Die Berufsbildung in Deutschland ist ein umfassendes System, das darauf abzielt, die notwendige berufliche Handlungsfähigkeit für eine sich wandelnde Arbeitswelt zu vermitteln und lebenslanges Lernen zu fördern. Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) umfasst die Berufsbildung vier Hauptbereiche:
Das Herzstück der deutschen Berufsbildung nach BBiG ist das sogenannte "Duale System". Dabei kooperieren verschiedene Lernorte miteinander, um Theorie und Praxis optimal zu verzahnen:
Das BBiG gilt jedoch nicht für alle Ausbildungsgänge in Deutschland; insbesondere für viele Berufe im Gesundheitswesen existieren gänzlich andere gesetzliche Bestimmungen.
Im Gesundheitswesen gibt es keine einheitliche gesetzliche Definition des Begriffs "Gesundheitsberufe", es werden jedoch allgemein alle Berufe darunter gefasst, die im weitesten Sinne mit der menschlichen Gesundheit zu tun haben.
Grundsätzlich lassen sich die Gesundheitsberufe in zwei große Kategorien einteilen: geregelte Berufe (mit bundes- oder landesrechtlicher Ausbildungsregelung) und nicht geregelte Berufe (Ausbildung ohne staatliche Regelung).Die geregelten Berufe unterteilen sich in drei wesentliche Säulen:
Die Ausbildung in den Heilberufen unterscheidet sich strukturell stark vom dualen System. Sie ist in der Regel als schulische Ausbildung mit sehr hohem Praxisanteil konzipiert und durch spezifische Bundesgesetze geregelt. Wie dieses System in der Praxis funktioniert, lässt sich sehr gut am Beispiel der Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) veranschaulichen:
Ein gravierender Unterschied zum klassischen Ausbildungsbetrieb der freien Wirtschaft ist das Finanzierungssystem:
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Wenn Außenstehende einen Krankenwagen sehen, sprechen sie oft pauschal von „den Sanitätern“. Ihr werdet aber schnell merken, dass es auf einer Rettungswache eine klare Hierarchie gibt. Die verschiedenen Kolleginnen und Kollegen haben völlig unterschiedliche Ausbildungswege hinter sich.
Ein Hauptgrund für die Verwirrung ist das deutsche Rechtssystem: Einige Qualifikationen sind bundesweit einheitlich durch Bundesrecht (Gesetze der Bundesrepublik) geregelt, andere fallen unter Landesrecht (Gesetze der einzelnen Bundesländer wie NRW, Bayern oder Hessen) und wieder andere sind rein verbandsinterne Lehrgänge.
In diesem Modul schauen wir uns die Qualifikationsstufen von oben nach unten genau an.
Ihr seid auf dem Weg dorthin! Der Notfallsanitäter ist die höchste nicht-ärztliche medizinische Qualifikation in der deutschen Notfallrettung.
Auf der Wache werdet ihr noch viele Kolleginnen und Kollegen mit dieser Berufsbezeichnung treffen. Der Rettungsassistent war bis Ende 2013 die höchste Qualifikation.
Jetzt wird es wichtig: Der Rettungssanitäter ist kein dreijähriger Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation! Ohne Rettungssanitäter würde das System jedoch zusammenbrechen, sie sind essenziell für die tägliche Arbeit.
Der Rettungshelfer ist quasi die Vorstufe zum Rettungssanitäter und ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich verbreitet.
Unterhalb des Rettungsdienstes gibt es Qualifikationen, die meist im Ehrenamt oder in Betrieben zum Tragen kommen:
💡 MERKE: DER ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED
Verwechselt niemals einen Notfallsanitäter mit einem Rettungssanitäter!
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Habt ihr euch schon einmal gefragt, was eure Ausbildung im internationalen Vergleich wert ist? Wenn ihr später vielleicht in Österreich, der Schweiz oder Spanien im Rettungsdienst arbeiten möchtet, stellt sich für den dortigen Arbeitgeber eine wichtige Frage: „Was genau kann eine deutsche Notfallsanitäterin oder ein deutscher Notfallsanitäter eigentlich?“
Da jedes Land in Europa ein völlig anderes Schul- und Ausbildungssystem hat, lassen sich Zeugnisse nur sehr schwer vergleichen. Genau um dieses Problem zu lösen, wurden der Europäische Qualifikationsrahmen und sein nationales Gegenstück, der Deutsche Qualifikationsrahmen, ins Leben gerufen. In diesem Modul lernt ihr, was dieses System bedeutet und auf welcher Stufe ihr euch mit eurem Staatsexamen befindet.
Der Europäische Qualifikationsrahmen ist wie eine Art „Übersetzungsmaschine“ für Bildungsabschlüsse in Europa. Er sortiert Abschlüsse nicht mehr danach, wie lange jemand in der Schule saß oder wie die Ausbildung hieß, sondern einzig und allein danach, was eine Person weiß, versteht und in der Lage ist zu tun. Man nennt das Kompetenzorientierung.
Der Deutsche Qualifikationsrahmen ist die nationale Anpassung dieses Systems an unsere Bildungslandschaft in Deutschland. Er übersetzt unsere spezifischen deutschen Abschlüsse in das europäische System.
Beide Qualifikationsrahmen bestehen aus genau acht Niveaustufen.
Je höher die Stufe, desto komplexer sind die Aufgaben und desto mehr Eigenverantwortung wird von der Fachkraft verlangt.
Bei der Einordnung auf eine dieser acht Stufen werden immer zwei große Bereiche bewertet:
Eure dreijährige Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter ist im Deutschen Qualifikationsrahmen ganz offiziell auf der Stufe 4 eingeordnet.
Das ist eine sehr hohe und verantwortungsvolle Einstufung für eine Erstausbildung. Schauen wir uns an, was das Gesetz von einer Fachkraft auf der Stufe 4 fordert und wie perfekt das zu eurem Berufsalltag passt:
Zum Vergleich: Kürzere Qualifikationen, die weniger rechtliche Eigenverantwortung beinhalten (wie zum Beispiel Einsatzkräfte im Sanitätsdienst oder rettungsdienstliche Helferausbildungen), würden in diesem Raster eher auf den Stufen 2 oder 3 landen, da hier stärker nach direkter ärztlicher oder fachlicher Anweisung gearbeitet wird.
Dass eure Ausbildung offiziell auf der Stufe 4 des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens steht, bringt euch in eurer beruflichen Zukunft konkrete Vorteile:
💡 MERKE: >Der Europäische und der Deutsche Qualifikationsrahmen machen Bildungsabschlüsse europaweit vergleichbar, indem sie acht Niveaustufen nutzen.
Eure Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter ist auf der Stufe 4 eingeordnet. Das bescheinigt euch offiziell, dass ihr das Fachwissen und die persönliche Reife besitzt, um in hochkomplexen, unvorhersehbaren Situationen völlig selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln.
Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen (EQR bzw. DQR)
Literaturverzeichnis
Die Berufsbildung in Deutschland ist ein umfassendes System, das darauf abzielt, die notwendige berufliche Handlungsfähigkeit für eine sich wandelnde Arbeitswelt zu vermitteln und lebenslanges Lernen zu fördern. Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) umfasst die Berufsbildung vier Hauptbereiche:
Das Herzstück der deutschen Berufsbildung nach BBiG ist das sogenannte "Duale System". Dabei kooperieren verschiedene Lernorte miteinander, um Theorie und Praxis optimal zu verzahnen:
Das BBiG gilt jedoch nicht für alle Ausbildungsgänge in Deutschland; insbesondere für viele Berufe im Gesundheitswesen existieren gänzlich andere gesetzliche Bestimmungen.
Im Gesundheitswesen gibt es keine einheitliche gesetzliche Definition des Begriffs "Gesundheitsberufe", es werden jedoch allgemein alle Berufe darunter gefasst, die im weitesten Sinne mit der menschlichen Gesundheit zu tun haben.
Grundsätzlich lassen sich die Gesundheitsberufe in zwei große Kategorien einteilen: geregelte Berufe (mit bundes- oder landesrechtlicher Ausbildungsregelung) und nicht geregelte Berufe (Ausbildung ohne staatliche Regelung).Die geregelten Berufe unterteilen sich in drei wesentliche Säulen:
Die Ausbildung in den Heilberufen unterscheidet sich strukturell stark vom dualen System. Sie ist in der Regel als schulische Ausbildung mit sehr hohem Praxisanteil konzipiert und durch spezifische Bundesgesetze geregelt. Wie dieses System in der Praxis funktioniert, lässt sich sehr gut am Beispiel der Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) veranschaulichen:
Ein gravierender Unterschied zum klassischen Ausbildungsbetrieb der freien Wirtschaft ist das Finanzierungssystem:
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Wenn Außenstehende einen Krankenwagen sehen, sprechen sie oft pauschal von „den Sanitätern“. Ihr werdet aber schnell merken, dass es auf einer Rettungswache eine klare Hierarchie gibt. Die verschiedenen Kolleginnen und Kollegen haben völlig unterschiedliche Ausbildungswege hinter sich.
Ein Hauptgrund für die Verwirrung ist das deutsche Rechtssystem: Einige Qualifikationen sind bundesweit einheitlich durch Bundesrecht (Gesetze der Bundesrepublik) geregelt, andere fallen unter Landesrecht (Gesetze der einzelnen Bundesländer wie NRW, Bayern oder Hessen) und wieder andere sind rein verbandsinterne Lehrgänge.
In diesem Modul schauen wir uns die Qualifikationsstufen von oben nach unten genau an.
Ihr seid auf dem Weg dorthin! Der Notfallsanitäter ist die höchste nicht-ärztliche medizinische Qualifikation in der deutschen Notfallrettung.
Auf der Wache werdet ihr noch viele Kolleginnen und Kollegen mit dieser Berufsbezeichnung treffen. Der Rettungsassistent war bis Ende 2013 die höchste Qualifikation.
Jetzt wird es wichtig: Der Rettungssanitäter ist kein dreijähriger Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation! Ohne Rettungssanitäter würde das System jedoch zusammenbrechen, sie sind essenziell für die tägliche Arbeit.
Der Rettungshelfer ist quasi die Vorstufe zum Rettungssanitäter und ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich verbreitet.
Unterhalb des Rettungsdienstes gibt es Qualifikationen, die meist im Ehrenamt oder in Betrieben zum Tragen kommen:
💡 MERKE: DER ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED
Verwechselt niemals einen Notfallsanitäter mit einem Rettungssanitäter!
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Herzlich willkommen zu diesem Modul! Habt ihr euch schon einmal gefragt, was eure Ausbildung im internationalen Vergleich wert ist? Wenn ihr später vielleicht in Österreich, der Schweiz oder Spanien im Rettungsdienst arbeiten möchtet, stellt sich für den dortigen Arbeitgeber eine wichtige Frage: „Was genau kann eine deutsche Notfallsanitäterin oder ein deutscher Notfallsanitäter eigentlich?“
Da jedes Land in Europa ein völlig anderes Schul- und Ausbildungssystem hat, lassen sich Zeugnisse nur sehr schwer vergleichen. Genau um dieses Problem zu lösen, wurden der Europäische Qualifikationsrahmen und sein nationales Gegenstück, der Deutsche Qualifikationsrahmen, ins Leben gerufen. In diesem Modul lernt ihr, was dieses System bedeutet und auf welcher Stufe ihr euch mit eurem Staatsexamen befindet.
Der Europäische Qualifikationsrahmen ist wie eine Art „Übersetzungsmaschine“ für Bildungsabschlüsse in Europa. Er sortiert Abschlüsse nicht mehr danach, wie lange jemand in der Schule saß oder wie die Ausbildung hieß, sondern einzig und allein danach, was eine Person weiß, versteht und in der Lage ist zu tun. Man nennt das Kompetenzorientierung.
Der Deutsche Qualifikationsrahmen ist die nationale Anpassung dieses Systems an unsere Bildungslandschaft in Deutschland. Er übersetzt unsere spezifischen deutschen Abschlüsse in das europäische System.
Beide Qualifikationsrahmen bestehen aus genau acht Niveaustufen.
Je höher die Stufe, desto komplexer sind die Aufgaben und desto mehr Eigenverantwortung wird von der Fachkraft verlangt.
Bei der Einordnung auf eine dieser acht Stufen werden immer zwei große Bereiche bewertet:
Eure dreijährige Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter ist im Deutschen Qualifikationsrahmen ganz offiziell auf der Stufe 4 eingeordnet.
Das ist eine sehr hohe und verantwortungsvolle Einstufung für eine Erstausbildung. Schauen wir uns an, was das Gesetz von einer Fachkraft auf der Stufe 4 fordert und wie perfekt das zu eurem Berufsalltag passt:
Zum Vergleich: Kürzere Qualifikationen, die weniger rechtliche Eigenverantwortung beinhalten (wie zum Beispiel Einsatzkräfte im Sanitätsdienst oder rettungsdienstliche Helferausbildungen), würden in diesem Raster eher auf den Stufen 2 oder 3 landen, da hier stärker nach direkter ärztlicher oder fachlicher Anweisung gearbeitet wird.
Dass eure Ausbildung offiziell auf der Stufe 4 des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens steht, bringt euch in eurer beruflichen Zukunft konkrete Vorteile:
💡 MERKE: >Der Europäische und der Deutsche Qualifikationsrahmen machen Bildungsabschlüsse europaweit vergleichbar, indem sie acht Niveaustufen nutzen.
Eure Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter ist auf der Stufe 4 eingeordnet. Das bescheinigt euch offiziell, dass ihr das Fachwissen und die persönliche Reife besitzt, um in hochkomplexen, unvorhersehbaren Situationen völlig selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln.
Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen (EQR bzw. DQR)
Literaturverzeichnis