Herzlich willkommen in der Gastroenterologie und Viszeralchirurgie! Das "akute Abdomen" ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortiges Handeln erfordert. Der Bauchraum ist eine große Höhle, die mit einem sensiblen Bauchfell (Peritoneum) ausgekleidet ist. Wenn Organe sich entzünden, platzen oder nicht mehr durchblutet werden, reagiert dieses Fell mit einer massiven Entzündung. Der Patient präsentiert sich fast immer mit einer klassischen Trias: stärkste Bauchschmerzen, eine brettharte Bauchdecke (Abwehrspannung) und eine massive Kreislaufreaktion bis hin zum Schock.
Da wir im Rettungswagen weder ein Ultraschallgerät noch ein CT haben, ist unsere Anamnese das wichtigste Diagnostik-Tool. Wir müssen 2 Arten von Schmerz exakt voneinander unterscheiden:
Um das Chaos im Bauch zu ordnen, unterteilen wir den Bauchraum gedanklich in 4 Quadranten (wobei der Bauchnabel das Zentrum bildet). Der Ort des stärksten Schmerzes gibt uns den wichtigsten Hinweis auf das betroffene Organ.
Die Untersuchung des Bauches folgt im Rettungsdienst einer unumstößlichen, eisernen Regel: Wir hören immer zuerst, bevor wir drücken!
Unser Ziel ist es, den Schock zu bekämpfen, Schmerzen zu lindern und den Patienten schnell in den OP zu bringen.
💡 MERKE:
Das akute Abdomen ist ein lebensbedrohliches Syndrom (Bauchschmerz, Abwehrspannung, Schock).Viszeraler Schmerz ist dumpf und krampfartig (Kolik), somatischer Schmerz ist scharf und exakt lokalisierbar. Bei der Untersuchung gilt strikt: Auskultation (Hören) vor Palpation (Tasten)!Die Basistherapie besteht aus der bauchdeckenentspannenden Lagerung (Knierolle), Nulldiät und einer frühzeitigen Schmerztherapie.
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Herzlich willkommen zur Übersicht der gastrointestinalen Notfälle! In unserem Bauchraum liegen Hohlorgane (wie der Darm und der Magen) und parenchymatöse Organe (kompakte Drüsen wie die Leber oder Bauchspeicheldrüse) dicht an dicht. Jedes dieser Organe kann bluten, sich entzünden, verstopfen oder platzen. Die folgenden Krankheitsbilder sind die absoluten Klassiker, die sich hinter dem Einsatzstichwort "Unklarer Bauchschmerz" verbergen. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Tiefenbohrungen.
Hier liegt das Problem in einem blutenden Gefäß innerhalb des Verdauungstrakts.
Dies ist fast nie eine eigenständige Erkrankung, sondern die tödliche Endstufe der anderen Krankheitsbilder!
Hier liegt das Problem in einer Blockade des Transportwegs.
Hier dreht sich alles um den rechten Oberbauch und die Verdauung von Fetten.
Hier liegt das Problem in der aggressiven Magensäure, die sich selbst verdaut (Ulkuskrankheit).
Hier liegt das Problem in einer Drüse, die sich plötzlich selbst verdaut.
Hier liegt das Problem im rechten Unterbauch (der absolute Klassiker der Bauchchirurgie).
💡 MERKE:
Diese 7 Krankheitsbilder bilden unser Inhaltsverzeichnis für den Bauchraum. Blutung und Ileus betreffen das gesamte Rohrleitungssystem. Ulkus, Galle, Pankreas und Appendix sind lokal begrenzte Entzündungen oder Blockaden, die unbehandelt alle in einer lebensgefährlichen Peritonitis (Bauchfellentzündung) enden können!
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Herzlich willkommen bei den blutenden Hohlorganen! Der Verdauungstrakt ist extrem gut durchblutet. Wenn hier Gefäße platzen oder durch Säure angeätzt werden, kann der Patient innerhalb kürzester Zeit lebensgefährliche Blutmengen verlieren. Um strukturiert vorzugehen, teilt die Medizin diese Blutungen anhand einer anatomischen Grenze, dem sogenannten Treitz-Band (am Übergang vom Zwölffingerdarm zum Leerdarm), in 2 große Kategorien ein: Die obere und die untere GIB.
Anhand dessen, was oben oder unten aus dem Patienten herauskommt, können wir den Ort der Blutung in der Regel sehr exakt eingrenzen.
Die GIB ist primär kein Schmerzproblem (blutende Varizen oder Divertikel tun oft gar nicht weh), sondern ein extremes Kreislaufproblem. Der Patient verblutet!
Die Blutung kann präklinisch nicht gestillt werden. Wir müssen das System am Laufen halten, bis der Endoskopiker in der Klinik das Gefäß verödet.
💡 MERKE:
Die obere GIB zeigt sich durch Kaffeesatzerbrechen und schwarzen Teerstuhl. Die untere GIB zeigt sich durch hellrotes Blut aus dem Darm. Das Hauptrisiko ist der Volumenmangelschock (Kalter Schweiß, schneller Puls, tiefer Blutdruck).Die Therapie besteht aus Schockbekämpfung (Volumengabe über großlumige Zugänge) und striktem Aspirationsschutz bei Erbrechen!
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Herzlich willkommen zum "brettharten" Notfall! Unser gesamter Bauchraum ist mit einer spiegelglatten, sterilen und extrem sensiblen Haut ausgekleidet: dem Bauchfell (Peritoneum). Es umschließt die Organe und sorgt dafür, dass sie reibungslos aneinandergleiten können. Wenn dieses Gewebe massiv gereizt oder infiziert wird, reagiert der Körper mit einer massiven Entzündung, die sich wie ein Lauffeuer in der gesamten Bauchhöhle ausbreitet. Der Patient entwickelt stärkste, vernichtende Schmerzen und gerät rasend schnell in eine lebensgefährliche Schockspirale.
Die Medizin teilt die Peritonitis danach ein, woher die Erreger stammen. Für den Rettungsdienst ist fast ausschließlich die sekundäre Form von Bedeutung.
Die Symptome der Peritonitis sind extrem eindrücklich und dürfen am Einsatzort niemals übersehen werden.
Die Peritonitis tötet den Patienten auf 2 Wegen gleichzeitig: Durch Flüssigkeitsverlust und durch eine Sepsis (Blutvergiftung).
Wir stehen vor einem Patienten im akuten Schock. Die Heilung kann nur der Chirurg im OP bringen (indem er den Bauch spült und das Loch flickt). Wir müssen den Transport dorthin sichern!
💡 MERKE:
Die Peritonitis ist meist die Folge eines geplatzten Organs (Blinddarm, Magen, Darm).Leitsymptome sind der brettharte Bauch (Abwehrspannung), stärkster Schmerz bei Erschütterung und die Schonhaltung. Es besteht akute Lebensgefahr durch den massiven Flüssigkeitsverlust (Third-Space) in die Bauchhöhle und den septischen Schock! Die Therapie besteht aus Knierolle, aggressiver Schmerztherapie und massiver Volumengabe.
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Herzlich willkommen bei der größten Transportstörung des Körpers! Bei einem Ileus ist die Passage des Darminhalts komplett unterbrochen. Das hat fatale Folgen: Vor dem Verschluss staut sich alles auf. Der Darm dehnt sich massiv aus, die Durchblutung der Darmwand bricht zusammen und Bakterien beginnen, die Wand zu durchwandern. Es droht das Absterben von Darmanteilen und eine anschließende Peritonitis. Wir unterscheiden hierbei 2 völlig unterschiedliche Ursachen.
Die Unterscheidung ist für die Chirurgen in der Klinik lebenswichtig, da sie die Art der Operation bestimmt.
Ein Ileus zeigt sich meist durch eine Kombination aus 4 Symptomen, die wir im Rettungsdienst gezielt abfragen.
Der Patient verliert bei einem Ileus gigantische Mengen an Flüssigkeit in den Darmraum. Wir müssen das System stabilisieren.
💡 MERKE:
Der mechanische Ileus kämpft (Koliken, klingende Darmgeräusche).Der paralytische Ileus schläft (dumpfer Schmerz, Totenstille im Bauch).Das Erbrechen von Kot (Miserere) ist ein lebensgefährliches Spätstadium. Die Therapie besteht aus Nulldiät, Knierolle, Volumengabe und strengem Aspirationsschutz!
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Herzlich willkommen im rechten Oberbauch! Die Leber produziert kontinuierlich Gallensaft, der für die Verdauung von Fetten benötigt wird. Dieser Saft wird in einem kleinen Vorratsbehälter unter der Leber, der Gallenblase, zwischengespeichert und eingedickt. Essen wir etwas sehr Fettiges, zieht sich die Gallenblase zusammen und spritzt den Saft über den Gallengang in den Zwölffingerdarm. Wenn diese Flüssigkeit auskristallisiert, entstehen Gallensteine. Diese Steine sind der Auslöser für unsere 3 Eskalationsstufen.
Das ist das rein mechanische Anfangsstadium. Ein Gallenstein wandert mit dem Gallensaft aus der Blase in den Ausführungsgang und bleibt dort stecken.
Rutscht der Stein nicht von selbst weiter, eskaliert die Situation. Wir verlassen das mechanische Problem und betreten das entzündliche Stadium.
Das ist der chirurgische Worst Case und führt uns direkt zur sekundären Peritonitis, die wir vorhin besprochen haben.
Wir müssen am Einsatzort erkennen, in welcher der 3 Stufen sich der Patient befindet, um das richtige Medikament zu wählen.
💡 MERKE:
Die Kolik krampft in Wellen (viszeral), oft nach fettigem Essen, mit Ausstrahlung in die rechte Schulter. Spasmolytika helfen. Die Cholezystitis ist eine dauerhafte Entzündung (somatisch) mit Fieber und positivem Murphy-Zeichen. Die Perforation ist der Durchbruch, der zum lebensgefährlichen brettharten Abdomen (Peritonitis) führt.
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Herzlich willkommen bei den säurebedingten Notfällen! Unser Magen produziert extrem aggressive Salzsäure, um Nahrung zu zersetzen und Bakterien abzutöten. Damit sich der Magen dabei nicht selbst verdaut, ist er mit einer dicken, schützenden Schleimschicht ausgekleidet. Kippt dieses Gleichgewicht (zu viel Säure oder zu wenig Schleim), greift die Säure die Magenwand an. Es entsteht erst eine oberflächliche Entzündung (Gastritis) und schließlich ein tiefes Loch in der Wand: ein Geschwür (Ulkus).
Wir unterscheiden 2 Hauptorte für diese Geschwüre, die sich am Einsatzort oft durch eine ganz gezielte Anamnesefrage (den Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme) voneinander abgrenzen lassen.
Geschwüre entstehen nicht einfach so. Wir fragen im Rettungsdienst gezielt nach 2 absoluten Hauptauslösern, die die schützende Schleimhaut zerstören.
Das Geschwür an sich tut "nur" weh (viszeraler, bohrender Oberbauchschmerz). Lebensgefährlich wird es erst, wenn es sich zu tief in die Wand frisst.
Das präklinische Management richtet sich danach, ob der Patient "nur" Schmerzen hat, ob er blutet oder ob er perforiert ist.
💡 MERKE:
Ein Magengeschwür schmerzt direkt nach dem Essen. Ein Zwölffingerdarmgeschwür schmerzt bei leerem Magen (Nüchternschmerz) und bessert sich durch Nahrungsaufnahme. Die Hauptursachen sind Schmerzmittel (Ibuprofen/ASS) und das Bakterium Helicobacter pylori. Bei Verdacht auf ein Geschwür sind NSAR-Schmerzmittel im Rettungsdienst absolut kontraindiziert!
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Herzlich willkommen im retroperitonealen Raum (hinter dem Bauchfell)! Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Hochleistungsorgan. Sie produziert Insulin für den Blutzucker und hochaggressive Verdauungsenzyme (wie Lipase und Amylase). Normalerweise sind diese Enzyme inaktiv, solange sie in der Drüse sind. Sie werden erst "scharfgeschaltet", wenn sie im Darm ankommen. Bei der akuten Pankreatitis kippt dieses System: Die Enzyme werden bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiv und beginnen, das eigene Organgewebe aggressiv zu zersetzen!
Die Medizin kennt viele Auslöser für eine Pankreatitis (wie bestimmte Medikamente oder Virusinfektionen), aber in der Präklinik treffen wir fast immer auf eine von 2 Hauptursachen.
Die Pankreatitis verursacht Schmerzen, die von Patienten oft als die schlimmsten ihres Lebens beschrieben werden.
Die Pankreatitis ist keine lokale Erkrankung, sie bringt den ganzen Körper zum Entgleisen.
Wir können die Selbstverdauung auf der Straße nicht stoppen, aber wir müssen den Kreislauf retten.
💡 MERKE:
Die Pankreatitis ist die Selbstverdauung der Drüse. Hauptursachen sind Gallensteine oder Alkohol. Leitsymptome sind der gürtelförmige Oberbauchschmerz, der in den Rücken ausstrahlt, und der Gummibauch. Die Lebensgefahr entsteht durch das systemische Entzündungssyndrom und den massiven Volumenverlust (Third-Space).Die Akuttherapie besteht aus absoluter Nulldiät, Volumengabe und Opiaten.
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Herzlich willkommen im rechten Unterbauch! Der Blinddarm (Caecum) ist der Beginn des Dickdarms. An ihm hängt ein bleistiftgroßes Anhängsel: der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Da dieser eine Sackgasse ist, können sich dort Kotsteine, Fremdkörper (wie Kerne) oder bei Kindern auch Parasiten verfangen und den Ausgang verstopfen. Wenn der Schleim nicht mehr abfließen kann, vermehren sich Bakterien explosionsartig, und der Wurmfortsatz entzündet sich.
Die Appendizitis hat einen sehr charakteristischen Schmerzverlauf, den du im Rettungsdienst gezielt abfragen musst.
In der Schule und im Einsatz nutzen wir klassische Druckpunkte, um den Verdacht zu erhärten.
Wenn die Entzündung nicht gestoppt wird, stirbt das Gewebe ab und der Wurmfortsatz platzt.
Da wir präklinisch keine Medikamente zur Heilung haben, konzentrieren wir uns auf die Symptomlinderung und den sicheren Transport.
💡 MERKE:
Die Appendizitis zeigt oft eine Schmerzwanderung vom Bauchnabel in den rechten Unterbauch.Klassische Diagnosehilfen sind der McBurney-Punkt und der Loslassschmerz.Das plötzliche Nachlassen der Schmerzen kann ein Zeichen für eine Perforation (Durchbruch) sein!Die Therapie besteht aus Knierolle, Nulldiät und Kühlung (keine Wärme!).
Herzlich willkommen in der Gastroenterologie und Viszeralchirurgie! Das "akute Abdomen" ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortiges Handeln erfordert. Der Bauchraum ist eine große Höhle, die mit einem sensiblen Bauchfell (Peritoneum) ausgekleidet ist. Wenn Organe sich entzünden, platzen oder nicht mehr durchblutet werden, reagiert dieses Fell mit einer massiven Entzündung. Der Patient präsentiert sich fast immer mit einer klassischen Trias: stärkste Bauchschmerzen, eine brettharte Bauchdecke (Abwehrspannung) und eine massive Kreislaufreaktion bis hin zum Schock.
Da wir im Rettungswagen weder ein Ultraschallgerät noch ein CT haben, ist unsere Anamnese das wichtigste Diagnostik-Tool. Wir müssen 2 Arten von Schmerz exakt voneinander unterscheiden:
Um das Chaos im Bauch zu ordnen, unterteilen wir den Bauchraum gedanklich in 4 Quadranten (wobei der Bauchnabel das Zentrum bildet). Der Ort des stärksten Schmerzes gibt uns den wichtigsten Hinweis auf das betroffene Organ.
Die Untersuchung des Bauches folgt im Rettungsdienst einer unumstößlichen, eisernen Regel: Wir hören immer zuerst, bevor wir drücken!
Unser Ziel ist es, den Schock zu bekämpfen, Schmerzen zu lindern und den Patienten schnell in den OP zu bringen.
💡 MERKE:
Das akute Abdomen ist ein lebensbedrohliches Syndrom (Bauchschmerz, Abwehrspannung, Schock).Viszeraler Schmerz ist dumpf und krampfartig (Kolik), somatischer Schmerz ist scharf und exakt lokalisierbar. Bei der Untersuchung gilt strikt: Auskultation (Hören) vor Palpation (Tasten)!Die Basistherapie besteht aus der bauchdeckenentspannenden Lagerung (Knierolle), Nulldiät und einer frühzeitigen Schmerztherapie.
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Herzlich willkommen zur Übersicht der gastrointestinalen Notfälle! In unserem Bauchraum liegen Hohlorgane (wie der Darm und der Magen) und parenchymatöse Organe (kompakte Drüsen wie die Leber oder Bauchspeicheldrüse) dicht an dicht. Jedes dieser Organe kann bluten, sich entzünden, verstopfen oder platzen. Die folgenden Krankheitsbilder sind die absoluten Klassiker, die sich hinter dem Einsatzstichwort "Unklarer Bauchschmerz" verbergen. Hier ist das Inhaltsverzeichnis für unsere kommenden Tiefenbohrungen.
Hier liegt das Problem in einem blutenden Gefäß innerhalb des Verdauungstrakts.
Dies ist fast nie eine eigenständige Erkrankung, sondern die tödliche Endstufe der anderen Krankheitsbilder!
Hier liegt das Problem in einer Blockade des Transportwegs.
Hier dreht sich alles um den rechten Oberbauch und die Verdauung von Fetten.
Hier liegt das Problem in der aggressiven Magensäure, die sich selbst verdaut (Ulkuskrankheit).
Hier liegt das Problem in einer Drüse, die sich plötzlich selbst verdaut.
Hier liegt das Problem im rechten Unterbauch (der absolute Klassiker der Bauchchirurgie).
💡 MERKE:
Diese 7 Krankheitsbilder bilden unser Inhaltsverzeichnis für den Bauchraum. Blutung und Ileus betreffen das gesamte Rohrleitungssystem. Ulkus, Galle, Pankreas und Appendix sind lokal begrenzte Entzündungen oder Blockaden, die unbehandelt alle in einer lebensgefährlichen Peritonitis (Bauchfellentzündung) enden können!
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Herzlich willkommen bei den blutenden Hohlorganen! Der Verdauungstrakt ist extrem gut durchblutet. Wenn hier Gefäße platzen oder durch Säure angeätzt werden, kann der Patient innerhalb kürzester Zeit lebensgefährliche Blutmengen verlieren. Um strukturiert vorzugehen, teilt die Medizin diese Blutungen anhand einer anatomischen Grenze, dem sogenannten Treitz-Band (am Übergang vom Zwölffingerdarm zum Leerdarm), in 2 große Kategorien ein: Die obere und die untere GIB.
Anhand dessen, was oben oder unten aus dem Patienten herauskommt, können wir den Ort der Blutung in der Regel sehr exakt eingrenzen.
Die GIB ist primär kein Schmerzproblem (blutende Varizen oder Divertikel tun oft gar nicht weh), sondern ein extremes Kreislaufproblem. Der Patient verblutet!
Die Blutung kann präklinisch nicht gestillt werden. Wir müssen das System am Laufen halten, bis der Endoskopiker in der Klinik das Gefäß verödet.
💡 MERKE:
Die obere GIB zeigt sich durch Kaffeesatzerbrechen und schwarzen Teerstuhl. Die untere GIB zeigt sich durch hellrotes Blut aus dem Darm. Das Hauptrisiko ist der Volumenmangelschock (Kalter Schweiß, schneller Puls, tiefer Blutdruck).Die Therapie besteht aus Schockbekämpfung (Volumengabe über großlumige Zugänge) und striktem Aspirationsschutz bei Erbrechen!
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Herzlich willkommen zum "brettharten" Notfall! Unser gesamter Bauchraum ist mit einer spiegelglatten, sterilen und extrem sensiblen Haut ausgekleidet: dem Bauchfell (Peritoneum). Es umschließt die Organe und sorgt dafür, dass sie reibungslos aneinandergleiten können. Wenn dieses Gewebe massiv gereizt oder infiziert wird, reagiert der Körper mit einer massiven Entzündung, die sich wie ein Lauffeuer in der gesamten Bauchhöhle ausbreitet. Der Patient entwickelt stärkste, vernichtende Schmerzen und gerät rasend schnell in eine lebensgefährliche Schockspirale.
Die Medizin teilt die Peritonitis danach ein, woher die Erreger stammen. Für den Rettungsdienst ist fast ausschließlich die sekundäre Form von Bedeutung.
Die Symptome der Peritonitis sind extrem eindrücklich und dürfen am Einsatzort niemals übersehen werden.
Die Peritonitis tötet den Patienten auf 2 Wegen gleichzeitig: Durch Flüssigkeitsverlust und durch eine Sepsis (Blutvergiftung).
Wir stehen vor einem Patienten im akuten Schock. Die Heilung kann nur der Chirurg im OP bringen (indem er den Bauch spült und das Loch flickt). Wir müssen den Transport dorthin sichern!
💡 MERKE:
Die Peritonitis ist meist die Folge eines geplatzten Organs (Blinddarm, Magen, Darm).Leitsymptome sind der brettharte Bauch (Abwehrspannung), stärkster Schmerz bei Erschütterung und die Schonhaltung. Es besteht akute Lebensgefahr durch den massiven Flüssigkeitsverlust (Third-Space) in die Bauchhöhle und den septischen Schock! Die Therapie besteht aus Knierolle, aggressiver Schmerztherapie und massiver Volumengabe.
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Herzlich willkommen bei der größten Transportstörung des Körpers! Bei einem Ileus ist die Passage des Darminhalts komplett unterbrochen. Das hat fatale Folgen: Vor dem Verschluss staut sich alles auf. Der Darm dehnt sich massiv aus, die Durchblutung der Darmwand bricht zusammen und Bakterien beginnen, die Wand zu durchwandern. Es droht das Absterben von Darmanteilen und eine anschließende Peritonitis. Wir unterscheiden hierbei 2 völlig unterschiedliche Ursachen.
Die Unterscheidung ist für die Chirurgen in der Klinik lebenswichtig, da sie die Art der Operation bestimmt.
Ein Ileus zeigt sich meist durch eine Kombination aus 4 Symptomen, die wir im Rettungsdienst gezielt abfragen.
Der Patient verliert bei einem Ileus gigantische Mengen an Flüssigkeit in den Darmraum. Wir müssen das System stabilisieren.
💡 MERKE:
Der mechanische Ileus kämpft (Koliken, klingende Darmgeräusche).Der paralytische Ileus schläft (dumpfer Schmerz, Totenstille im Bauch).Das Erbrechen von Kot (Miserere) ist ein lebensgefährliches Spätstadium. Die Therapie besteht aus Nulldiät, Knierolle, Volumengabe und strengem Aspirationsschutz!
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Herzlich willkommen im rechten Oberbauch! Die Leber produziert kontinuierlich Gallensaft, der für die Verdauung von Fetten benötigt wird. Dieser Saft wird in einem kleinen Vorratsbehälter unter der Leber, der Gallenblase, zwischengespeichert und eingedickt. Essen wir etwas sehr Fettiges, zieht sich die Gallenblase zusammen und spritzt den Saft über den Gallengang in den Zwölffingerdarm. Wenn diese Flüssigkeit auskristallisiert, entstehen Gallensteine. Diese Steine sind der Auslöser für unsere 3 Eskalationsstufen.
Das ist das rein mechanische Anfangsstadium. Ein Gallenstein wandert mit dem Gallensaft aus der Blase in den Ausführungsgang und bleibt dort stecken.
Rutscht der Stein nicht von selbst weiter, eskaliert die Situation. Wir verlassen das mechanische Problem und betreten das entzündliche Stadium.
Das ist der chirurgische Worst Case und führt uns direkt zur sekundären Peritonitis, die wir vorhin besprochen haben.
Wir müssen am Einsatzort erkennen, in welcher der 3 Stufen sich der Patient befindet, um das richtige Medikament zu wählen.
💡 MERKE:
Die Kolik krampft in Wellen (viszeral), oft nach fettigem Essen, mit Ausstrahlung in die rechte Schulter. Spasmolytika helfen. Die Cholezystitis ist eine dauerhafte Entzündung (somatisch) mit Fieber und positivem Murphy-Zeichen. Die Perforation ist der Durchbruch, der zum lebensgefährlichen brettharten Abdomen (Peritonitis) führt.
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Herzlich willkommen bei den säurebedingten Notfällen! Unser Magen produziert extrem aggressive Salzsäure, um Nahrung zu zersetzen und Bakterien abzutöten. Damit sich der Magen dabei nicht selbst verdaut, ist er mit einer dicken, schützenden Schleimschicht ausgekleidet. Kippt dieses Gleichgewicht (zu viel Säure oder zu wenig Schleim), greift die Säure die Magenwand an. Es entsteht erst eine oberflächliche Entzündung (Gastritis) und schließlich ein tiefes Loch in der Wand: ein Geschwür (Ulkus).
Wir unterscheiden 2 Hauptorte für diese Geschwüre, die sich am Einsatzort oft durch eine ganz gezielte Anamnesefrage (den Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme) voneinander abgrenzen lassen.
Geschwüre entstehen nicht einfach so. Wir fragen im Rettungsdienst gezielt nach 2 absoluten Hauptauslösern, die die schützende Schleimhaut zerstören.
Das Geschwür an sich tut "nur" weh (viszeraler, bohrender Oberbauchschmerz). Lebensgefährlich wird es erst, wenn es sich zu tief in die Wand frisst.
Das präklinische Management richtet sich danach, ob der Patient "nur" Schmerzen hat, ob er blutet oder ob er perforiert ist.
💡 MERKE:
Ein Magengeschwür schmerzt direkt nach dem Essen. Ein Zwölffingerdarmgeschwür schmerzt bei leerem Magen (Nüchternschmerz) und bessert sich durch Nahrungsaufnahme. Die Hauptursachen sind Schmerzmittel (Ibuprofen/ASS) und das Bakterium Helicobacter pylori. Bei Verdacht auf ein Geschwür sind NSAR-Schmerzmittel im Rettungsdienst absolut kontraindiziert!
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Herzlich willkommen im retroperitonealen Raum (hinter dem Bauchfell)! Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Hochleistungsorgan. Sie produziert Insulin für den Blutzucker und hochaggressive Verdauungsenzyme (wie Lipase und Amylase). Normalerweise sind diese Enzyme inaktiv, solange sie in der Drüse sind. Sie werden erst "scharfgeschaltet", wenn sie im Darm ankommen. Bei der akuten Pankreatitis kippt dieses System: Die Enzyme werden bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiv und beginnen, das eigene Organgewebe aggressiv zu zersetzen!
Die Medizin kennt viele Auslöser für eine Pankreatitis (wie bestimmte Medikamente oder Virusinfektionen), aber in der Präklinik treffen wir fast immer auf eine von 2 Hauptursachen.
Die Pankreatitis verursacht Schmerzen, die von Patienten oft als die schlimmsten ihres Lebens beschrieben werden.
Die Pankreatitis ist keine lokale Erkrankung, sie bringt den ganzen Körper zum Entgleisen.
Wir können die Selbstverdauung auf der Straße nicht stoppen, aber wir müssen den Kreislauf retten.
💡 MERKE:
Die Pankreatitis ist die Selbstverdauung der Drüse. Hauptursachen sind Gallensteine oder Alkohol. Leitsymptome sind der gürtelförmige Oberbauchschmerz, der in den Rücken ausstrahlt, und der Gummibauch. Die Lebensgefahr entsteht durch das systemische Entzündungssyndrom und den massiven Volumenverlust (Third-Space).Die Akuttherapie besteht aus absoluter Nulldiät, Volumengabe und Opiaten.
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Herzlich willkommen im rechten Unterbauch! Der Blinddarm (Caecum) ist der Beginn des Dickdarms. An ihm hängt ein bleistiftgroßes Anhängsel: der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Da dieser eine Sackgasse ist, können sich dort Kotsteine, Fremdkörper (wie Kerne) oder bei Kindern auch Parasiten verfangen und den Ausgang verstopfen. Wenn der Schleim nicht mehr abfließen kann, vermehren sich Bakterien explosionsartig, und der Wurmfortsatz entzündet sich.
Die Appendizitis hat einen sehr charakteristischen Schmerzverlauf, den du im Rettungsdienst gezielt abfragen musst.
In der Schule und im Einsatz nutzen wir klassische Druckpunkte, um den Verdacht zu erhärten.
Wenn die Entzündung nicht gestoppt wird, stirbt das Gewebe ab und der Wurmfortsatz platzt.
Da wir präklinisch keine Medikamente zur Heilung haben, konzentrieren wir uns auf die Symptomlinderung und den sicheren Transport.
💡 MERKE:
Die Appendizitis zeigt oft eine Schmerzwanderung vom Bauchnabel in den rechten Unterbauch.Klassische Diagnosehilfen sind der McBurney-Punkt und der Loslassschmerz.Das plötzliche Nachlassen der Schmerzen kann ein Zeichen für eine Perforation (Durchbruch) sein!Die Therapie besteht aus Knierolle, Nulldiät und Kühlung (keine Wärme!).