Diagnostikgeräte sind kein Ersatz für die körperliche Untersuchung, sondern deren wichtigste Ergänzung.
Merke: Technische Diagnostik ergänzt die gründliche Patientenuntersuchung – sie ersetzt sie nie.
Als Rettungssanitäter*in bedient ihr die Basisgeräte selbstständig: Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Blutzucker, EKG-Elektroden anlegen und Werte ablesen. Die vertiefte Interpretation liegt bei Notfallsanitäter*in und Notarzt.
Die Manschette gehört auf die nackte Haut, nie über dicke Kleidung.
Gehört bei jeder unklaren Bewusstseinsstörung zu den ersten diagnostischen Schritten, da Hypo- und Hyperglykämie einem Schlaganfall ähneln können. Normwerte typischerweise in mg/dl (Umrechnung: mmol/l × 18 = mg/dl).
Merke: Eine Blutzuckermessung ist schnell, risikoarm und deckt reversible Ursachen von Bewusstseinsstörungen zuverlässig auf.
Misst über Lichtabsorption die Sauerstoffsättigung (SpO₂) und Pulsfrequenz. Sensor an Finger, Ohrläppchen oder Nasenrücken. Grenzen: Schock, Blässe, Kohlenmonoxidvergiftung, lackierte Nägel können Werte verfälschen.
Merke: Die Pulsoxymetrie ist ein frühes Warnsystem für Sauerstoffmangel, ersetzt aber nicht die vollständige Untersuchung.
Zeigt ausschließlich die elektrische Aktivität des Herzens – nicht, ob eine wirksame Pumpleistung entsteht (pulslose elektrische Aktivität möglich). Ihr unterstützt beim Anlegen der Elektroden und Ablesen von Herzfrequenz/Rhythmusalarm; die Kurveninterpretation obliegt höher qualifiziertem Personal.
Merke: Sichtbare elektrische Aktivität im EKG bedeutet nicht automatisch eine wirksame Herzaktion.
Misst den CO₂-Gehalt der Ausatemluft – dient bei Intubierten als sicherer Tubuslage-Nachweis und kann während Reanimation auf wirksame Herzdruckmassage hindeuten. Ihr lest den Wert ab und meldet Veränderungen.
Umgebungslicht kann die Pulsoxymetrie sättigen, schlechte Durchblutung zu niedrige Werte vortäuschen. Manschette über Kleidung führt zu Fehlwerten.
Merke: Wiederholte Fehlalarme führen zur Alarmmüdigkeit – jeder Alarm sollte auf seine tatsächliche Ursache geprüft werden.
Herzfrequenz aus der Pulswelle statt EKG kann bei Rhythmusstörungen zu einem Pulsdefizit führen.
Falscher EKG-Papiervorschub (50 statt 25 mm/s) kann fälschlich als Bradykardie gedeutet werden.
Vertauschte EKG-Elektroden verändern das Kurvenbild deutlich; Kälte, Sonneneinstrahlung oder Mobiltelefone können zusätzlich stören.
Merke: Bei unplausiblen Messwerten oder Artefakten sollte immer auch an äußere Störquellen gedacht werden.