusses! Während das Bein dort kalt, blass und pulslos wird, sehen wir bei der Venenthrombose ein völlig anderes Bild.
Die TVT selbst tötet den Patienten nicht sofort. Die absolute Lebensgefahr besteht darin, dass sich dieser Thrombus löst, mit dem Blutstrom in das rechte Herz wandert und von dort in die Lunge geschossen wird (Lungenembolie). Unsere Aufgabe ist es, genau das zu verhindern!
💡 MERKE:
Der venöse Verschluss (TVT) zeigt sich als geschwollenes, rotes, überwärmtes Bein mit tastbarem Puls. Die Entstehung basiert auf der Virchow-Trias (Stase, Wandschaden, Gerinnungsneigung).Die größte präklinische Gefahr ist das Losreißen des Thrombus. Daher gilt: Striktion Bewegungsausfall, nicht massieren und streng liegender Transport!
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Herzlich willkommen zum akuten Verschluss im Lungenkreislauf! Die Lungenembolie ist die direkte Komplikation der tiefen Venenthrombose. Ein Blutgerinnsel (Thrombus) in den tiefen Bein- oder Beckenvenen reißt sich los. Ab diesem Moment nennen wir es Embolus. Es schwimmt mit dem venösen Blutstrom in die rechte Herzhälfte und wird von dort mit voller Wucht in die Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) gepumpt. Dort bleiben die Gefäße wie in einem Trichter stecken. Das Rohr ist dicht!
Die Lungenembolie tötet auf 2 völlig unterschiedlichen Wegen gleichzeitig. Wir haben ein Lungenproblem und ein massives Herzproblem.
Die Symptome treten meist schlagartig auf (oft nach dem Aufstehen aus dem Bett oder dem Pressen auf der Toilette, wenn sich der Thrombus löst).
Die oberste Priorität am Einsatzort ist es, den Sauerstoffmangel zu beheben, den Kreislauf zu stützen und das Herz vor dem endgültigen Stillstand zu bewahren.
💡 MERKE:
Die Lungenembolie ist der akute Verschluss der Lungenarterie, fast immer ausgelöst durch eine fortgeschwemmte Beinvenenthrombose. Leitsymptome sind blitzartige Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz und Tachykardie. Es kommt zu einem massiven Sauerstoffmangel und einem akuten Rechtsherzversagen (Cor pulmonale).Die Therapie besteht aus absoluter Ruhe, Oberkörperhochlage und gezielter Sauerstoffgabe.
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Herzlich willkommen zum fortgeschrittenen Management der Lungenembolie! Wir haben die Pathophysiologie (den verstopften Lungenkreislauf) bereits besprochen. Nun schauen wir uns an, wie wir präklinisch die Wahrscheinlichkeit dieser lebensgefährlichen Diagnose rechtssicher untermauern. Da wir im Rettungswagen kein CT-Gerät haben, nutzen wir standardisierte Scoring-Systeme. Nur wenn diese Scores bestimmte Schwellenwerte überschreiten, ist die eigenverantwortliche Gabe von Blutverdünnern durch den Notfallsanitäter gerechtfertigt.
Die Diagnose ist präklinisch selten zu 100 Prozent eindeutig. Der Behandlungspfad fordert daher eine extrem genaue Erfassung der Hinweise.
Um das Medikament Heparin freizugeben, verlangt der Algorithmus zwingend die Auswertung von 2 verschiedenen Scores in der erweiterten Anamnese.
Wenn beide Scores ihre Schwellenwerte erreichen (Wells größer oder gleich 5 Punkte UND sPESI größer oder gleich 1 Punkt), ist die Anwendung von Heparin durch den Notfallsanitäter indiziert und begründet!
💡 MERKE:
Die Diagnose der LAE wird präklinisch durch den Wells-Score (Wahrscheinlichkeit ab 5 Punkten) und den sPESI-Score (Risiko ab 1 Punkt) erhärtet. Sind beide Bedingungen erfüllt, ist die Gabe von 5000 Internationalen Einheiten Heparin durch den NotSan legitimiert! EKG-Zeichen (wie der SI-QIII-Typ) weisen auf eine Rechtsherzbelastung hin, beweisen die Embolie aber nicht.
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Herzlich willkommen zur Pathologie der Aorta! Das Blut verlässt die linke Herzkammer unter extrem hohem Druck in die Aorta. Dieses Gefäß ist elastisch und fängt die Druckwelle jedes Herzschlags ab. Durch Arteriosklerose und jahrelangen Bluthochdruck verliert die Wand jedoch ihre Elastizität. Sie wird spröde. Wenn diese starr gewordene Wand dem Druck nicht mehr standhält, kommt es zu strukturellen Zerstörungen, die den Patienten innerhalb von Minuten innerlich verbluten lassen können.
Ein Aneurysma ist eine krankhafte, ballonartige Aussackung der gesamten Gefäßwand. Meistens passiert dies im Bauchraum (Bauchaortenaneurysma). Die Gefahr ist nicht die Aussackung selbst, sondern das Platzen (die Ruptur).
Bei der Dissektion platzt das Rohr nicht sofort nach außen, sondern es reißt innerlich auf. Die Aortenwand besteht aus 3 Schichten. Durch extremen Blutdruck reißt die innerste Schicht (Intima) ein.
Wir stehen vor einem massiven Dilemma: Der Patient ist im Schock, aber wenn wir den Blutdruck erhöhen, beschleunigen wir das Zerreißen der Aorta! Das präklinische Management ist eine absolute Gratwanderung.
💡 MERKE:
Das Aneurysma ist eine Aussackung. Platzt sie, kommt es zum massiven inneren Verbluten (tief sitzender Bauch/Rückenschmerz).Die Dissektion ist eine innere Spaltung der Gefäßwand. Leitsymptome sind der wandernde Vernichtungsschmerz und Blutdruckdifferenzen an den Armen. Die absolute Kernmaßnahme besteht in der aggressiven Schmerztherapie, dem Zulassen eines niedrigen Blutdrucks und dem sofortigen Transport in die Gefäßchirurgie!
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Herzlich willkommen zum akuten Abdomen mit kardiologischer Ursache! Der Darm wird hauptsächlich über eine große Schlagader (die Arteria mesenterica superior) mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Verstopft dieses Gefäß durch ein Blutgerinnsel, wird der Darm von der Blutzufuhr abgeschnitten. Das Gewebe stirbt ab (Nekrose), die Darmwand wird durchlässig und hochaggressive Bakterien sowie Kot wandern ungehindert in die sterile Bauchhöhle. Es entsteht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) mit einer rasend schnellen Blutvergiftung (Sepsis).
Der Verschluss entsteht fast immer aus Vorerkrankungen, die wir bereits besprochen haben. Er ist ein Folgeproblem des Herz-Kreislauf-Systems.
Das absolut Tückische an diesem Krankheitsbild ist der zeitliche Verlauf. Es durchläuft 3 Phasen, wobei uns die zweite Phase (das Latenzstadium) oft eine massive Fehldiagnose provoziert.
Wir können den Verschluss auf der Straße weder beweisen noch beheben. Wenn wir bei plötzlichem Bauchschmerz und der Vorgeschichte "Vorhofflimmern" den Verdacht schöpfen, zählt jede Minute!
💡 MERKE:
Der Mesenterialgefäßverschluss ist der Infarkt des Darms, meist ausgelöst durch ein Gerinnsel bei Vorhofflimmern.Der Verlauf ist extrem tückisch: Nach anfänglichem Vernichtungsschmerz folgt ein Latenzstadium (der "faule Frieden"), in dem die Schmerzen trügerisch nachlassen, während der Darm abstirbt!Die Therapie besteht aus Nahrungskarenz, aggressiver Schmerztherapie, massiver Flüssigkeitsgabe und dem direkten Transport in die Viszeralchirurgie.
Herzlich willkommen bei den kardiozirkulatorischen Notfällen! Das Herz-Kreislauf-System ist das Transportnetzwerk des Körpers. Seine einzige Aufgabe ist es, ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen zu bringen und Abfallprodukte abzutransportieren. Wenn dieses System gestört ist, gerät der Körper in einen lebensgefährlichen Schockzustand. Wir müssen die Ursache erkennen und behandeln, bevor der Sauerstoffmangel die Organe irreversibel zerstört.
Ein funktionierendes Herz-Kreislauf-System braucht eine starke Pumpe, ein intaktes Röhrensystem und ausreichend Flüssigkeit. Fällt auch nur 1 dieser Komponenten aus, kollabiert der Kreislauf.
Der Körper versucht, den drohenden Zusammenbruch durch die massive Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin) zu kompensieren. Dies führt zu charakteristischen, lebensbedrohlichen Symptomen, die wir nach dem ABCDE-Schema erkennen müssen.
Bei kardiozirkulatorischen Notfällen ist Zeit der wichtigste Faktor. Die Erstmaßnahmen zielen darauf ab, den Sauerstoffbedarf des Herzens zu senken und die Organversorgung zu sichern.
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Herzlich willkommen zur Übersicht der kardiovaskulären Notfälle! Um die Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir die Krankheiten in unserem Kopf sortieren. Ein Herzinfarkt ist ein Durchblutungsproblem, eine Myokarditis ein strukturelles Problem und eine Lungenembolie ein Problem des Röhrensystems, das rückwärts auf das Herz wirkt. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Intensiv-Blöcke.
Hier ist die Architektur oder das Muskelgewebe des Herzens selbst betroffen.
Hier werden das Herz oder die Lunge durch verstopfte Versorgungsleitungen oder extreme Druckverhältnisse massiv geschädigt.
Hier ist das Reizleitungssystem des Herzens aus dem Takt geraten.
Hier geht es um die Schlagadern, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg in den Körper transportieren.
Hier geht es um die Gefäße, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurückführen.
💡 MERKE:
Diese Übersicht dient als Inhaltsverzeichnis für die kommenden Module.Bei fast allen diesen Krankheitsbildern spielt der Faktor Zeit in der präklinischen Notfallmedizin die alles entscheidende Rolle, um irreversible Organschäden (am Herzmuskel, am Gehirn oder am Darm) zu verhindern.
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Herzlich willkommen in der Kardiologie! Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, die benötigte Menge an Blut durch den Körper zu pumpen. Dies kann akut (innerhalb von Stunden, zum Beispiel durch einen Infarkt) oder chronisch (über Jahre, zum Beispiel durch Bluthochdruck) entstehen. Wir unterscheiden grundsätzlich 2 Probleme: Das Vorwärtsversagen (es kommt zu wenig Blut im Körper an) und das Rückwärtsversagen (das Blut staut sich vor dem Herzen zurück).
Die linke Herzkammer ist der Hochdruck-Motor unseres Körpers. Wenn sie versagt, staut sich das sauerstoffreiche Blut, das eigentlich in den Körper gepumpt werden soll, rückwärts in die Lunge.
Die rechte Herzkammer pumpt das sauerstoffarme Blut zur Lunge. Wenn sie versagt, staut sich das Blut rückwärts in den Körperkreislauf.
Hinweis: Wenn beide Herzhälften gleichzeitig versagen, sprechen wir von einer Globalinsuffizienz. Der Patient zeigt dann alle oben genannten Symptome.
Wenn ein Patient mit einer Herzinsuffizienz akut dekompensiert (meist als massives Lungenödem), zählt jede Minute. Wir müssen das Herz entlasten!
💡 MERKE:
Linksherzinsuffizienz bedeutet Rückstau in die Lunge (Atemnot, Lungenödem, brodelnde Atmung).Rechtsherzinsuffizienz bedeutet Rückstau in den Körper (dicke Beine, gestaute Halsvenen).Die absolut wichtigste erste Maßnahme bei akuter Atemnot ist die Herzbett-Lagerung (sitzen, Beine tief)!Nitroglycerin darf nur gegeben werden, wenn der systolische Blutdruck sicher über 90 Millimeter Quecksilbersäule liegt.
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Herzlich willkommen zur Mechanik des Herzens! Das Herz besitzt 4 Klappen, die wie Einbahnstraßen funktionieren. Sie öffnen sich, um das Blut in die richtige Richtung durchzulassen, und schließen sich sofort wieder, damit das Blut nicht zurückfließt. Wenn diese Mechanik durch Alterung, Verkalkung oder frühere Infektionen zerstört wird, sprechen wir von einem Herzklappenfehler. Da die linke Herzhälfte unter extrem hohem Druck arbeitet, sind die Aortenklappe und die Mitralklappe am häufigsten betroffen.
Egal welche Klappe betroffen ist, es gibt mechanisch immer nur 2 Arten von Defekten, die das Herz massiv belasten.
Für den Notfallmediziner sind besonders 2 linkssaitige Klappenfehler von extremer Bedeutung, da sie akut lebensbedrohlich dekompensieren können.
Wir behandeln im Rettungsdienst nicht den Klappenfehler selbst, sondern die daraus resultierende Herzinsuffizienz. Das Vorgehen erfordert höchste Vorsicht!
💡 MERKE:
Stenose bedeutet: Die Klappe öffnet nicht richtig (Druckbelastung).Insuffizienz bedeutet: Die Klappe schließt nicht richtig (Volumenbelastung / Pendelblut).Bei einer bekannten Aortenklappenstenose darf bei Brustschmerz oder Lungenödem unter keinen Umständen Nitroglycerin verabreicht werden, da ein tödlicher Kreislaufkollaps droht!
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Herzlich willkommen bei den Herzkranzgefäßen! Das Herz pumpt nicht nur Blut für den Körper, es muss sich auch selbst mit Sauerstoff versorgen. Dafür besitzt es ein eigenes Gefäßnetz auf seiner Außenseite: Die Koronararterien. Bei der Koronaren Herzkrankheit verengen sich diese lebenswichtigen Leitungen über Jahre hinweg durch Gefäßverkalkung. Das Resultat ist ein klassisches Missverhältnis: Der Herzmuskel fordert bei Belastung mehr Sauerstoff an, als durch die verengten Rohre geliefert werden kann.
Die KHK entsteht nicht über Nacht. Es ist ein chronischer Prozess, der durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte massiv beschleunigt wird.
Der Herzmuskel reagiert auf den akuten Sauerstoffmangel mit einem sehr spezifischen Alarmsignal, der Angina Pectoris (übersetzt: Brustenge). Wir unterscheiden hierbei eine stabile von einer instabilen Form.
Im Rettungsdienst begegnen wir meist Patienten, deren chronische KHK gerade akut symptomatisch wird. Unser oberstes Ziel ist es, den Sauerstoffbedarf des Herzens sofort zu drosseln.
💡 MERKE:
Die KHK ist ein chronisches Durchblutungsproblem durch verkalkte Herzkranzgefäße. Das Hauptsymptom ist die Angina Pectoris (Brustenge), die bei der stabilen KHK nur unter Belastung auftritt und in Ruhe verschwindet. Die absolute Basistherapie am Einsatzort besteht aus Ruhe, Oberkörperhochlage und einem sofortigen 12-Kanal-EKG!
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Herzlich willkommen im akutesten kardiologischen Notfall! Das Akute Koronarsyndrom ist ein Überbegriff, der die lebensgefährliche Endstufe der KHK beschreibt. Ein fetthaltiger Plaque in der Gefäßwand ist plötzlich aufgebrochen (Plaque-Ruptur). Der Körper reagiert darauf wie auf eine offene Wunde und bildet sofort ein Blutgerinnsel (Thrombus), welches das Gefäß teilweise oder komplett verstopft. Die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel ist schlagartig unterbrochen.
Da wir ohne Blutuntersuchung und Herzkatheter auf der Straße nicht exakt in das Gefäß schauen können, unterteilen wir das ACS anhand des 12-Kanal-Elektrokardiogramms und der Symptome in 3 Kategorien.
Das Leitsymptom ist ein extremer, oft vernichtender Schmerz hinter dem Brustbein. Wir müssen jedoch wissen, dass nicht jeder Patient das Lehrbuch gelesen hat.
Das oberste Ziel am Einsatzort ist es, das Wachstum des Blutgerinnsels zu stoppen, die Schmerzen zu nehmen und das Herz zu entlasten, bevor Kammerflimmern auftritt.
💡 MERKE:
Das ACS ist der plötzliche Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Bei jedem unklaren Brustschmerz oder bei plötzlicher Atemnot/Übelkeit bei Risikopatienten muss sofort ein 12-Kanal-EKG (innerhalb von 10 Minuten) abgeleitet werden!Die medikamentöse Therapie zielt auf Blutverdünnung (ASS, Heparin), Schmerzlinderung (Opiate) und Entlastung ab. Die absolute Therapie der Wahl ist die sofortige Wiedereröffnung des Gefäßes im Herzkatheterlabor!
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Herzlich willkommen zum kardialen Lungenödem! Wenn die linke Herzkammer akut versagt (zum Beispiel durch einen Herzinfarkt oder eine hypertensive Krise), kann sie das Blut, das von der Lunge kommt, nicht mehr in den Körper weiterpumpen. Die Pumpe streikt, aber die rechte Herzhälfte pumpt munter weiter Blut in die Lunge hinein. Es entsteht ein massiver Stau in den Lungengefäßen, der den Druck dort extrem ansteigen lässt.
Um das kardiale Lungenödem behandeln zu können, müssen wir verstehen, warum das Wasser überhaupt in der Lunge landet.
Ein Patient mit einem ausgeprägten Lungenödem bietet ein sehr dramatisches Bild und befindet sich in absoluter Todesangst.
Wir müssen den Druck im Herzen sofort senken und das Wasser mechanisch aus der Lunge drücken.
💡 MERKE:
Das kardiale Lungenödem ist ein mechanischer Rückstau von Blutwasser in die Lungenbläschen durch ein Linksherzversagen. Leitsymptome sind extreme Atemnot im Liegen (Orthopnoe) und brodelnde Atemgeräusche. Die Behandlung besteht aus Herzbett-Lagerung (sitzen, Beine runter), Nitroglycerin (Blutdruck beachten!) und rechtzeitiger CPAP-Beatmung, um das Wasser aus den Lungenbläschen zu drücken.
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Herzlich willkommen zur Bewusstlosigkeit auf Zeit! Eine Synkope ist definiert als ein vorübergehender, kompletter Bewusstseinsverlust, der extrem schnell einsetzt, nur sehr kurz andauert (meist unter 1 Minute) und von dem sich der Patient spontan und vollständig wieder erholt. Die Ursache ist in jedem Fall dieselbe: Das Gehirn wird für einen kurzen Moment nicht ausreichend mit Blut (und damit Sauerstoff) versorgt. Die große Frage für uns ist: Warum hat die Pumpe kurz ausgesetzt?
Die europäische Leitlinie teilt die Synkope in 3 große Gruppen ein. Für uns ist es überlebenswichtig, die gefährlichste Form zu erkennen.
Da wir den Moment des Umkippens fast nie selbst sehen, müssen wir die Begleitumstände wie Detektive abfragen. Bestimmte Signale weisen massiv auf eine lebensgefährliche kardiale Ursache hin.
Jede Synkope ist bis zum Beweis des Gegenteils als kardialer Notfall zu werten!
💡 MERKE:
Eine Synkope ist eine plötzliche, kurzzeitige Bewusstlosigkeit durch eine Minderdurchblutung des Gehirns. Tritt die Synkope ohne Vorwarnung, im Liegen oder unter Belastung auf, ist sie als lebensgefährliche kardiale Synkope zu behandeln! Ein 12-Kanal-EKG und die Blutzuckermessung sind bei jedem umgekippten Patienten absolute Pflicht. Synkopen-Patienten gehören zur Abklärung immer in die Klinik, auch wenn sie aktuell völlig wach sind!
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Herzlich willkommen in der Welt der Frequenzen! Normalerweise schlägt unser Herz in einem regelmäßigen Sinusrhythmus zwischen 60 und 80 Mal pro Minute. Gesteuert wird dies durch spezialisierte Zellen, die elektrische Impulse aussenden. Wenn diese Impulsbildung oder die Weiterleitung gestört ist, gerät das Herz aus dem Takt. Für uns im Rettungsdienst zählt dabei nur eine Frage: Führt der Rhythmus zu einem stabilen Kreislauf oder bricht der Patient gerade zusammen?
In der Notfallmedizin sortieren wir Rhythmusstörungen primär nach ihrer Geschwindigkeit, um die Dringlichkeit der Behandlung festzulegen.
Um am Monitor schnell eine Entscheidung zu treffen, schauen wir uns die Breite des QRS-Komplexes an.
Wir behandeln Herzrhythmusstörungen immer dann, wenn sie den Patienten instabil machen (Schock, Bewusstseinstrübung, Atemnot oder Brustschmerz).
💡 MERKE:
Wir behandeln nicht den Monitor, sondern den Patienten! Ein Patient mit einem Puls von 40 kann stabil sein, während ein Patient mit einem Puls von 160 im Schock liegen kann. Jede Breitkomplextachykardie ist bis zum Beweis des Gegenteils eine lebensgefährliche ventrikuläre Tachykardie! Das 12-Kanal-EKG muss bei jeder Rhythmusstörung so früh wie möglich abgeleitet werden, um die korrekte medikamentöse oder elektrische Therapie zu wählen.
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Herzlich willkommen zur "Verkalkung" der Schlagadern! Die Arteriosklerose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Schlagadern (Arterien). Dabei kommt es über Jahrzehnte hinweg zu Ablagerungen in den Gefäßwänden, die das Lumen – also den Innendurchmesser des Rohrs – immer weiter verengen. Da Arterien das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen transportieren, führt jede Verengung zwangsläufig zu einer Mangelversorgung (Ischämie) im dahinterliegenden Gewebe.
Arteriosklerose ist kein bloßes "Dreck im Rohr"-Phänomen, sondern ein hochkomplexer entzündlicher Prozess in der Gefäßinnenhaut (Endothel).
In der Prävention und im Anamnesegespräch im Rettungsdienst suchen wir gezielt nach diesen Faktoren, um das Risiko für akute Ereignisse einzuschätzen.
Die Arteriosklerose tut jahrelang nicht weh. Sie wird erst dann zum Notfall, wenn die Durchblutung kritisch wird.
💡 MERKE:
Die Arteriosklerose ist eine systemische Erkrankung. Wer verkalkte Gefäße in den Beinen hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verkalkte Gefäße am Herzen und im Gehirn!Es ist ein entzündlicher Prozess, kein reiner Kalk-Ablagerungsprozess.Das größte Risiko für den Rettungsdienst ist die Plaque-Ruptur, da sie zum schlagartigen Gefäßverschluss (Infarkt) führt.
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Herzlich willkommen bei den peripheren Durchblutungsstörungen! Die Schlagadern (Arterien) transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff in unsere Arme und Beine. Wenn dieses Röhrensystem durch Kalk oder ein Blutgerinnsel blockiert wird, gerät das Gewebe dahinter in eine massive Unterversorgung (Ischämie). Ein Muskel, der keinen Sauerstoff bekommt, schmerzt extrem. Stirbt er ab, droht die Amputation.
Die pAVK ist die chronische Form der Durchblutungsstörung. Sie entsteht über Jahre hinweg durch die Arteriosklerose, weshalb das Gefäß langsam immer enger wird.
Das ist der absolute, zeitkritische Notfall! Ein Gefäß wird von der einen auf die andere Sekunde komplett verschlossen. Ursache ist meist ein Embolus (ein Blutgerinnsel, das sich zum Beispiel bei Vorhofflimmern im Herzen gebildet hat und in das Bein geschossen wird) oder ein Thrombus (ein Gerinnsel, das auf einem alten Plaque im Gefäß plötzlich aufreißt).
Um den akuten Verschluss zu erkennen, suchen wir nach den klassischen 6 P nach Pratt (englischsprachige Leitsymptome):
Beim akuten arteriellen Verschluss muss das Gerinnsel so schnell wie möglich im Krankenhaus (operativ oder mit Medikamenten) entfernt werden. Unsere Erstmaßnahmen sollen den Restblutfluss erhalten und Gewebeschäden minimieren.
💡 MERKE:
Die pAVK ist chronisch (Schaufensterkrankheit). Der akute Verschluss kommt aus heiterem Himmel. Die 6 P nach Pratt sind das diagnostische Werkzeug für den akuten Verschluss (Pain, Paleness, Pulselessness, Paresthesia, Paralysis, Prostration).Die absolut wichtigste Maßnahme am Einsatzort ist die Tieflagerung der betroffenen Extremität!
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Herzlich willkommen zum fortgeschrittenen BPR-Algorithmus! Wir wissen bereits, dass ein akuter arterieller Verschluss durch die 6 P nach Pratt (Pain, Pallor, Pulselessness, Paresthesia, Paralysis, Prostration) gekennzeichnet ist. Der offizielle Behandlungspfad fordert nun von uns, diese Symptome mit spezifischen Risikofaktoren abzugleichen, um die Entscheidung für einen massiven, medikamentösen Eingriff in die Blutgerinnung (Heparin) zu rechtfertigen.
Um den Verdacht auf einen arteriellen Verschluss zu erhärten, müssen wir gezielt nach Vorerkrankungen suchen, die das Entstehen eines Blutgerinnsels begünstigen. Der BPR listet hier klare Indikatoren auf:
Der Behandlungspfad schreibt dem Rettungsteam eine strikte, chronologische Abarbeitung vor.
Wird die Schlüsselfrage mit "Ja" beantwortet, greifen die finalen und extrem wichtigen Maßnahmen dieses Pfades.
💡 MERKE:
Der BPR verlangt den Abgleich der 6 P-Symptome mit Vorerkrankungen wie Vorhofflimmern oder Stent-Anlagen.Ist der Verschluss klinisch wahrscheinlich, erfolgt zuerst die Schmerztherapie!Anschließend ist die Gabe von 5000 Internationalen Einheiten Heparin durch den NotSan indiziert.Den Abschluss bilden zwingend die Immobilisation und die Tieflagerung des Beins oder Arms.
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Herzlich willkommen im venösen System! Die Venen haben die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu transportieren. Da sie keinen eigenen starken Pumpdruck haben, nutzen sie die Muskelpumpe der Beine und Venenklappen, die das Blut am Zurückfließen hindern. Wenn sich in diesen tiefen Bein- oder Beckenvenen ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet, verstopft das Rohr. Das Blut staut sich im Bein und das Wasser wird in das Gewebe gepresst.
Ein gesundes Blutgefäß bildet keine Gerinnsel. Damit eine Thrombose entsteht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Medizin fasst diese in der Virchow-Trias (benannt nach Rudolf Virchow) in 3 Hauptursachen zusammen:
Die Symptome der TVT sind das absolute klinische Gegenteil des akuten arteriellen Verschlusses! Während das Bein dort kalt, blass und pulslos wird, sehen wir bei der Venenthrombose ein völlig anderes Bild.
Die TVT selbst tötet den Patienten nicht sofort. Die absolute Lebensgefahr besteht darin, dass sich dieser Thrombus löst, mit dem Blutstrom in das rechte Herz wandert und von dort in die Lunge geschossen wird (Lungenembolie). Unsere Aufgabe ist es, genau das zu verhindern!
💡 MERKE:
Der venöse Verschluss (TVT) zeigt sich als geschwollenes, rotes, überwärmtes Bein mit tastbarem Puls. Die Entstehung basiert auf der Virchow-Trias (Stase, Wandschaden, Gerinnungsneigung).Die größte präklinische Gefahr ist das Losreißen des Thrombus. Daher gilt: Striktion Bewegungsausfall, nicht massieren und streng liegender Transport!
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Herzlich willkommen zum akuten Verschluss im Lungenkreislauf! Die Lungenembolie ist die direkte Komplikation der tiefen Venenthrombose. Ein Blutgerinnsel (Thrombus) in den tiefen Bein- oder Beckenvenen reißt sich los. Ab diesem Moment nennen wir es Embolus. Es schwimmt mit dem venösen Blutstrom in die rechte Herzhälfte und wird von dort mit voller Wucht in die Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) gepumpt. Dort bleiben die Gefäße wie in einem Trichter stecken. Das Rohr ist dicht!
Die Lungenembolie tötet auf 2 völlig unterschiedlichen Wegen gleichzeitig. Wir haben ein Lungenproblem und ein massives Herzproblem.
Die Symptome treten meist schlagartig auf (oft nach dem Aufstehen aus dem Bett oder dem Pressen auf der Toilette, wenn sich der Thrombus löst).
Die oberste Priorität am Einsatzort ist es, den Sauerstoffmangel zu beheben, den Kreislauf zu stützen und das Herz vor dem endgültigen Stillstand zu bewahren.
💡 MERKE:
Die Lungenembolie ist der akute Verschluss der Lungenarterie, fast immer ausgelöst durch eine fortgeschwemmte Beinvenenthrombose. Leitsymptome sind blitzartige Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz und Tachykardie. Es kommt zu einem massiven Sauerstoffmangel und einem akuten Rechtsherzversagen (Cor pulmonale).Die Therapie besteht aus absoluter Ruhe, Oberkörperhochlage und gezielter Sauerstoffgabe.
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Herzlich willkommen zum fortgeschrittenen Management der Lungenembolie! Wir haben die Pathophysiologie (den verstopften Lungenkreislauf) bereits besprochen. Nun schauen wir uns an, wie wir präklinisch die Wahrscheinlichkeit dieser lebensgefährlichen Diagnose rechtssicher untermauern. Da wir im Rettungswagen kein CT-Gerät haben, nutzen wir standardisierte Scoring-Systeme. Nur wenn diese Scores bestimmte Schwellenwerte überschreiten, ist die eigenverantwortliche Gabe von Blutverdünnern durch den Notfallsanitäter gerechtfertigt.
Die Diagnose ist präklinisch selten zu 100 Prozent eindeutig. Der Behandlungspfad fordert daher eine extrem genaue Erfassung der Hinweise.
Um das Medikament Heparin freizugeben, verlangt der Algorithmus zwingend die Auswertung von 2 verschiedenen Scores in der erweiterten Anamnese.
Wenn beide Scores ihre Schwellenwerte erreichen (Wells größer oder gleich 5 Punkte UND sPESI größer oder gleich 1 Punkt), ist die Anwendung von Heparin durch den Notfallsanitäter indiziert und begründet!
💡 MERKE:
Die Diagnose der LAE wird präklinisch durch den Wells-Score (Wahrscheinlichkeit ab 5 Punkten) und den sPESI-Score (Risiko ab 1 Punkt) erhärtet. Sind beide Bedingungen erfüllt, ist die Gabe von 5000 Internationalen Einheiten Heparin durch den NotSan legitimiert! EKG-Zeichen (wie der SI-QIII-Typ) weisen auf eine Rechtsherzbelastung hin, beweisen die Embolie aber nicht.
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Herzlich willkommen zur Pathologie der Aorta! Das Blut verlässt die linke Herzkammer unter extrem hohem Druck in die Aorta. Dieses Gefäß ist elastisch und fängt die Druckwelle jedes Herzschlags ab. Durch Arteriosklerose und jahrelangen Bluthochdruck verliert die Wand jedoch ihre Elastizität. Sie wird spröde. Wenn diese starr gewordene Wand dem Druck nicht mehr standhält, kommt es zu strukturellen Zerstörungen, die den Patienten innerhalb von Minuten innerlich verbluten lassen können.
Ein Aneurysma ist eine krankhafte, ballonartige Aussackung der gesamten Gefäßwand. Meistens passiert dies im Bauchraum (Bauchaortenaneurysma). Die Gefahr ist nicht die Aussackung selbst, sondern das Platzen (die Ruptur).
Bei der Dissektion platzt das Rohr nicht sofort nach außen, sondern es reißt innerlich auf. Die Aortenwand besteht aus 3 Schichten. Durch extremen Blutdruck reißt die innerste Schicht (Intima) ein.
Wir stehen vor einem massiven Dilemma: Der Patient ist im Schock, aber wenn wir den Blutdruck erhöhen, beschleunigen wir das Zerreißen der Aorta! Das präklinische Management ist eine absolute Gratwanderung.
💡 MERKE:
Das Aneurysma ist eine Aussackung. Platzt sie, kommt es zum massiven inneren Verbluten (tief sitzender Bauch/Rückenschmerz).Die Dissektion ist eine innere Spaltung der Gefäßwand. Leitsymptome sind der wandernde Vernichtungsschmerz und Blutdruckdifferenzen an den Armen. Die absolute Kernmaßnahme besteht in der aggressiven Schmerztherapie, dem Zulassen eines niedrigen Blutdrucks und dem sofortigen Transport in die Gefäßchirurgie!
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Herzlich willkommen zum akuten Abdomen mit kardiologischer Ursache! Der Darm wird hauptsächlich über eine große Schlagader (die Arteria mesenterica superior) mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Verstopft dieses Gefäß durch ein Blutgerinnsel, wird der Darm von der Blutzufuhr abgeschnitten. Das Gewebe stirbt ab (Nekrose), die Darmwand wird durchlässig und hochaggressive Bakterien sowie Kot wandern ungehindert in die sterile Bauchhöhle. Es entsteht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) mit einer rasend schnellen Blutvergiftung (Sepsis).
Der Verschluss entsteht fast immer aus Vorerkrankungen, die wir bereits besprochen haben. Er ist ein Folgeproblem des Herz-Kreislauf-Systems.
Das absolut Tückische an diesem Krankheitsbild ist der zeitliche Verlauf. Es durchläuft 3 Phasen, wobei uns die zweite Phase (das Latenzstadium) oft eine massive Fehldiagnose provoziert.
Wir können den Verschluss auf der Straße weder beweisen noch beheben. Wenn wir bei plötzlichem Bauchschmerz und der Vorgeschichte "Vorhofflimmern" den Verdacht schöpfen, zählt jede Minute!
💡 MERKE:
Der Mesenterialgefäßverschluss ist der Infarkt des Darms, meist ausgelöst durch ein Gerinnsel bei Vorhofflimmern.Der Verlauf ist extrem tückisch: Nach anfänglichem Vernichtungsschmerz folgt ein Latenzstadium (der "faule Frieden"), in dem die Schmerzen trügerisch nachlassen, während der Darm abstirbt!Die Therapie besteht aus Nahrungskarenz, aggressiver Schmerztherapie, massiver Flüssigkeitsgabe und dem direkten Transport in die Viszeralchirurgie.