Wer im Rettungsdienst funkt, übernimmt Führungsaufgabe: Jede Ansage muss knapp, verständlich und rechtssicher sein. Sprechfunk und Datenübertragung laufen dabei größtenteils über den sogenannten BOS-Funk – den nichtöffentlichen Landfunkdienst der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.
Über eine Tastatur im Fahrzeug lässt sich der Einsatzstatus als achtstelliges digitales Kurztelegramm an die Leitstelle übermitteln – ohne Sprechfunkspruch.
Merke: Die wichtigsten FMS-Statusziffern: 1 = einsatzbereit über Funk, 2 = einsatzbereit auf Wache, 3 = Auftrag übernommen/Anfahrt, 4 = am Einsatzort, 5 = Sprechwunsch, 6 = nicht einsatzbereit, 7 = Abfahrt zum Ziel mit Patient, 8 = am Ziel, 9 = Leitstelle frei, 0 = Notruf.
Das heutige BOS-Funknetz basiert auf TETRA (Terrestrial Trunked Radio), einem Bündelfunk mit dynamischer Frequenzvergabe. Funkzellen decken je nach Bebauung einen Radius von etwa 5 bis 30 km ab. Neben Sprache überträgt TETRA Kurzdaten über den Short Data Service (SDS).
TETRA verschlüsselt die Funkschnittstelle Ende-zu-Ende. Der Zugang ist an eine Sicherheitskarte der BDBOS gebunden. Es gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit.
Jedes Gerät trägt eine operativ-taktische Adresse (OPTA) – eine 24-stellige Kennung nach festem Aufbauschema.
Der Sprechfunkverkehr folgt festen, in der FwDV 810.3 geregelten Abläufen: so kurz wie möglich, deutlich, in normaler Lautstärke. Zahlen werden über die Zifferntafel ausgesprochen, schwer verständliche Wörter nach der Buchstabiertafel buchstabiert. Angesprochen wird förmlich mit "Sie".
Merke: Funkrufnamen sind weiterhin gebräuchlich – etwa "Florian" für die Feuerwehr, "Rotkreuz" für das DRK, "Christoph" für Rettungshubschrauber. Die Fahrzeugkennung folgt einem festen Aufbau aus Standort, Fahrzeugart und laufender Nummer.
Einsatzkräfte werden über einen Funkmeldeempfänger ("Piepser") erreicht – ausgelöst durch eine Fünf-Ton-Folge über das 4-Meter-Band.
Zuverlässiger, schont das Funkband und kann Textnachrichten direkt auf das Display des Meldeempfängers übertragen.
Telenotarzt-Systeme ermöglichen ärztliche Entscheidungen ohne Arzt vor Ort – Kommunikation über Funk, mit Übertragung von Live-Bildern, Videos und Vitalparametern.