Herzlich willkommen zu diesem Modul! Wenn ihr im Rettungswagen sitzt und euch einer Einsatzstelle nähert, schießt das Adrenalin durch euren Körper. Ihr wollt sofort aussteigen, zum Patienten rennen und helfen.
Genau dieser Tunnelblick ist jedoch tödlich. Es gibt im Rettungsdienst einen Grundsatz, der über allem steht: Eigenschutz geht immer vor Fremdschutz! Ein verletzter oder toter Retter kann niemandem mehr helfen und wird selbst zum Patienten, der weitere Ressourcen bindet. Eure allererste Aufgabe am Notfallort ist der sogenannte Dreihundertsechzig-Grad-Blick. Ihr müsst die Lage scannen und potenzielle Gefahren erkennen, bevor ihr den Fuß aus dem Fahrzeug setzt.
Die Feuerwehren und Rettungsdienste haben die potenziellen Gefahren an einer Einsatzstelle in einer systematischen Matrix zusammengefasst. Man spricht hierbei von neun klassischen Gefahrenquellen, die ihr im Schlaf beherrschen müsst.
Ihr werdet zu einer bewusstlosen Person in eine Wohnung gerufen. Wenn die Person durch ein defektes Heizgerät giftiges Kohlenmonoxid eingeatmet hat, ist dieses Gas auch für euch tödlich. Kohlenmonoxid ist unsichtbar, völlig geruchlos und geschmacklos. Ohne tragbare Warngeräte (die sogenannten Kohlenmonoxid-Warner an eurem Rucksack) lauft ihr blind in die tödliche Falle.
Angehörige oder Unfallbeteiligte befinden sich in extremen Ausnahmezuständen. Aus Angst um einen geliebten Menschen kann blitzschnell offene Aggression gegen euch entstehen, wenn ihr in den Augen der Angehörigen zu langsam arbeitet. Panische Menschen handeln völlig irrational und können euch in den laufenden Straßenverkehr stoßen oder euch bei der Arbeit massiv behindern.
Eine Einsatzstelle ist niemals statisch, sie lebt und verändert sich. Das kleine Feuer im Motorraum des verunfallten Personenkraftwagens kann innerhalb von zwei Minuten auf das gesamte Fahrzeug übergreifen. Die kleine Benzinlache unter dem Auto kann sich in eure Richtung ausbreiten und sich entzünden.
Diese Gefahr ist sehr selten, aber absolut tödlich. Sie betrifft radioaktive Strahlung, die zum Beispiel in speziellen Arztpraxen, Krankenhäusern oder beim Transport von medizinischen Isotopen auf der Autobahn austreten kann. Euer normaler Rettungsdienstkittel bietet hier exakt null Schutz.
Ihr werdet zu einem Arbeitsunfall in ein Schwimmbad gerufen. Dort sind Reinigungsmittel ausgelaufen. Es entstehen giftige Chlorgase oder ätzende Dämpfe. Chemikalien können über die Atemwege, aber auch direkt durch eure Haut in euren Körper eindringen.
Das ist euer tägliches Brot. Die Gefahr durch spitze, blutige Kanülen, durch Patienten mit offener Tuberkulose oder durch hochinfektiöse Viren ist allgegenwärtig. Eure Einweghandschuhe, die Schutzbrille und die Atemschutzmaske sind hier eure einzigen Lebensretter.
Ausströmendes Erdgas in einer Wohnung oder explosive Dämpfe nach einem Verkehrsunfall sind tickende Zeitbomben. Ein einziger Funke eures Funkgerätes oder das Betätigen der Türklingel reicht aus, um das gesamte Gebäude in die Luft zu sprengen.
Nach Gasexplosionen, Unwettern oder schweren Verkehrsunfällen mit Lastkraftwagen sind Gebäudeteile oder verformte Fahrzeugdächer extrem instabil. Wenn ihr unüberlegt in ein solches Wrack klettert, um eine Infusion zu legen, kann das Konstrukt über euch zusammenbrechen.
Hochspannungsleitungen, die nach einem Sturm auf dem Boden liegen, oder der umgefahrene Stromkasten an der Straße. Elektrizität sucht sich immer den kürzesten Weg in die Erde. Wenn der Boden nass ist, könnt ihr bereits in mehreren Metern Entfernung einen tödlichen Stromschlag durch den sogenannten Spannungstrichter erleiden.
Neben der klassischen Matrix gibt es zwei weitere, alltägliche Killer für das Rettungsfachpersonal.
Wenn ihr an der Einsatzstelle eintrefft und eine dieser Gefahren erkennt, handelt ihr nach einer festen strategischen Reihenfolge. Diese Regel rettet euer Leben und das Leben des Patienten:
💡 MERKE:
Der absolut wichtigste Leitsatz lautet: Eigenschutz geht vor Fremdschutz! >Prüft jede Einsatzstelle auf die neun klassischen Gefahren: Atemgifte, Angstreaktionen, Ausbreitung, atomare und chemische Gefahren, Erkrankungen, Explosion, Einsturz und Elektrizität. Bei unklaren Lagen bleibt ihr auf massivem Abstand und fordert sofort Spezialkräfte der Feuerwehr oder der Polizei nach.
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Ein großer Teil eurer Einsätze findet nicht in sauberen, gut beleuchteten Wohnzimmern statt. Ihr arbeitet nachts im strömenden Regen auf der Autobahn, im dunklen Gleisbett der Bahn oder in unübersichtlichen Industriebetrieben.
Umgebungssituationen, die für Zivilisten völlig alltäglich sind, verwandeln sich in der Hektik eines Notfalls rasend schnell in tödliche Fallen für das Rettungspersonal. In diesem Modul brechen wir die abstrakte Gefahrenlehre auf euren ganz konkreten Arbeitsalltag herunter. Wir schauen uns an, warum Züge nicht bremsen können, wie unsichtbarer Strom euch töten kann und wie ihr euch bei Gewaltverbrechen verhaltet.
Die Straße ist euer gefährlichster Arbeitsplatz. Wenn ihr auf einer Bundesstraße oder Autobahn arbeitet, rauschen tonnenschwere Fahrzeuge mit oft über einhundertdreißig Kilometern pro Stunde nur wenige Zentimeter an euch vorbei. Ein unaufmerksamer Fahrer reicht aus, um die gesamte Einsatzstelle auszulöschen.
Einsätze an Bahnanlagen gehören zum absolut Gefährlichsten, was der Rettungsdienst zu bieten hat. Züge fahren völlig lautlos an euch heran, haben enorme Geschwindigkeiten und können nicht ausweichen. Ein schwerer Güterzug hat einen Bremsweg von bis zu eintausend Metern.
Strom ist unsichtbar, lautlos und absolut tödlich. Er bringt das Herz sofort aus dem Takt und führt zu schweren inneren Verbrennungen.
Brennende Häuser sind die absolute Domäne der Feuerwehr. Der Rettungsdienst hat in einem brennenden oder verrauchten Gebäude absolut nichts zu suchen.
Es muss nicht immer der große Tanklastzug auf der Autobahn sein. Auch beim Mischen von Reinigungsmitteln im Schwimmbad oder beim Auslaufen von Düngemitteln auf dem Bauernhof entstehen tödliche chemische Gefahren.
Hier gilt die lebensrettende Grundregel der Feuerwehren (die sogenannte G A M S Regel, die vier Schritte der Gefahrenabwehr):
Tiere reagieren auf Stress und fremde Menschen oft aggressiv, besonders wenn sie ihr Herrchen oder Frauchen beschützen wollen.
Der Rettungsdienst rückt nicht nur zu Krankheiten aus, sondern auch zu Messerstechereien, Schlägereien oder häuslicher Gewalt.
Euer Überleben hängt von eurer Vorbereitung ab.
💡 MERKE:
An der Einsatzstelle drohen euch Gefahren durch den Straßenverkehr, Strom (Spannungstrichter), Atemgifte und Gefahrstoffe. Haltet bei Einsätzen an Bahngleisen, bei Gebäudebränden oder kriminellen Gewalttaten zwingend extremen Abstand, bis Fachkräfte (wie der Notfallmanager der Bahn, die Feuerwehr unter Atemschutz oder die Polizei) die Szene gesichert haben. Euer persönlicher Fluchtweg und eure Persönliche Schutzausrüstung sind eure Lebensversicherung!
Herzlich willkommen zu diesem Modul! Wenn ihr im Rettungswagen sitzt und euch einer Einsatzstelle nähert, schießt das Adrenalin durch euren Körper. Ihr wollt sofort aussteigen, zum Patienten rennen und helfen.
Genau dieser Tunnelblick ist jedoch tödlich. Es gibt im Rettungsdienst einen Grundsatz, der über allem steht: Eigenschutz geht immer vor Fremdschutz! Ein verletzter oder toter Retter kann niemandem mehr helfen und wird selbst zum Patienten, der weitere Ressourcen bindet. Eure allererste Aufgabe am Notfallort ist der sogenannte Dreihundertsechzig-Grad-Blick. Ihr müsst die Lage scannen und potenzielle Gefahren erkennen, bevor ihr den Fuß aus dem Fahrzeug setzt.
Die Feuerwehren und Rettungsdienste haben die potenziellen Gefahren an einer Einsatzstelle in einer systematischen Matrix zusammengefasst. Man spricht hierbei von neun klassischen Gefahrenquellen, die ihr im Schlaf beherrschen müsst.
Ihr werdet zu einer bewusstlosen Person in eine Wohnung gerufen. Wenn die Person durch ein defektes Heizgerät giftiges Kohlenmonoxid eingeatmet hat, ist dieses Gas auch für euch tödlich. Kohlenmonoxid ist unsichtbar, völlig geruchlos und geschmacklos. Ohne tragbare Warngeräte (die sogenannten Kohlenmonoxid-Warner an eurem Rucksack) lauft ihr blind in die tödliche Falle.
Angehörige oder Unfallbeteiligte befinden sich in extremen Ausnahmezuständen. Aus Angst um einen geliebten Menschen kann blitzschnell offene Aggression gegen euch entstehen, wenn ihr in den Augen der Angehörigen zu langsam arbeitet. Panische Menschen handeln völlig irrational und können euch in den laufenden Straßenverkehr stoßen oder euch bei der Arbeit massiv behindern.
Eine Einsatzstelle ist niemals statisch, sie lebt und verändert sich. Das kleine Feuer im Motorraum des verunfallten Personenkraftwagens kann innerhalb von zwei Minuten auf das gesamte Fahrzeug übergreifen. Die kleine Benzinlache unter dem Auto kann sich in eure Richtung ausbreiten und sich entzünden.
Diese Gefahr ist sehr selten, aber absolut tödlich. Sie betrifft radioaktive Strahlung, die zum Beispiel in speziellen Arztpraxen, Krankenhäusern oder beim Transport von medizinischen Isotopen auf der Autobahn austreten kann. Euer normaler Rettungsdienstkittel bietet hier exakt null Schutz.
Ihr werdet zu einem Arbeitsunfall in ein Schwimmbad gerufen. Dort sind Reinigungsmittel ausgelaufen. Es entstehen giftige Chlorgase oder ätzende Dämpfe. Chemikalien können über die Atemwege, aber auch direkt durch eure Haut in euren Körper eindringen.
Das ist euer tägliches Brot. Die Gefahr durch spitze, blutige Kanülen, durch Patienten mit offener Tuberkulose oder durch hochinfektiöse Viren ist allgegenwärtig. Eure Einweghandschuhe, die Schutzbrille und die Atemschutzmaske sind hier eure einzigen Lebensretter.
Ausströmendes Erdgas in einer Wohnung oder explosive Dämpfe nach einem Verkehrsunfall sind tickende Zeitbomben. Ein einziger Funke eures Funkgerätes oder das Betätigen der Türklingel reicht aus, um das gesamte Gebäude in die Luft zu sprengen.
Nach Gasexplosionen, Unwettern oder schweren Verkehrsunfällen mit Lastkraftwagen sind Gebäudeteile oder verformte Fahrzeugdächer extrem instabil. Wenn ihr unüberlegt in ein solches Wrack klettert, um eine Infusion zu legen, kann das Konstrukt über euch zusammenbrechen.
Hochspannungsleitungen, die nach einem Sturm auf dem Boden liegen, oder der umgefahrene Stromkasten an der Straße. Elektrizität sucht sich immer den kürzesten Weg in die Erde. Wenn der Boden nass ist, könnt ihr bereits in mehreren Metern Entfernung einen tödlichen Stromschlag durch den sogenannten Spannungstrichter erleiden.
Neben der klassischen Matrix gibt es zwei weitere, alltägliche Killer für das Rettungsfachpersonal.
Wenn ihr an der Einsatzstelle eintrefft und eine dieser Gefahren erkennt, handelt ihr nach einer festen strategischen Reihenfolge. Diese Regel rettet euer Leben und das Leben des Patienten:
💡 MERKE:
Der absolut wichtigste Leitsatz lautet: Eigenschutz geht vor Fremdschutz! >Prüft jede Einsatzstelle auf die neun klassischen Gefahren: Atemgifte, Angstreaktionen, Ausbreitung, atomare und chemische Gefahren, Erkrankungen, Explosion, Einsturz und Elektrizität. Bei unklaren Lagen bleibt ihr auf massivem Abstand und fordert sofort Spezialkräfte der Feuerwehr oder der Polizei nach.
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Ein großer Teil eurer Einsätze findet nicht in sauberen, gut beleuchteten Wohnzimmern statt. Ihr arbeitet nachts im strömenden Regen auf der Autobahn, im dunklen Gleisbett der Bahn oder in unübersichtlichen Industriebetrieben.
Umgebungssituationen, die für Zivilisten völlig alltäglich sind, verwandeln sich in der Hektik eines Notfalls rasend schnell in tödliche Fallen für das Rettungspersonal. In diesem Modul brechen wir die abstrakte Gefahrenlehre auf euren ganz konkreten Arbeitsalltag herunter. Wir schauen uns an, warum Züge nicht bremsen können, wie unsichtbarer Strom euch töten kann und wie ihr euch bei Gewaltverbrechen verhaltet.
Die Straße ist euer gefährlichster Arbeitsplatz. Wenn ihr auf einer Bundesstraße oder Autobahn arbeitet, rauschen tonnenschwere Fahrzeuge mit oft über einhundertdreißig Kilometern pro Stunde nur wenige Zentimeter an euch vorbei. Ein unaufmerksamer Fahrer reicht aus, um die gesamte Einsatzstelle auszulöschen.
Einsätze an Bahnanlagen gehören zum absolut Gefährlichsten, was der Rettungsdienst zu bieten hat. Züge fahren völlig lautlos an euch heran, haben enorme Geschwindigkeiten und können nicht ausweichen. Ein schwerer Güterzug hat einen Bremsweg von bis zu eintausend Metern.
Strom ist unsichtbar, lautlos und absolut tödlich. Er bringt das Herz sofort aus dem Takt und führt zu schweren inneren Verbrennungen.
Brennende Häuser sind die absolute Domäne der Feuerwehr. Der Rettungsdienst hat in einem brennenden oder verrauchten Gebäude absolut nichts zu suchen.
Es muss nicht immer der große Tanklastzug auf der Autobahn sein. Auch beim Mischen von Reinigungsmitteln im Schwimmbad oder beim Auslaufen von Düngemitteln auf dem Bauernhof entstehen tödliche chemische Gefahren.
Hier gilt die lebensrettende Grundregel der Feuerwehren (die sogenannte G A M S Regel, die vier Schritte der Gefahrenabwehr):
Tiere reagieren auf Stress und fremde Menschen oft aggressiv, besonders wenn sie ihr Herrchen oder Frauchen beschützen wollen.
Der Rettungsdienst rückt nicht nur zu Krankheiten aus, sondern auch zu Messerstechereien, Schlägereien oder häuslicher Gewalt.
Euer Überleben hängt von eurer Vorbereitung ab.
💡 MERKE:
An der Einsatzstelle drohen euch Gefahren durch den Straßenverkehr, Strom (Spannungstrichter), Atemgifte und Gefahrstoffe. Haltet bei Einsätzen an Bahngleisen, bei Gebäudebränden oder kriminellen Gewalttaten zwingend extremen Abstand, bis Fachkräfte (wie der Notfallmanager der Bahn, die Feuerwehr unter Atemschutz oder die Polizei) die Szene gesichert haben. Euer persönlicher Fluchtweg und eure Persönliche Schutzausrüstung sind eure Lebensversicherung!