Der Körper hält seine Kerntemperatur konstant bei rund 37°C, gesteuert vom Hypothalamus. Die Schale (Haut, Extremitäten) darf deutlich kühler sein als der Kern.
Mechanismen zur Wärmeerhaltung: Vasokonstriktion, gesteigerter Stoffwechsel, Muskelarbeit, Kältezittern. Mechanismen zur Wärmeabgabe: Vasodilatation, Schweißbildung, Konduktion, Konvektion, Radiation.
Merke: Die Verdunstung von Schweiß ist der wirkungsvollste, aber launischste Weg der Wärmeabgabe – bei hoher Luftfeuchtigkeit versagt sie zuerst.
Salzverlust durch starkes Schwitzen, Kerntemperatur normal. Basismaßnahme: orale Zufuhr elektrolythaltiger Getränke.
Merke: Bei Hitzekrämpfen ist die Körperkerntemperatur normal – das Problem ist der Salzverlust.
Kombination aus beginnender Überhitzung und Flüssigkeitsmangel, Kerntemperatur unter 40,5°C. Maßnahmen: kühle Umgebung, enge Kleidung öffnen, feuchtkühle Tuecher, Monitoring, Lagerung nach Zustand.
Gefährlichste Form, Kerntemperatur über 40,5°C, ab 42°C Eiweißdenaturierung. Sofortige, konsequente Kühlung: kühle Umgebung, Kleidung entfernen, Ganzkörperkühlung durch Anfeuchten und Fächeln, Ziel unter 39°C. Notarzt nachfordern.
Merke: Ein verzögerter Beginn der Kühlung erhöht die Sterblichkeit deutlich – beim Hitzschlag zählt jede Minute.
Betrifft gezielt den Kopf, Kerntemperatur normal. Symptome zeitversetzt: heißer roter Kopf bei kühler blasser Haut, Schwindel, Übelkeit, Nackensteifigkeit. Maßnahmen: kühle Umgebung, erhöhte Oberkörperlagerung, kühle Tuecher am Kopf.
Restwärme wirkt bis zu 30 Min. nach Entfernen der Quelle weiter. Vier Grade: I (Rötung), IIa (Blasen, rot/feucht), IIb (Blasen, weiß/trocken, Schmerz vermindert), III (grau, schmerzlos), IV (Verkohlung).
Merke: Je tiefer die Verbrennung, desto geringer der empfundene Schmerz.
Neunerregel nach Wallace und Handflächenregel (1% KOF) zur Flächenschätzung. Bei Verbrennungen an Gesicht/Hals/Thorax an Inhalationstrauma denken.
Ab bestimmter Fläche systemische Erkrankung mit Flüssigkeits-/Eiweißverlust – Verbrennungsschock droht.
Hitzeeinwirkung stoppen (Löschen, Kleidung entfernen), haftende Materialien belassen.
Merke: Bei größerer verbrannter Fläche wird nicht mehr aktiv gekühlt – Gefahr der Auskühlung überwiegt. Kleinere Areale kurz mit handwarmem Wasser kühlen.
Weiter: sterile nicht-klebende Wundabdeckung, Monitoring, Sauerstoff, aktive Wärmeerhaltung.
Hypothermie: Kerntemperatur unter 35°C. Drei Stadien: Abwehrstadium (35–32°C, wach, zittert), Erschöpfungsstadium (32–28°C, Zittern lässt nach, Bewusstseinsstörung), Lähmungsstadium (unter 28°C, bewusstlos).
Merke: Sobald das Kältezittern aufhört, ist das kein gutes Zeichen, sondern ein Alarmzeichen.
Betroffene ab Erschöpfungsstadium so wenig wie möglich bewegen (Afterdrop-Gefahr, Bergungstod), schonend liegend transportieren, isolierende Decken.
Merke: "Niemand ist tot, solange er nicht warm und tot ist."
Betreffen einzelne Körperregionen (Finger, Zehen, Ohren, Nase). Vier Schweregrade analog zu Verbrennungen. Schonende, langsame Erwärmung; parallel Hypothermie-Grundsätze beachten.
Merke: Erfrorene Areale werden niemals gerieben oder massiert.
Direkter Stromschlag (Berührung) vs. indirekter (Lichtbogen, Schrittspannung). Niederspannung (unter 1000V): Effekte auf Nerven/Muskeln, Herzrhythmusstörungen. Hochspannung (ab 1000V): thermische Wirkung, tiefe Verbrennungen. Blitzschlag: extreme Spannung kurzzeitig, plus Druckwelle/Augenschäden.
Merke: An jeder Einsatzstelle mit Stromeinwirkung steht der Eigenschutz an erster Stelle – erst wenn die Gefahrenquelle sicher ausgeschaltet ist, darf versorgt werden.
Niederspannung: Gerät vom Netz trennen. Hochspannung: kein Eingreifen, Sicherheitsabstand, auf Freigabe durch Fachpersonal warten.